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Altes Reich Am Roten Meer


Altes Reich Am Roten Meer

Stell dir vor, du sitzt im Café, bestellst 'nen doppelten Espresso (weil, wer braucht schon Schlaf?), und ich erzähl dir von einer echt verrückten Geschichte. Eine Geschichte, die so absurd ist, dass du dich fragst, ob ich vielleicht doch den dreifachen Espresso bestellt hab.

Es geht um… das Alte Reich am Roten Meer! Ja, du hast richtig gehört. Klingt erstmal wie 'ne Szene aus 'Indiana Jones', oder? Aber nein, es ist echt passiert (oder zumindest versucht zu passieren).

Also, zurück in die Zeit. Genauer gesagt, ins Jahr 1857. Die Deutschen, damals noch in viele kleine Königreiche und Herzogtümer zersplittert, hatten gerade nicht die größten Kolonialambitionen. Aber immer gibt es einen, der aus der Reihe tanzt.

Und dieser eine war Paul Christian Hennings, ein preußischer Abenteurer und – haltet euch fest – Agent! Agent wovon? Tja, das ist die Frage. Er selbst nannte es "im Dienste der Wissenschaft", andere nannten es... naja, sagen wir mal "leicht größenwahnsinnig".

Hennings hatte 'nen Plan. Einen Plan, der so simpel wie verrückt war: Er wollte eine deutsche Kolonie am Roten Meer gründen! Warum? Gute Frage! Wahrscheinlich, weil er dachte, es wäre 'ne dufte Idee. Oder vielleicht, weil ihm in Berlin einfach zu langweilig war. Wer weiß?

Altes Reich (Ägypten)
Altes Reich (Ägypten)

Sein Ziel: die Farasan-Inseln vor der Küste des heutigen Saudi-Arabien. Diese Inseln waren damals Niemandsland, was Hennings' Augen zum Leuchten brachte. "Unbebaut! Rohstoffe! Platz für deutsche Tugend und Ordnung!" (Oder so ähnlich, ich hab's nicht wortwörtlich aus seinen Memoiren). Aber hey, deutsche Tugend am Roten Meer? Das hat schon was!

Okay, jetzt kommt der Clou. Hennings brauchte Geld. Und wie bekommt man Geld? Man erzählt 'ne gute Geschichte! Er reiste durch Deutschland und hielt flammende Reden über die unendlichen Möglichkeiten des Roten Meeres. Er malte das Paradies in den schillerndsten Farben. Palmen, Kamele, unendliche Reichtümer! (Okay, vielleicht hat er ein bisschen übertrieben).

Die Sache mit den Kamelen...

Und tatsächlich! Er fand Investoren! Reiche Kaufleute, die von Gold und Gewürzen träumten. Und was machten sie mit dem Geld? Sie kauften… Kamele! Viele Kamele! (Ich weiß, klingt erstmal doof. Aber Kamele sind halt wichtig in der Wüste. Auch wenn man eigentlich kein Wüstenklima auf Farasan erwartet hatte).

Moses rotes meer -Fotos und -Bildmaterial in hoher Auflösung – Alamy
Moses rotes meer -Fotos und -Bildmaterial in hoher Auflösung – Alamy

So segelten sie los, Hennings an der Spitze, mit einer Armada von Kamelen und einer gehörigen Portion Naivität. Stell dir das mal vor: Ein Haufen deutscher Auswanderer, die in ihren besten Sonntagsanzügen auf Kamelen durch die Wüste reiten! Das ist doch Stoff für 'ne Sitcom!

Leider… lief nicht alles nach Plan. (Überraschung!). Die Farasan-Inseln waren nicht das tropische Paradies, das Hennings versprochen hatte. Eher karg und staubig. Und die Einheimischen, die sich bisher mit Fischfang und Perlensuche beschäftigten, waren nicht sonderlich begeistert von der Idee, sich von Preußen belehren zu lassen.

Karte-aegypten
Karte-aegypten

Das Schlimmste aber: Hennings hatte vergessen, die Inseln zu annektieren! Einfach so! Er hatte so viel Zeit mit Kamelen und Reden gehalten, dass er den wichtigsten Schritt völlig verpeilt hatte. Typisch!

Natürlich kam es, wie es kommen musste. Das Osmanische Reich, dem die Inseln eigentlich gehörten (aber die sich bis dahin nicht wirklich dafür interessiert hatten), sagte: "Ähm, hallo? Was macht ihr da eigentlich?" Und machte der ganzen Nummer ein schnelles Ende. Die Deutschen wurden freundlich aber bestimmt wieder nach Hause geschickt. Ohne Kolonie, aber mit einer Menge Kamelmist im Gepäck.

Das "Alte Reich am Roten Meer" war Geschichte. Ein kurzes, komisches Kapitel in der deutschen Geschichte. Ein Beweis dafür, dass man auch mit viel Enthusiasmus und ein paar Kamelen nicht unbedingt ein Weltreich gründen kann.

Rotes Meer
Rotes Meer

Die Moral von der Geschicht'...

Und was lernen wir daraus? Erstens: Plane deine Kolonien sorgfältig. Und zweitens: Verlass dich niemals auf einen Preußen mit Kamelen. (Nein, Spaß! Nicht alle Preußen mit Kamelen sind so… sagen wir mal… kreativ).

Aber mal ehrlich, die Geschichte ist doch einfach zu gut, um wahr zu sein, oder? Ein bisschen Größenwahn, eine Prise Abenteuerlust und eine ordentliche Portion Kamel. Das ist doch das perfekte Rezept für 'nen guten Kaffeehaus-Plausch.

Also, was sagst du? Noch ein Espresso?

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