Blutdruck An Welchem Arm Messen

Die Blutdruckmessung ist ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Regelmäßige Kontrollen helfen, Hypertonie (Bluthochdruck) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Doch an welchem Arm sollte man idealerweise den Blutdruck messen?
Warum der Arm wichtig ist
Die Blutdruckwerte können geringfügig zwischen dem rechten und linken Arm variieren. Diese Unterschiede sind meist unbedenklich. Allerdings können größere Differenzen auf medizinische Probleme hindeuten, beispielsweise auf eine Verengung der Blutgefäße (Arterien) oder andere Durchblutungsstörungen. Deshalb ist es wichtig, die Unterschiede zu kennen und richtig zu interpretieren.
Die erste Messung: Beide Arme!
Bei der ersten Blutdruckmessung sollte man idealerweise an beiden Armen messen. Der höhere Wert wird dann als Referenzwert für zukünftige Messungen herangezogen. Notieren Sie sich die Werte beider Arme sorgfältig. Sollte ein deutlicher Unterschied bestehen (siehe nächster Abschnitt), besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
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Wann spricht man von einem Unterschied?
Eine Differenz von 10 mmHg oder mehr beim systolischen Wert (oberer Wert) zwischen beiden Armen gilt als relevant. Ein Unterschied von 15 mmHg oder mehr sollte unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Solche Unterschiede können ein Hinweis auf eine subklinische Atherosklerose sein, eine Vorstufe von Arteriosklerose, bei der sich Ablagerungen in den Arterien bilden, aber noch keine offensichtlichen Symptome verursachen.
Welcher Arm ist der "richtige" Arm?
Nachdem Sie an beiden Armen gemessen haben, messen Sie zukünftig an dem Arm, an dem der höhere Wert gemessen wurde. Dieser Arm sollte für die regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks verwendet werden. Begründen Sie dies Ihrem Arzt und folgen Sie seinen Empfehlungen.

Sonderfälle und Ausnahmen
Es gibt Situationen, in denen die Empfehlung, den Arm mit dem höheren Wert zu verwenden, nicht zutrifft. Beispielsweise:
- Armverletzungen: Bei Verletzungen, Operationen oder Lymphödemen an einem Arm sollte der andere Arm zur Messung verwendet werden.
- Dialyse-Patienten: Patienten, die eine Dialyse erhalten, haben oft einen Shunt in einem Arm. Der Blutdruck sollte nicht an diesem Arm gemessen werden.
- Brustkrebsoperationen: Nach einer Brustkrebsoperation mit Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle kann es zu Lymphödemen kommen. Hier sollte ebenfalls der andere Arm bevorzugt werden.
- Arteriovenöse Fistel: Bei Vorliegen einer arteriovenösen Fistel in einem Arm, ist eine Messung dort kontraindiziert.
In diesen Fällen ist es wichtig, die Situation mit dem Arzt zu besprechen und eine individuelle Empfehlung zu erhalten.

Worauf Sie bei der Blutdruckmessung achten sollten
Unabhängig davon, an welchem Arm Sie messen, gibt es einige grundlegende Regeln, die Sie beachten sollten, um genaue Messergebnisse zu erhalten:
- Ruhe: Messen Sie den Blutdruck in Ruhe, idealerweise nach 5-10 Minuten Entspannung.
- Haltung: Sitzen Sie aufrecht, mit dem Rücken angelehnt und den Füßen flach auf dem Boden.
- Armposition: Der Arm sollte entspannt auf einem Tisch liegen, in Herzhöhe.
- Manschettengröße: Verwenden Sie eine Manschette in der richtigen Größe. Sie sollte etwa 80% des Oberarmumfangs bedecken.
- Wiederholungen: Messen Sie den Blutdruck 2-3 Mal hintereinander und notieren Sie die Werte.
Wann zum Arzt?
Regelmäßige Blutdruckkontrollen sind essenziell. Konsultieren Sie Ihren Arzt, wenn:
- Sie häufig erhöhte Blutdruckwerte messen.
- Sie deutliche Unterschiede zwischen den Armen feststellen.
- Sie Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen oder Brustschmerzen haben.
- Sie Fragen oder Bedenken bezüglich Ihrer Blutdruckmessung haben.
Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Bluthochdruck kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduzieren. Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig und besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt.
