Zeige Es Mir Und Ich Werde Es Vergessen

Ich habe da eine kleine, vielleicht etwas unpopuläre, Meinung. Und die hat was mit Lernen zu tun. Und mit Vergessen. Und mit dem berühmten Satz: "Zeige es mir, und ich werde es vergessen."
Kennt ihr das? Jemand erklärt euch etwas. Mit Händen und Füßen. Vielleicht sogar mit einer Powerpoint-Präsentation. (Oh Gott, PowerPoint!) Alles super durchdacht. Logisch aufgebaut. Und fünf Minuten später? Pustekuchen. Nichts mehr da. Weg. Im Datennirvana des Gehirns verschwunden.
Ich behaupte ja: Das ist normal! Wir sind nicht blöd. Wir sind einfach nur... Menschen. Unser Gehirn ist kein Festplattenrekorder. Es ist eher wie ein Sieb. Vieles rieselt durch. Nur das bleibt hängen, was wirklich wichtig ist. Oder was lustig war. (Apropos lustig: Kennt ihr schon den Witz über...? Ach, egal.)
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Warum erkläre ich euch das alles? Weil ich glaube, dass dieser Satz, dieses "Zeige es mir, und ich werde es vergessen", total unterschätzt wird. Alle reden immer davon, wie wichtig es ist, Dinge zu erklären. Und zu zeigen. Und mit Grafiken zu untermauern. Aber was, wenn das alles gar nicht so viel bringt?
Vielleicht ist das Problem ja gar nicht das "Zeigen". Vielleicht ist das Problem, dass wir nicht genug "Machen"!

Stellt euch vor: Ihr wollt kochen lernen. Super Idee! Jemand zeigt euch ein tolles Rezept für Spaghetti Carbonara. Er erklärt jeden Schritt. Er zeigt euch, wie man die Eier trennt. Wie man den Speck anbrät. Wie man die Pasta al dente kocht. Alles klar? Super! Und dann? Steht ihr in der Küche. Und wisst plötzlich gar nichts mehr.
Warum? Weil ihr es eben nur gesehen habt! Ihr habt es nicht gemacht! Ihr habt die Eier nicht selbst getrennt. Ihr habt den Speck nicht selbst angebraten. Ihr habt die Pasta nicht selbst probiert, um festzustellen, wann sie perfekt ist.

Ich plädiere also für mehr "Selbermachen"! Für mehr Ausprobieren! Für mehr Scheitern! Ja, richtig gelesen: Scheitern! Denn aus Fehlern lernt man. Viel mehr als aus perfekten Erklärungen.
Und wenn wir schon beim Thema sind: Was ist mit dem berühmten Zitat: "Sage es mir, und ich werde es vergessen; zeige es mir, und ich werde mich erinnern; lass es mich tun, und ich werde es verstehen"? Klingt schlau, oder? Stimmt aber nur halb. Denn oft verstehen wir etwas erst, wenn wir es komplett vermasseln. Wenn wir uns so richtig in die Nesseln gesetzt haben.

Ich erinnere mich da an einen Versuch, ein IKEA Regal aufzubauen. Mit Anleitung! Ich habe es gesehen. Ich habe die Anleitung studiert. Und trotzdem... ein einziges Desaster. Aber hey, ich habe gelernt! Und zwar, dass man manchmal die Schrauben doch andersherum reindrehen muss, als in der Anleitung steht. (Bitte sag mir, dass das nicht nur mir passiert ist!)
Also, was lernen wir daraus? Vielleicht sollten wir weniger Zeit damit verbringen, Dinge zu erklären und zu zeigen. Und mehr Zeit damit, Dinge einfach zu tun. Und auch mal Fehler zu machen. Denn am Ende ist das, was wir selbst erlebt haben, das, was wirklich hängen bleibt.

Und wenn wir etwas vergessen? Na und! Dann probieren wir es einfach noch mal. Irgendwann klappt es schon. Und wenn nicht? Dann haben wir zumindest eine gute Geschichte zu erzählen. Und vielleicht sogar einen neuen Witz. (Apropos Witze...) Ach, lassen wir das lieber.
Ich sage ja nur: "Zeige es mir, und ich werde es vergessen." Stimmt. Aber "Lass es mich machen, und ich werde... irgendwann vielleicht, hoffentlich, ein bisschen besser darin sein!"
Und jetzt entschuldigt mich. Ich muss noch ein IKEA Regal aufbauen. Oder zumindest versuchen...
