Atkinson Shiffrin Memory Model
Okay, mal ehrlich. Wer von uns hat sich nicht schon mal gefragt: Wo hab ich nur meine Schlüssel hingelegt? Oder wie war noch mal der Name von diesem einen Schauspieler? Unser Gedächtnis ist schon ein komisches Ding. Und es gibt Leute, die sich echt Gedanken darüber gemacht haben, wie das alles funktioniert.
Einer dieser Gedächtnis-Gurus war das Duo Atkinson und Shiffrin. Die beiden haben sich in den 60ern hingesetzt und gesagt: "Wir brauchen ein Modell! Ein Modell für die Erinnerung!" Und heraus kam das... äh... Atkinson-Shiffrin-Modell. Klinkt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.
Der Eingang: Sensorisches Gedächtnis
Stellt euch vor, ihr steht auf der Straße. Autos fahren vorbei, Vögel zwitschern, jemand schreit. All diese Sinneseindrücke – das sensorische Gedächtnis fängt sie auf. Es ist wie ein riesiger, kurzlebiger Puffer. Blinzelt einmal – und schwupps, ist der Großteil schon wieder weg! Es speichert alles, aber nur für Sekundenbruchteile. Irgendwie unfair, oder?
Must Read
Unpopuläre Meinung: Das sensorische Gedächtnis ist wie der Spam-Ordner unseres Gehirns. Viel Müll, aber manchmal ist was Wichtiges dabei.
Der Zwischenstopp: Kurzzeitgedächtnis
Wenn etwas unsere Aufmerksamkeit erregt, dann wandert es ins Kurzzeitgedächtnis. Auch Arbeitsgedächtnis genannt. Hier findet die eigentliche Party statt! Wir denken darüber nach, wiederholen es im Kopf, manipulieren die Information. Aber auch hier gilt: Die Party ist schnell vorbei. Stell dir vor, du merkst dir eine Telefonnummer. Kurz wählst du sie, danach ist sie vergessen. Platz ist auch nicht viel. Sagt man so +/- 7 Informationseinheiten. Mehr geht kaum.

Ich finde ja, das Kurzzeitgedächtnis ist wie ein überfüllter Schreibtisch. Man weiß, wo alles ungefähr liegt, aber findet trotzdem nie das, was man wirklich sucht.
"Kann man Information von dem Kurzzeitgedächtnis in das Langzeitgedächtnis speichern?" - Ja! Mit Wiederholung, oder 'rehearsal'.

Das Endziel: Langzeitgedächtnis
Wenn etwas wirklich wichtig ist (oder wir es oft genug wiederholen), dann schafft es die Information ins Langzeitgedächtnis. Hier ist Platz für alles! Erinnerungen an die Kindheit, Fakten, die wir in der Schule gelernt haben (naja, zumindest einige...), und natürlich die Namen all unserer Lieblings-Promis. Und das Beste: Die Informationen bleiben (hoffentlich!) lange erhalten.
Das Langzeitgedächtnis ist für mich wie eine riesige, unaufgeräumte Bibliothek. Alles ist irgendwie da, aber die Suche nach einem bestimmten Buch kann dauern. Oder, noch schlimmer, man findet das Buch, aber es hat den falschen Titel!

Unpopuläre Meinung: Das Langzeitgedächtnis ist eigentlich nur eine riesige Sammlung von Halbwahrheiten und Anekdoten, die wir uns schön geredet haben.
Kritik? Aber hallo!
Klar, das Atkinson-Shiffrin-Modell ist schon etwas älter. Und natürlich gibt es Kritik. Einige sagen, es ist zu simpel. Andere meinen, es erklärt nicht, warum manche Informationen leichter ins Langzeitgedächtnis wandern als andere. Und wieder andere (mich eingeschlossen!) finden, dass es einfach nicht genug berücksichtigt, wie unser Gehirn wirklich funktioniert.

Zum Beispiel, dass das Kurzzeitgedächtnis viel komplexer ist als nur ein einfacher Puffer. Oder dass es verschiedene Arten des Langzeitgedächtnisses gibt (erinnern wir uns daran, wie man Fahrrad fährt, und die Hauptstadt von Australien). Die Wissenschaftler haben Baddeley und Hitch das Arbeitsgedächtnismodell entwickelt, als eine Erweiterung des Atkinson-Shiffrin Modells. Es ist wie ein modernerer, besser ausgestatteter Schreibtisch.
Aber hey, kein Modell ist perfekt. Und das Atkinson-Shiffrin-Modell ist immer noch ein guter Ausgangspunkt, um über unser Gedächtnis nachzudenken. Es ist wie eine Landkarte. Sie ist vielleicht nicht ganz genau, aber sie hilft uns trotzdem, uns zu orientieren. Und vielleicht hilft sie uns ja auch, unsere Schlüssel wiederzufinden. Oder den Namen dieses einen Schauspielers... du weißt schon, der... der...
Vielleicht ist es auch einfach an der Zeit, sich ein besseres Gedächtnis-Modell zu wünschen. Eins, das mit uns allen mitleidet, wenn wir wieder mal was vergessen haben.
