Abschlussprüfung Teil 2 Industriemechaniker Winter 2019 20 Theorie

Die Abschlussprüfung Teil 2 für Industriemechaniker im Winter 2019/20 umfasste neben dem praktischen Teil auch einen umfassenden theoretischen Abschnitt. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte des theoretischen Teils dieser Prüfung, um angehenden Industriemechanikern ein besseres Verständnis der relevanten Inhalte und potenziellen Schwerpunkte zu vermitteln.
Grundlagen der Fertigungstechnik
Ein wesentlicher Bestandteil der theoretischen Prüfung ist das Verständnis der Fertigungstechnik. Dies beinhaltet Kenntnisse über verschiedene Fertigungsverfahren wie Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen und Erodieren. Es ist wichtig, die jeweiligen Vor- und Nachteile, Anwendungsbereiche und Bearbeitungsparameter der einzelnen Verfahren zu kennen.
Drehen: Hierbei sind Themen wie die Auswahl der Schneidstoffe, die Berechnung von Schnittgeschwindigkeiten und Vorschüben sowie die Kenntnis verschiedener Drehverfahren (Längsdrehen, Plandrehen, Gewindedrehen) von Bedeutung.
Must Read
Fräsen: Analog zum Drehen ist das Verständnis der Fräsprozesse, der Fräsergeometrien, der Kühlschmierstoffe und der verschiedenen Fräsverfahren (Umfangsfräsen, Stirnfräsen) entscheidend.
Bohren: Die Kenntnis verschiedener Bohrwerkzeuge, die Berechnung der Bohrparameter und das Wissen um die Entstehung von Spänen sind wichtige Aspekte.
Schleifen: Hierbei geht es um das Verständnis der Schleifmittel, der Schleifscheiben, der Kühlschmierstoffe und der verschiedenen Schleifverfahren (Rundschleifen, Planschleifen).

Erodieren: Die Funktionsweise der verschiedenen Erodiermethoden (Senkerodieren, Drahterodieren) sowie die Kenntnis der Elektrodenmaterialien und der Dielektrika sind prüfungsrelevant.
Werkstoffkunde
Ein fundiertes Wissen über Werkstoffe ist unerlässlich. Industriemechaniker müssen in der Lage sein, verschiedene Werkstoffe anhand ihrer Eigenschaften zu identifizieren und für den jeweiligen Anwendungsfall auszuwählen. Dies umfasst Kenntnisse über Stahl, Aluminium, Kunststoffe und weitere technische Werkstoffe.
Zu den wichtigen Aspekten gehören:

- Eigenschaften von Werkstoffen: Festigkeit, Härte, Zähigkeit, Elastizität, Korrosionsbeständigkeit, Wärmeleitfähigkeit.
- Werkstoffprüfung: Verfahren zur Bestimmung der Werkstoffeigenschaften (Zugversuch, Härteprüfung, Kerbschlagbiegeversuch).
- Wärmebehandlung: Verfahren zur Veränderung der Werkstoffeigenschaften (Härten, Anlassen, Glühen).
- Legierungen: Zusammensetzung und Eigenschaften verschiedener Legierungen (z.B. Baustähle, Edelstähle, Aluminiumlegierungen).
Technische Zeichnungen und Dokumentation
Das Lesen und Verstehen von technischen Zeichnungen ist eine Kernkompetenz. Industriemechaniker müssen in der Lage sein, Bauteile anhand von Zeichnungen zu fertigen, zu montieren und zu prüfen. Dies erfordert Kenntnisse über Normen, Symbole, Toleranzen und Passungen.
Wichtige Punkte sind:
- Normen: ISO-Normen, DIN-Normen.
- Symbole: Schweißsymbole, Oberflächensymbole, Toleranzsymbole.
- Toleranzen und Passungen: Passungssysteme, Toleranzfelder, Spielpassungen, Übergangspassungen, Presspassungen.
- Dokumentation: Erstellung von Fertigungsunterlagen, Prüfprotokollen, Wartungsberichten.
Steuerungstechnik und Pneumatik
Grundkenntnisse in der Steuerungstechnik und Pneumatik sind ebenfalls relevant. Industriemechaniker müssen in der Lage sein, einfache Steuerungen zu verstehen und zu warten. Dies umfasst Kenntnisse über pneumatische Schaltungen, elektrische Bauelemente und grundlegende SPS-Programmierung.

Themenbereiche:
- Pneumatik: Aufbau und Funktion pneumatischer Bauelemente (Zylinder, Ventile, Motoren), Erstellung und Interpretation pneumatischer Schaltpläne.
- Elektrotechnik: Grundlagen der Elektrotechnik (Strom, Spannung, Widerstand), elektrische Bauelemente (Schalter, Relais, Sensoren).
- SPS-Programmierung: Grundlagen der SPS-Programmierung nach DIN EN 61131-3 (Kontaktplan, Funktionsbausteinsprache).
Qualitätssicherung
Qualitätssicherung ist ein wichtiger Aspekt in der modernen Fertigung. Industriemechaniker müssen in der Lage sein, Qualitätsmerkmale zu prüfen und Fehler zu erkennen. Dies umfasst Kenntnisse über verschiedene Prüfverfahren, Messmittel und statistische Prozesskontrolle.
Relevante Inhalte sind:

- Prüfverfahren: Visuelle Prüfung, Maßprüfung, Härteprüfung, Oberflächenprüfung.
- Messmittel: Messschieber, Mikrometer, Messuhren, Koordinatenmessmaschinen.
- Statistische Prozesskontrolle (SPC): Grundlagen der SPC, Erstellung von Regelkarten, Prozessfähigkeit.
Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind integrale Bestandteile der Ausbildung zum Industriemechaniker. Es ist unerlässlich, die geltenden Sicherheitsvorschriften und Umweltrichtlinien zu kennen und einzuhalten. Dies umfasst Kenntnisse über persönliche Schutzausrüstung, Gefahrstoffe und Abfallentsorgung.
Wichtige Punkte sind:
- Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Schutzbrille, Gehörschutz, Sicherheitsschuhe, Handschuhe.
- Gefahrstoffe: Kennzeichnung, Lagerung und Handhabung von Gefahrstoffen.
- Abfallentsorgung: Trennung und Entsorgung von Abfällen.
- Erste Hilfe: Maßnahmen bei Unfällen und Verletzungen.
Fazit
Die theoretische Abschlussprüfung Teil 2 für Industriemechaniker im Winter 2019/20 deckte ein breites Spektrum an Themen ab. Eine gründliche Vorbereitung, die alle genannten Bereiche einschließt, ist entscheidend für den Erfolg. Es empfiehlt sich, alte Prüfungsaufgaben zu bearbeiten und sich mit den relevanten Normen und Vorschriften vertraut zu machen. Eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Bestehen der Prüfung. Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um Ihre Kenntnisse zu vertiefen und eventuelle Wissenslücken zu schließen. Viel Erfolg bei der Prüfung!
