Brave New World Characters Lenina

Okay, mal ehrlich, reden wir über Lenina Crowne aus Schöne Neue Welt. Ich weiß, ich weiß, alle lieben Bernard Marx mit seinen Minderwertigkeitskomplexen oder den armen John, den Wilden. Aber Lenina? Die wird oft als… oberflächlich abgestempelt. Als ein Produkt ihrer Konditionierung. Und wisst ihr was? Ich finde, das ist total unfair.
Klar, sie liebt Soma. Wer nicht, in dieser Welt? Es ist im Grunde die Droge, die alle Probleme löst. Aber ist sie deshalb dumm? Ich glaube nicht. Sie genießt Sex. Sie hat keine Probleme damit, mit verschiedenen Männern auszugehen. (Oder, naja, mit so vielen Männern, wie die Gesellschaft von ihr erwartet). Ist das verwerflich? Ich finde, sie lebt einfach ihr Leben. Sie ist eine Frau, die Spaß hat!
Die brave Lenina?
Viele Leute sagen, sie sei einfach nur ein willenloses Werkzeug der Weltregierung. Dass sie keine eigenen Gedanken hat. Aber Moment mal! Sie zeigt doch Gefühle! Sie fühlt sich unwohl, als sie John im Reservat sieht. Sie ist schockiert von den brutalen Riten. Und was am wichtigsten ist: Sie verliebt sich in John. Das ist ziemlich unüblich für jemanden, der so konditioniert wurde, oder?
Must Read
Ich weiß, ich weiß, ihre Liebe zu John ist problematisch. Sie versteht ihn nicht wirklich. Sie will nur mit ihm schlafen, weil er so "anders" ist. Aber sind wir nicht alle manchmal ein bisschen so? Wollen wir nicht alle etwas, das wir nicht verstehen, einfach nur, weil es neu und aufregend ist?
Und dann ist da noch der Punkt, dass sie John nicht versteht. Sie versucht, ihm ihre Welt zu erklären, aber er versteht es nicht. Er will Romantik, Leidenschaft und Bedeutung. Sie will einfach nur glücklich sein. Ist das wirklich so schlimm? Sie ist ein Kind ihrer Zeit. Sie weiß es einfach nicht besser. Kann man ihr das wirklich vorwerfen?

Eine unbequeme Wahrheit?
Vielleicht ist der Grund, warum wir Lenina so schnell verurteilen, dass sie uns einen Spiegel vorhält. Sie zeigt uns, wie einfach es wäre, sich der Bequemlichkeit und dem Vergnügen hinzugeben. Sie zeigt uns, wie schnell wir unsere Ideale vergessen könnten, wenn wir nur genug Soma hätten. Uff, das klingt hart, oder?
Es ist leicht, Bernard zu bemitleiden oder John zu bewundern. Aber es ist viel schwieriger, sich mit Lenina zu identifizieren. Sie ist die unbequeme Wahrheit über uns selbst. Die Wahrheit, dass wir alle ein bisschen konditioniert sind. Die Wahrheit, dass wir alle Angst vor Schmerz und Leid haben.

Ich meine, wer von uns würde nicht gerne einfach eine Pille schlucken, um alle Probleme zu vergessen? Wer von uns genießt nicht die kleinen Freuden des Lebens? Lenina tut das einfach in extremer Form. Aber im Grunde ist sie nicht so anders als wir.
Ich sage nicht, dass sie perfekt ist. Sie ist naiv. Sie ist oberflächlich. Sie ist wahrscheinlich ein bisschen dumm. Aber sie ist auch ehrlich. Sie ist authentisch. Sie versucht einfach, glücklich zu sein. Und ist das nicht etwas, was wir alle wollen?

Ein Hoch auf Lenina!
Also, das nächste Mal, wenn ihr Schöne Neue Welt lest, denkt mal über Lenina nach. Versucht, sie nicht so schnell zu verurteilen. Versucht, sie zu verstehen. Vielleicht findet ihr ja, dass sie gar nicht so schlimm ist. Vielleicht findet ihr sogar, dass sie die relatable Figur im ganzen Buch ist.
Und hey, vielleicht sollten wir alle ein bisschen mehr wie Lenina sein. Nur ein bisschen. Ein bisschen mehr Freude, ein bisschen weniger Drama, und vielleicht ein bisschen weniger Urteilsvermögen. Oder vielleicht auch nicht. Aber es ist zumindest eine Überlegung wert, oder?
Denn ganz ehrlich, in einer Welt voller Bernards und Johns braucht es auch ein paar Leninas, die einfach nur Spaß haben wollen. Findet ihr nicht auch?
