An Inspector Calls Plot Summary

Stell dir vor, du sitzt gemütlich beim Abendessen. Die Familie Birling, reiche Fabrikanten, feiert die Verlobung ihrer Tochter Sheila mit Gerald Croft, einem noch reicheren Erben. Sekt fließt, Witze werden gerissen, alles ist Friede, Freude, Eierkuchen. Plötzlich: Klingeling! An der Tür steht ein Mann im Trenchcoat, Inspektor Goole, und er hat schlechte Nachrichten.
Er kündigt nicht etwa an, dass das Essen kalt wird, sondern dass eine junge Frau namens Eva Smith sich das Leben genommen hat. Und, Überraschung!, jeder einzelne am Tisch hat auf die ein oder andere Weise zu ihrem tragischen Ende beigetragen. Das ist der Startschuss für ein Dinner, das garantiert in keiner Hochglanzzeitschrift erscheinen wird.
Das Verhör beginnt
Inspektor Goole ist kein typischer Polizist, der akribisch Beweise sammelt. Er ist mehr wie ein moralischer Spiegel, der jedem die hässliche Fratze der eigenen Taten vorhält. Und die Birlings, die sich so gerne in ihrem Reichtum sonnen, beginnen zu schwitzen.
Must Read
Papa Birling, der Patriarch, hat Eva Smith gefeuert, weil sie und ihre Kolleginnen eine Lohnerhöhung gefordert haben. "Sozialistische Fantastereien!" würde er wohl dazu sagen. Sheila, die verwöhnte Tochter, hat sie aus Eifersucht aus einem Job im Warenhaus geworfen. "Sie hat mir das Kleid so gut gestanden!" kann man sich sie schnippisch sagen hören.
Gerald, der smarte Verlobte, hatte eine Affäre mit Eva – oder eher mit "Daisy Renton", wie sie sich damals nannte. Er hat sie gerettet, ihr ein Obdach gegeben, sich dann aber gelangweilt und sie fallen gelassen. Typisch reicher Schnösel, oder?
Mutter Birling, die Wohltäterin von der Charity-Organisation, hat Eva, die schwanger und verzweifelt um Hilfe bat, eiskalt abgewiesen. "Sie ist nicht würdig!" hallt es fast spöttisch. Und Eric, der Sohn, der Alkoholiker und Hallodri, hat Eva geschwängert und ihr dann das Leben noch schwerer gemacht. Eine echte Bilderbuchfamilie, oder?
Wer ist dieser Inspektor überhaupt?
Das Spannende ist: Inspektor Goole scheint mehr zu wissen, als er eigentlich wissen dürfte. Er enthüllt die Verstrickungen der Birlings mit einer fast unheimlichen Präzision. Er ist der ultimative Spielverderber, der die heile Fassade der Familie zum Einsturz bringt. Man könnte ihn fast sympathisch finden, wenn da nicht diese bohrende Frage wäre: Wer ist dieser Mann eigentlich?
Je mehr die Birlings versuchen, sich aus der Affäre zu ziehen, desto tiefer geraten sie in den Schlamassel. Sie streiten sich, beschuldigen sich gegenseitig, versuchen, die Schuld auf andere abzuwälzen. Es ist ein Lehrstück über Verantwortung, Arroganz und die verheerenden Folgen von Egoismus.

Der Clou kommt am Ende. Nachdem Inspektor Goole gegangen ist, stellt sich heraus, dass es keinen Inspektor mit diesem Namen gibt. Und noch schlimmer: Es gibt auch keine Eva Smith, die sich kürzlich umgebracht hat (oder vielleicht doch?). War alles nur ein Schwindel? Eine große Inszenierung?
"We are members of one body. We are responsible for each other." - Inspector Goole
Die jungen Birlings, Sheila und Eric, sind erschüttert. Sie haben etwas gelernt, eine Lektion, die sie nie vergessen werden. Die älteren Birlings, Arthur und Sybil, sind erleichtert. Hauptsache, ihr Ruf ist nicht ruiniert. "Alles nur ein dummer Streich!", scheinen sie zu denken.

Aber dann klingelt das Telefon. Und die Nachricht ist eindeutig: Eine junge Frau hat sich umgebracht. Ein Inspektor ist auf dem Weg, um zu ermitteln. War alles nur eine Generalprobe? Eine Warnung?
An Inspector Calls ist mehr als nur ein Krimi. Es ist ein Psychothriller, ein moralisches Drama und eine bitterböse Satire auf die britische Oberschicht. Es ist ein Stück, das zum Nachdenken anregt und uns fragt: Was hätten wir getan? Und: Sind wir wirklich so unschuldig, wie wir glauben?
Also, das nächste Mal, wenn es an deiner Tür klingelt, denk daran: Es könnte mehr als nur der Postbote sein. Es könnte Inspektor Goole sein, der kommt, um dich zur Rechenschaft zu ziehen.
