Wie Sieht Eine Prellung Aus

Hast du dich jemals gestoßen und später einen unschönen, bunten Fleck auf deiner Haut entdeckt? Das ist höchstwahrscheinlich eine Prellung, auch bekannt als Bluterguss oder Hämatom. Aber wie genau sieht eine Prellung aus und was passiert da eigentlich unter deiner Haut? Dieser Artikel erklärt dir alles, was du über Prellungen wissen musst – verständlich und mit praktischen Tipps!
Was ist eine Prellung überhaupt?
Stell dir vor, du spielst Fußball und wirst von einem Ball getroffen oder du stößt dich unglücklich an der Tischkante. Solche Ereignisse können dazu führen, dass kleine Blutgefäße unter deiner Haut, die sogenannten Kapillaren, platzen. Das Blut tritt dann ins umliegende Gewebe aus und verursacht die typische Verfärbung, die wir als Prellung kennen.
Kurz gesagt: Eine Prellung ist eine Ansammlung von Blut unter der Haut, die durch eine Verletzung der Blutgefäße verursacht wird.
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Wie sieht eine Prellung aus? Die verschiedenen Phasen der Verfärbung
Das Aussehen einer Prellung ist nicht immer gleich. Tatsächlich durchläuft sie verschiedene Phasen der Verfärbung, die uns viel über den Heilungsprozess verraten.
1. Tag: Rot oder Bläulich-Rot
Direkt nach der Verletzung ist die Prellung meist rot oder bläulich-rot. Das ist das frische Blut, das aus den geplatzten Kapillaren ins Gewebe austritt. Die Stelle kann auch geschwollen und schmerzhaft sein.
Warum ist das so? Das Blut enthält Hämoglobin, ein Protein, das Sauerstoff transportiert. Hämoglobin ist in dieser Phase noch sauerstoffreich und daher rot.
2.-3. Tag: Blau oder Violett
Nach ein paar Tagen beginnt sich die Prellung blau oder violett zu verfärben. Das liegt daran, dass das Hämoglobin abgebaut wird und sich seine chemische Struktur verändert. Es verliert Sauerstoff und wird dunkler.
Gut zu wissen: Die Größe der Prellung kann in den ersten Tagen auch noch zunehmen, da weiterhin Blut ins Gewebe austritt.
4.-7. Tag: Grünlich
In der nächsten Phase wird die Prellung oft grünlich. Diese Verfärbung entsteht durch die Umwandlung von Hämoglobin in Biliverdin, einen grünen Gallenfarbstoff. Keine Sorge, das ist ein Zeichen, dass der Heilungsprozess in vollem Gange ist!

Keine Panik! Grün ist ein gutes Zeichen, dass dein Körper die Abbauprodukte des Blutes verarbeitet.
7.-14. Tag: Gelblich-Braun
Zum Schluss wird die Prellung meist gelblich-braun. Diese Farbe entsteht durch die weitere Umwandlung von Biliverdin in Bilirubin, einen weiteren Gallenfarbstoff. Langsam aber sicher verschwindet die Prellung.
Fast geschafft! Die gelbliche Verfärbung zeigt an, dass Bilirubin abgebaut und abtransportiert wird.
Wichtig: Die Farbe und die Dauer des Heilungsprozesses können von Person zu Person variieren.
Manche Menschen neigen eher zu Prellungen als andere. Faktoren wie das Alter, die Hautfarbe, die Ernährung und bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen. Auch die Schwere der Verletzung beeinflusst die Heilungsdauer.
Wo entstehen Prellungen am häufigsten?
Prellungen können grundsätzlich überall am Körper entstehen, wo es zu einer stumpfen Verletzung kommt. Besonders häufig sind jedoch folgende Bereiche betroffen:
- Beine: Vor allem Schienbeine und Oberschenkel sind anfällig für Prellungen, da sie oft beim Sport oder im Alltag an Gegenstände stoßen.
- Arme: Auch Arme können leicht Prellungen davontragen, zum Beispiel durch Stürze oder Stöße.
- Gesicht: Prellungen im Gesicht sind besonders auffällig und können durch Stürze, Schläge oder Operationen entstehen.
Wann solltest du zum Arzt gehen?
In den meisten Fällen sind Prellungen harmlos und heilen von selbst ab. Es gibt jedoch Situationen, in denen du einen Arzt aufsuchen solltest:

- Sehr große oder schmerzhafte Prellungen: Wenn die Prellung sehr großflächig ist oder starke Schmerzen verursacht, könnte eine schwerwiegendere Verletzung vorliegen.
- Prellungen ohne erkennbaren Grund: Wenn du plötzlich Prellungen bekommst, ohne dich gestoßen oder verletzt zu haben, solltest du das abklären lassen. Das könnte auf eine Blutgerinnungsstörung oder eine andere Erkrankung hindeuten.
- Prellungen in der Nähe von Gelenken: Prellungen in der Nähe von Gelenken können die Beweglichkeit einschränken und sollten von einem Arzt untersucht werden.
- Begleitende Symptome: Wenn zu der Prellung weitere Symptome wie Fieber, Schwindel oder Kopfschmerzen auftreten, solltest du ebenfalls einen Arzt aufsuchen.
Was kannst du tun, um die Heilung zu beschleunigen?
Auch wenn Prellungen meist von selbst heilen, gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um den Heilungsprozess zu unterstützen und die Schmerzen zu lindern:
1. Kühlen (direkt nach der Verletzung)
Lege direkt nach der Verletzung für 15-20 Minuten einen Eisbeutel oder eine Kühlkompresse auf die betroffene Stelle. Das Kühlen hilft, die Blutgefäße zu verengen und die Blutung zu reduzieren. Achte darauf, dass du die Kühlkompresse in ein Tuch wickelst, um Erfrierungen zu vermeiden.
Warum ist das wichtig? Kälte reduziert die Durchblutung und somit die Menge an Blut, die ins Gewebe austritt.
2. Hochlagern (in den ersten 24 Stunden)
Lagere den betroffenen Körperteil möglichst hoch, am besten über Herzhöhe. Das hilft, die Schwellung zu reduzieren und den Abtransport von Flüssigkeit zu fördern.
Denk dran: Wenn du dir zum Beispiel das Bein gestoßen hast, lege es beim Sitzen oder Liegen auf ein Kissen.
3. Schmerzmittel (bei Bedarf)
Bei Bedarf kannst du ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen einnehmen, um die Schmerzen zu lindern. Achte dabei auf die empfohlene Dosierung und lies die Packungsbeilage sorgfältig durch.

Wichtig: Bei starken Schmerzen solltest du immer einen Arzt aufsuchen.
4. Leichte Bewegung (nach den ersten Tagen)
Nach den ersten Tagen, wenn die Schwellung abgeklungen ist, kannst du mit leichten Bewegungen beginnen, um die Durchblutung zu fördern und die Heilung zu unterstützen. Vermeide jedoch übermäßige Belastung.
Sanfte Bewegung hilft! Achte darauf, dass es nicht schmerzt. Wenn es weh tut, pausiere und versuche es später erneut.
5. Wärme (nach einigen Tagen)
Nach ein paar Tagen kannst du auch Wärme anwenden, zum Beispiel in Form eines warmen Bades oder einer Wärmflasche. Wärme fördert die Durchblutung und kann helfen, die Muskeln zu entspannen.
Aber Achtung! Wärme sollte erst angewendet werden, wenn die akute Schwellung abgeklungen ist.
6. Arnika-Salbe
Arnika ist eine Heilpflanze, die entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften hat. Arnika-Salbe kann helfen, die Heilung von Prellungen zu beschleunigen und die Schmerzen zu lindern. Trage die Salbe mehrmals täglich auf die betroffene Stelle auf.

Frage in der Apotheke nach! Lass dich beraten, welche Arnika-Salbe für dich am besten geeignet ist.
Wie kann man Prellungen vorbeugen?
Ganz vermeiden lassen sich Prellungen im Alltag natürlich nicht immer. Es gibt aber ein paar Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um das Risiko zu minimieren:
- Trage beim Sport Schutzausrüstung: Beim Sport solltest du immer die passende Schutzausrüstung tragen, wie zum Beispiel Schienbeinschoner beim Fußball oder Handgelenkschützer beim Skateboarden.
- Achte auf Stolperfallen: Achte zu Hause und unterwegs auf Stolperfallen wie lose Teppiche oder herumliegende Gegenstände.
- Sorge für gute Beleuchtung: Sorge in deinem Zuhause für eine gute Beleuchtung, um Stürze zu vermeiden.
- Stärke deine Muskeln: Starke Muskeln können Stöße besser abfangen und das Risiko von Prellungen verringern.
Zusammenfassung: Prellungen verstehen und behandeln
Eine Prellung ist eine harmlose Verletzung, die in den meisten Fällen von selbst abheilt. Die typischen Verfärbungen entstehen durch das ausgetretene Blut unter der Haut und durchlaufen verschiedene Phasen. Kühlen, Hochlagern und Schmerzmittel können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu beschleunigen. Bei ungewöhnlich großen oder schmerzhaften Prellungen solltest du jedoch einen Arzt aufsuchen.
Denk daran: Dein Körper ist stark und heilt sich meist selbst! Mit den richtigen Maßnahmen kannst du den Heilungsprozess unterstützen und bald wieder fit sein.
Extra-Tipp: Ernährung für eine schnellere Heilung
Eine ausgewogene Ernährung kann ebenfalls zur schnelleren Heilung von Prellungen beitragen. Achte auf eine ausreichende Zufuhr von:
- Vitamin C: Vitamin C ist wichtig für die Kollagenbildung und stärkt die Blutgefäße. Gute Quellen sind Zitrusfrüchte, Paprika und Brokkoli.
- Vitamin K: Vitamin K ist wichtig für die Blutgerinnung. Gute Quellen sind grünes Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl.
- Zink: Zink ist wichtig für die Wundheilung. Gute Quellen sind Fleisch, Nüsse und Vollkornprodukte.
- Proteine: Proteine sind wichtig für die Gewebereparatur. Gute Quellen sind Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und Milchprodukte.
Eine gesunde Ernährung ist also nicht nur gut für dein allgemeines Wohlbefinden, sondern kann auch die Heilung von Verletzungen wie Prellungen unterstützen. Iss bunt und vielfältig, um deinem Körper alles zu geben, was er braucht!
