Wie Sieht Der Pluto Aus

Pluto, einst als der neunte Planet unseres Sonnensystems angesehen, ist nun ein Zwergplanet im Kuipergürtel, einer Region jenseits der Neptunbahn. Seine ferne Lage und geringe Größe machten die detaillierte Beobachtung lange Zeit schwierig. Doch dank der New Horizons Mission der NASA im Jahr 2015 haben wir nun ein viel besseres Verständnis davon, wie Pluto aussieht.
Oberflächenmerkmale und Zusammensetzung
Plutos Oberfläche ist äußerst vielfältig und weist eine erstaunliche Bandbreite an geologischen Merkmalen auf. Diese Vielfalt ist überraschend, da man von einem so kleinen und kalten Himmelskörper eigentlich eine relativ unbewegte und homogene Oberfläche erwarten würde. Die Farben reichen von hellem Weiß und Gelb über Orange und Rot bis hin zu dunkleren Brauntönen.
Die Zusammensetzung der Oberfläche ist hauptsächlich Eis, aber nicht nur Wassereis. Es gibt auch Stickstoff-, Methan- und Kohlenmonoxideis. Diese Eisarten sind bei den extrem tiefen Temperaturen auf Pluto fest, aber sie können verdampfen und resublimieren, wodurch eine dünne Atmosphäre entsteht und geologische Prozesse angetrieben werden.
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Ein herausragendes Merkmal ist Sputnik Planum, eine riesige, glatte Ebene aus Stickstoff-Eis. Sie ist etwa 1.000 Kilometer breit und liegt in einem Becken, das wahrscheinlich durch einen Einschlag entstanden ist. Das Stickstoff-Eis in Sputnik Planum ist erstaunlich jung, geologisch gesehen, und weist Anzeichen von Konvektion auf, was darauf hindeutet, dass das Eis langsam fließt und sich erneuert.
Neben Sputnik Planum gibt es auch Gebirge, die aus Wassereis bestehen. Wassereis ist bei den Temperaturen auf Pluto viel stabiler und widerstandsfähiger als Stickstoff-, Methan- oder Kohlenmonoxideis und bildet daher das Grundgestein für diese Berge. Einige dieser Berge ragen bis zu 3.500 Meter hoch auf.

Es gibt auch Krater auf Pluto, obwohl sie nicht so zahlreich sind wie auf vielen anderen Himmelskörpern im Sonnensystem. Dies deutet darauf hin, dass die Oberfläche geologisch aktiv ist und ältere Krater auslöschen kann.
Weitere bemerkenswerte Merkmale sind Canyons und Täler, die sich über die Oberfläche ziehen. Einige dieser Canyons sind hunderte Kilometer lang und mehrere Kilometer tief. Ihre Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt, aber sie könnten durch tektonische Aktivität oder durch den Rückzug von Eis verursacht worden sein.
Die Atmosphäre Plutos
Pluto besitzt eine dünne Atmosphäre, die hauptsächlich aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid besteht. Diese Atmosphäre entsteht durch die Verdampfung von Eis auf der Oberfläche, wenn Pluto der Sonne näher kommt. Wenn Pluto sich von der Sonne entfernt, gefriert die Atmosphäre wieder und fällt als Schnee auf die Oberfläche zurück.

Die Atmosphäre von Pluto ist nicht homogen. Es gibt Schichten und Dunstschleier, die sich in der Höhe verändern. Die New Horizons Mission entdeckte auch Beweise für Winde in der Atmosphäre Plutos.
Farben und Reflexionsvermögen
Die Farben auf Pluto sind zum Teil auf die chemischen Reaktionen von Methan und anderen organischen Molekülen auf der Oberfläche zurückzuführen, die durch die Einwirkung von Sonnenlicht und kosmischer Strahlung entstehen. Diese Reaktionen erzeugen komplexe organische Verbindungen, die als Tholine bezeichnet werden und die Oberfläche rötlich oder bräunlich färben können.

Das Reflexionsvermögen (Albedo) von Pluto variiert stark über die Oberfläche. Sputnik Planum ist relativ hell, während andere Gebiete dunkler sind. Diese Unterschiede im Reflexionsvermögen tragen zur Vielfalt des Erscheinungsbilds von Pluto bei.
Fazit
Dank der New Horizons Mission wissen wir nun, dass Pluto ein faszinierender und dynamischer Himmelskörper ist. Seine vielfältige Oberfläche, seine dünne Atmosphäre und seine komplexe Geologie machen ihn zu einem wichtigen Studienobjekt für Planetenforscher. Die Bilder und Daten, die von New Horizons gesammelt wurden, haben unser Verständnis von Pluto grundlegend verändert und uns gezeigt, dass selbst am Rande unseres Sonnensystems Überraschungen warten.
Pluto ist kein lebloser Eisbrocken, sondern eine Welt voller Aktivität und Vielfalt, die uns noch lange beschäftigen wird.
