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Aus Was Wird Lakritze Hergestellt


Aus Was Wird Lakritze Hergestellt

Lakritze. Allein das Wort weckt bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen, positive wie negative. Einige lieben den süß-herben Geschmack, andere können damit gar nichts anfangen. Aber was steckt eigentlich hinter dieser polarisierenden Süßigkeit? Wo kommt der charakteristische Geschmack her? Und was genau wird zur Herstellung von Lakritze verwendet? In diesem Artikel wollen wir diesen Fragen auf den Grund gehen.

Viele von uns kennen Lakritze nur aus der Tüte, als Schnecken, Stangen oder in Form von Buchstaben. Doch die Geschichte und die Inhaltsstoffe dieser Süßigkeit sind komplexer, als man denkt. Es geht nicht nur um den Geschmack; es geht auch um Tradition, Wissenschaft und sogar ein bisschen um Medizin. Denn Lakritze hat, wie viele andere Naturprodukte auch, nicht nur süße, sondern auch heilende Eigenschaften.

Die Basis: Süßholzwurzel

Der Kern jeder Lakritze ist die Süßholzwurzel (Glycyrrhiza glabra). Sie ist der Star der Show und verleiht der Lakritze ihren unverwechselbaren Geschmack. Diese Wurzel wird in verschiedenen Regionen der Welt angebaut, unter anderem in Europa (besonders in Südeuropa), dem Nahen Osten und Asien.

Aber warum schmeckt die Süßholzwurzel so besonders? Das liegt an einem Inhaltsstoff namens Glycyrrhizin. Dieses ist um ein Vielfaches süßer als Zucker und hat zudem einen leicht herben, fast medizinischen Beigeschmack. Glycyrrhizin ist auch für die gesundheitlichen Wirkungen der Lakritze verantwortlich, aber dazu später mehr.

Nach der Ernte werden die Süßholzwurzeln gewaschen, getrocknet und zerkleinert. Anschließend werden sie in Wasser ausgekocht. Dadurch löst sich das Glycyrrhizin aus der Wurzel. Die Flüssigkeit, die dabei entsteht, wird eingedampft, bis ein dickflüssiger, schwarzer Extrakt übrig bleibt. Dieser Extrakt ist die Basis für die Herstellung von Lakritze.

Weitere Zutaten: Von Stärke bis Aromen

Der Süßholzextrakt allein macht noch keine Lakritze, wie wir sie kennen. Dazu kommen weitere Zutaten, die je nach Sorte und Hersteller variieren können.

Stärke und Mehl: Für die Konsistenz

Um die Lakritze in die gewünschte Form zu bringen, benötigt man ein Bindemittel. Hier kommen Stärke (z.B. Maisstärke, Weizenstärke oder Kartoffelstärke) und Mehl ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass die Lakritze fest und formbar wird.

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Zucker und Sirup: Für die Süße (manchmal)

Obwohl Glycyrrhizin schon sehr süß ist, wird oft noch Zucker oder Sirup hinzugefügt, um den Geschmack abzurunden. Dies ist besonders bei süßer Lakritze der Fall. Bei salziger Lakritze wird hingegen weniger Zucker verwendet.

Salmiak: Für den besonderen Kick

Salmiak (Ammoniumchlorid) ist ein wichtiger Bestandteil von Salzlakritze, die vor allem in Nordeuropa sehr beliebt ist. Salmiak verleiht der Lakritze einen salzigen, leicht scharfen Geschmack, der für viele erst den Reiz ausmacht. Es ist wichtig zu betonen, dass die Menge an Salmiak gesetzlich geregelt ist, da ein zu hoher Konsum gesundheitsschädlich sein kann.

Aromen und Zusätze: Für Vielfalt

Um verschiedene Geschmacksrichtungen zu erzeugen, werden oft noch Aromen und Zusätze verwendet. Dazu gehören:

* Anisöl: Verleiht der Lakritze einen anisartigen Geschmack. * Karamell: Sorgt für eine dunklere Farbe und einen leicht karamelligen Geschmack. * Pfefferminzöl: Für eine erfrischende Variante. * Honig: Für eine natürlichere Süße. * Farbstoffe: Um die Lakritze optisch ansprechender zu gestalten (oft wird hierfür Pflanzenkohle verwendet, um die typische schwarze Farbe zu erzielen).

Die Herstellung: Vom Mischen zum Formen

Nachdem alle Zutaten bereitstehen, beginnt der eigentliche Herstellungsprozess:

  1. Mischen: Alle Zutaten werden in einem großen Kessel oder Mischer vermengt. Die genaue Rezeptur ist natürlich ein Betriebsgeheimnis jedes Herstellers.
  2. Kochen: Die Mischung wird erhitzt und gekocht, bis sie die richtige Konsistenz erreicht hat. Dies ist ein wichtiger Schritt, da die Konsistenz der Lakritze maßgeblich für die spätere Formgebung ist.
  3. Formen: Die heiße Lakritzmasse wird nun in die gewünschte Form gebracht. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen:
    • Extrudieren: Die Masse wird durch eine Düse gepresst, wodurch lange Stränge entstehen, die dann in Stücke geschnitten werden.
    • Gießen: Die Masse wird in Formen gegossen, z.B. für Lakritzbuchstaben oder -figuren.
    • Walzen: Die Masse wird zwischen Walzen hindurchgeführt, um eine flache, gleichmäßige Schicht zu erzeugen, die dann in Streifen geschnitten wird.
  4. Trocknen: Die geformte Lakritze muss nun trocknen, damit sie fest wird und ihre endgültige Konsistenz erhält. Dies kann je nach Sorte und Hersteller einige Stunden oder sogar Tage dauern.
  5. Verpacken: Zum Schluss wird die Lakritze verpackt und ist bereit für den Verkauf.

Lakritze und Gesundheit: Mehr als nur eine Süßigkeit?

Lakritze wird oft nur als Süßigkeit wahrgenommen, aber sie hat auch gesundheitliche Wirkungen. Das Glycyrrhizin in der Süßholzwurzel wirkt entzündungshemmend, schleimlösend und kann sogar bei Magenbeschwerden helfen. In der traditionellen Medizin wird Süßholz daher schon seit Jahrhunderten eingesetzt.

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Allerdings sollte man Lakritze nicht in großen Mengen konsumieren. Ein übermäßiger Verzehr kann zu Nebenwirkungen wie erhöhtem Blutdruck, Wassereinlagerungen im Körper und Kaliummangel führen. Schwangere und Menschen mit Bluthochdruck sollten daher vorsichtig sein und ihren Arzt konsultieren.

Kontroverse um Acrylamid

Ein Punkt, der in der öffentlichen Diskussion immer wieder auftaucht, ist das Thema Acrylamid. Acrylamid ist eine chemische Verbindung, die beim Erhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln entstehen kann. Da bei der Herstellung von Lakritze Stärke verwendet und die Masse erhitzt wird, kann auch hier Acrylamid entstehen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Acrylamid als potenziell krebserregend eingestuft. Hersteller sind daher angehalten, die Acrylamid-Gehalte in ihren Produkten so gering wie möglich zu halten.

Gegenargument: Es ist wichtig zu betonen, dass die Acrylamid-Gehalte in Lakritze in der Regel relativ niedrig sind und kein akutes Gesundheitsrisiko darstellen, solange man sie in Maßen genießt. Viele andere Lebensmittel, wie z.B. Pommes frites oder Kaffee, enthalten ebenfalls Acrylamid. Es geht also darum, die Aufnahme von Acrylamid insgesamt zu reduzieren, nicht nur den Konsum von Lakritze zu verteufeln.

Verschiedene Sorten: Eine Welt voller Geschmack

Lakritze ist nicht gleich Lakritze. Es gibt unzählige Sorten, die sich in Geschmack, Konsistenz und Inhaltsstoffen unterscheiden. Hier eine kleine Auswahl:

Alles über holländische Lakritz
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* Süße Lakritze: Enthält viel Zucker und ist daher besonders süß. * Salzige Lakritze: Enthält Salmiak und hat einen salzigen, leicht scharfen Geschmack. * Harte Lakritze: Ist sehr fest und zäh. * Weiche Lakritze: Ist weicher und leichter zu kauen. * Katjes-Lakritze: Oft fruchtige Varianten, die weniger traditionell sind. * Lakritzschnecken: Eine beliebte Form, bei der die Lakritze zu einer Spirale aufgerollt ist. * Lakritzstangen: Lange, dünne Stangen aus Lakritze. * Lakritzbuchstaben: Lakritze in Form von Buchstaben. * Medizinische Lakritze: Enthält einen höheren Anteil an Glycyrrhizin und wird traditionell zur Behandlung von Magenbeschwerden eingesetzt.

Ein kleiner Exkurs: In den Niederlanden gibt es eine riesige Auswahl an Lakritzsorten, die oft unter dem Namen "Drop" verkauft werden. Die Niederländer sind wahre Lakritz-Liebhaber und haben für jeden Geschmack etwas zu bieten.

Alternative Ansichten und Mythen

Rund um Lakritze ranken sich auch einige Mythen und alternative Ansichten. So wird beispielsweise behauptet, dass Lakritze potenzsteigernd wirken soll. Hierfür gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Beweise.

Ein weiterer Mythos ist, dass Lakritze bei der Raucherentwöhnung helfen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass das Lutschen von Lakritze das Verlangen nach Zigaretten reduzieren kann, aber dies ist kein Allheilmittel.

Es ist wichtig, solche Behauptungen kritisch zu hinterfragen und sich auf wissenschaftlich fundierte Informationen zu verlassen. Lakritze kann zwar in Maßen genossen werden und hat auch gewisse gesundheitliche Vorteile, aber sie ist kein Wundermittel.

Lakritze heute: Trends und Innovationen

Auch in der Welt der Lakritze gibt es Trends und Innovationen. So gibt es beispielsweise immer mehr Hersteller, die auf Bio-Lakritze setzen, bei der die Süßholzwurzel und andere Zutaten aus ökologischem Anbau stammen.

Woraus besteht Lakritz? - Zutaten und Herstellung im Überblick
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Auch im Bereich der Aromen gibt es neue Entwicklungen. So gibt es beispielsweise Lakritze mit Chili, Kaffee oder sogar Gin-Geschmack. Die Hersteller sind kreativ und versuchen, neue Zielgruppen zu erschließen.

Ein weiterer Trend ist die personalisierte Lakritze. Einige Hersteller bieten die Möglichkeit, Lakritze nach den eigenen Vorlieben zusammenzustellen, z.B. mit bestimmten Aromen oder in einer bestimmten Form.

Zusammenfassend: Was macht Lakritze aus?

Lakritze ist mehr als nur eine Süßigkeit. Sie ist ein Produkt mit einer langen Tradition, das aus der Süßholzwurzel gewonnen wird und mit verschiedenen Zutaten zu einer vielfältigen Geschmackswelt verarbeitet wird. Sie kann gesundheitliche Vorteile haben, birgt aber auch Risiken bei übermäßigem Konsum.

Die Herstellung von Lakritze ist ein komplexer Prozess, der von der Auswahl der Rohstoffe bis zur Formgebung und Verpackung viele Schritte umfasst. Auch in Zukunft wird es spannend bleiben, die Entwicklungen und Innovationen in der Welt der Lakritze zu verfolgen. Es bleibt eine polarisierende Süßigkeit, die entweder geliebt oder gehasst wird, aber in jedem Fall eine Geschichte zu erzählen hat.

Was ist Ihre persönliche Beziehung zu Lakritze? Haben Sie eine Lieblingssorte oder verbinden Sie bestimmte Erinnerungen mit dieser besonderen Süßigkeit? Und sind Sie nun, nach diesem Einblick in die Herstellung, vielleicht ein wenig neugieriger geworden, einmal eine neue Lakritzsorte auszuprobieren?

Wie wird lakritz hergestellt? Wie viel Lakritze darf man essen? - PTAheute

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