Kennst du das? Du schreibst eine E-Mail, ein Briefchen, vielleicht sogar eine schnulzige Liebesbotschaft (pssst!), und dann kommt der Moment der Wahrheit: Wie geht's nach der Anrede weiter? Groß oder klein?
Dieser kleine, aber feine Unterschied kann über Freundschaft oder Feindschaft, über einen Job oder eine Absage entscheiden – zumindest in den Augen mancher Korinthenkacker. Aber keine Sorge, wir machen's locker und schauen uns diese Groß- und Kleinschreibung nach der Anrede mal genauer an. Denn hey, wer will schon wegen eines popeligen Buchstabens im Fettnäpfchen landen?
Früher, ja früher war alles einfacher. Da hieß es stur: Nach der Anrede klein! Punkt. Basta. Aus. Aber dann kam die Rechtschreibreform und brachte ein bisschen... nun ja, "Flexibilität". Manche würden es Chaos nennen, aber wir sehen es positiv: Mehr Optionen, mehr Freiheit, mehr Möglichkeiten, den inneren Rebell rauszulassen!
Kommen wir erstmal zur guten, alten Tradition. Du schreibst also: "Liebe/r [Name]," und dann geht's schnurstracks klein weiter. Zum Beispiel:
Liebe Frau Müller,
ich freue mich sehr über Ihre Einladung...
Oder:
Sie / sie - groß oder klein? • korrekte Anrede · [mit Video]
Hallo Peter,
wie geht es dir?
Das ist die sichere Bank, die Oma-Variante, das kleine Schwarze der Rechtschreibung. Damit machst du nichts falsch. Garantiert.
Die rebellische Variante: Groß und stolz
Aber jetzt kommt der Clou! Seit der Rechtschreibreform darfst du, trommelwirbel, auch großschreiben! Jawohl, du hast richtig gelesen. Wenn du dich also besonders wichtig fühlst, oder einfach mal einen auf dicke Hose machen willst, dann hau rein:
Wie wird nach der Anrede im Anschreiben weitergeschrieben? Groß oder
Sehr geehrter Herr Schmidt,
Ich schreibe Ihnen heute, um...
Oder:
Liebe Sarah,
Ich habe Dich so vermisst!
Kommasetzung in Grußformeln
ABER (und das ist ein großes ABER): Das gilt nur für die direkte Anrede! Also "ich", "Sie", "Dich", "Dir", "Euch", "Ihr" und deren gebeugte Formen. Wenn du danach irgendwelche anderen Wörter benutzt, dann bleiben die klein, wie brave Schäfchen.
Die Grauzone: Wenn's kompliziert wird
Und wie immer im Leben gibt es auch hier Grauzonen. Was ist zum Beispiel mit Höflichkeitsformen? Sagen wir, du schreibst einer sehr wichtigen Person (vielleicht dem Bundeskanzler?) und willst extra höflich sein. Dann darfst du "Sie" großschreiben – das gilt aber, wie gesagt, nur für die direkte Anrede. Also:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Ich möchte Sie hiermit...
Umschlag Beschriften Und Versenden Alternative Zum Einschreiben:
Klingt schon fast ein bisschen übertrieben, oder? Aber hey, wenn's sein muss...
Die ultimative Lösung: Hauptsache, man versteht dich!
Ganz ehrlich? Solange deine E-Mail oder dein Brief verständlich ist und du nicht gerade einen wichtigen Bewerbungsbrief verfasst, ist es meistens wurscht, ob du groß oder klein schreibst. Die meisten Leute sind viel toleranter, als man denkt. Wichtig ist, dass deine Botschaft ankommt und dass du sympathisch rüberkommst.
Also, entspann dich, atme tief durch und entscheide dich für die Variante, die dir am besten gefällt. Ob du nun der Traditionalist bist und klein schreibst, oder der Rebell, der alles groß schreibt – Hauptsache, du hast Spaß dabei!
Und denk dran: Im Zweifelsfall einfach mal googeln. Es gibt unzählige Seiten, die dir weiterhelfen können. Aber vergiss nicht: Am Ende zählt der Inhalt, nicht die Groß- oder Kleinschreibung. Also, ran an die Tasten und schreib los!