Blutdruck Was Bedeutet Der Zweite Wert

Der Blutdruck ist eine wichtige Messgröße für die Gesundheit. Er wird in zwei Werten angegeben, beispielsweise 120/80 mmHg. Während viele Menschen wissen, dass der erste Wert (der systolische Wert) den Druck beim Zusammenziehen des Herzens angibt, herrscht oft Unsicherheit bezüglich der Bedeutung des zweiten Wertes, dem diastolischen Blutdruck. Dieser Artikel erklärt die Bedeutung des diastolischen Wertes und seine Relevanz für die Gesundheit.
Der diastolische Blutdruck: Was er misst
Der diastolische Blutdruck repräsentiert den Druck in den Arterien, wenn sich das Herz zwischen den Schlägen entspannt und mit Blut füllt. Es ist der niedrigere der beiden Blutdruckwerte und wird in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gemessen. Einfach ausgedrückt: Er misst den Widerstand, der dem Blutfluss in den Arterien entgegenwirkt, wenn sich das Herz nicht zusammenzieht.
Normale, erhöhte und kritische diastolische Werte
Die Beurteilung des diastolischen Blutdrucks erfolgt anhand definierter Bereiche:
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- Optimal: Unter 80 mmHg
- Normal: 80-84 mmHg
- Hochnormal: 85-89 mmHg
- Leichte Hypertonie (Grad 1): 90-99 mmHg
- Mäßige Hypertonie (Grad 2): 100-109 mmHg
- Schwere Hypertonie (Grad 3): 110 mmHg oder höher
Es ist wichtig zu beachten, dass dies allgemeine Richtlinien sind. Die optimale Zielwerte können je nach Alter, Vorerkrankungen (wie Diabetes oder Nierenerkrankungen) und individuellen Risikofaktoren variieren. Eine regelmäßige Überprüfung durch einen Arzt ist daher unerlässlich.
Warum ist der diastolische Wert wichtig?
Ein dauerhaft erhöhter diastolischer Blutdruck, auch isolierte diastolische Hypertonie genannt, kann die Blutgefäße und Organe schädigen. Er belastet die Arterienwände kontinuierlich, was zu einer beschleunigten Arteriosklerose (Arterienverkalkung) führen kann. Diese wiederum erhöht das Risiko für schwerwiegende Gesundheitsprobleme, wie:

- Herzinfarkt: Durch Verengung der Herzkranzgefäße.
- Schlaganfall: Durch Verstopfung oder Riss von Hirngefäßen.
- Herzinsuffizienz: Durch die erhöhte Belastung des Herzens.
- Nierenschäden: Durch Schädigung der kleinen Blutgefäße in den Nieren.
- Augenschäden: Durch Beeinträchtigung der Blutversorgung der Netzhaut.
Insbesondere bei jüngeren Menschen spielt der diastolische Wert oft eine größere Rolle als der systolische Wert bei der Risikoeinschätzung. Mit zunehmendem Alter steigt tendenziell der systolische Wert stärker an, wodurch diesem mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dennoch bleibt die Bedeutung eines gesunden diastolischen Blutdrucks in jedem Alter bestehen.
Faktoren, die den diastolischen Blutdruck beeinflussen
Verschiedene Faktoren können den diastolischen Blutdruck beeinflussen:

- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt der Blutdruck oft an.
- Ernährung: Eine salzreiche, fettreiche und ungesunde Ernährung kann den Blutdruck erhöhen.
- Bewegungsmangel: Regelmäßige körperliche Aktivität hilft, den Blutdruck zu senken.
- Übergewicht: Übergewicht belastet das Herz-Kreislauf-System.
- Stress: Chronischer Stress kann den Blutdruck erhöhen.
- Alkohol und Nikotin: Der Konsum von Alkohol und Nikotin kann den Blutdruck negativ beeinflussen.
- Genetische Veranlagung: Eine familiäre Vorbelastung mit Bluthochdruck erhöht das Risiko.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können den Blutdruck erhöhen.
Was tun bei erhöhtem diastolischen Blutdruck?
Wenn Ihr diastolischer Blutdruck regelmäßig erhöht ist, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann die Ursache abklären und eine geeignete Behandlung empfehlen. Die Behandlung kann sowohl nicht-medikamentöse Maßnahmen als auch Medikamente umfassen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen:

- Ernährungsumstellung: Reduzieren Sie Salz, Fett und Zucker in Ihrer Ernährung. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
- Regelmäßige Bewegung: Betreiben Sie regelmäßig Ausdauersportarten wie Walken, Joggen, Schwimmen oder Radfahren.
- Gewichtsreduktion: Reduzieren Sie Übergewicht, um das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.
- Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training.
- Alkohol- und Nikotinverzicht: Reduzieren oder verzichten Sie ganz auf Alkohol und Nikotin.
Medikamentöse Behandlung:
In manchen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung notwendig, um den Blutdruck zu senken. Es gibt verschiedene Arten von blutdrucksenkenden Medikamenten, wie z.B. ACE-Hemmer, AT1-Rezeptorblocker, Diuretika, Betablocker und Kalziumkanalblocker. Der Arzt wird das für Sie am besten geeignete Medikament auswählen und die Dosierung individuell anpassen. Es ist wichtig, die Medikamente regelmäßig und gemäß den Anweisungen des Arztes einzunehmen.
Fazit
Der diastolische Blutdruck ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems und sollte nicht vernachlässigt werden. Ein dauerhaft erhöhter diastolischer Wert kann langfristig zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen führen. Regelmäßige Blutdruckkontrollen, ein gesunder Lebensstil und eine rechtzeitige Behandlung bei erhöhten Werten sind entscheidend, um das Risiko zu minimieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Blutdruck und lassen Sie sich individuell beraten.
Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.Achten Sie auf sich!
