Wie Schreibt Man Gang Und Gäbe

Okay, lasst uns mal über was reden, was mich seit Jahren kirre macht. "Gang und Gäbe." Ein Ausdruck, so deutsch, dass er fast schon nach Sauerkraut riecht. Aber mal ehrlich, wer benutzt das denn wirklich im Alltag?
Ich meine, klar, in Zeitungen liest man das ständig. "Es ist Gang und Gäbe, dass Politiker lügen." Oder "Korruption ist Gang und Gäbe in diesem Land." Danke für die deprimierende Feststellung, Der Spiegel! Aber habt ihr mal versucht, das im Gespräch mit Freunden einzubauen?
Stell dir vor: Du bist mit deinen Kumpels im Biergarten. "Ey, habt ihr gehört, dass der Chef jetzt schon wieder die Gehälter kürzen will?" Und du antwortest: "Ja, das ist ja mittlerweile Gang und Gäbe!"
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Die gucken dich an, als hättest du gerade einen Dreizack aus der Stirn wachsen lassen. Wahrscheinlich fragen sie dann: "Hä? Was zum Teufel redest du da?"
Und das ist genau mein Problem! "Gang und Gäbe" klingt so unglaublich gestelzt und altmodisch. Als hätte man es direkt aus einem verstaubten Wörterbuch aus dem 19. Jahrhundert geklaut. Kein Mensch, der bei Trost ist, würde das im echten Leben sagen.

Es gibt doch tausend bessere Alternativen! "Normal", "üblich", "Standard", "die Regel", "Business as usual" – alles viel natürlicher und verständlicher. Warum also krampfhaft an diesem "Gang und Gäbe" festhalten?
Ich habe so eine Theorie: "Gang und Gäbe" ist einfach nur eine Tarnung für Journalisten, die keine Lust haben, sich wirklich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Anstatt zu sagen: "Hey, das ist echt ein Problem, das schon lange existiert", schreiben sie einfach "Gang und Gäbe" und tun so, als hätten sie die Sache damit erledigt.

So ein bisschen wie Martin Luther, der seine Thesen an die Tür nagelt. Nur weniger rebellisch und mehr langweilig.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe die deutsche Sprache. Aber es gibt nun mal Wörter und Ausdrücke, die einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Und "Gang und Gäbe" gehört definitiv dazu. Es ist wie eine Oma, die versucht, auf TikTok zu tanzen. Nett gemeint, aber irgendwie cringe.
Ich weiß, das ist eine radikale Meinung. Aber ich stehe dazu. Ich weigere mich, "Gang und Gäbe" zu benutzen. Ich schwöre! Ich werde lieber zu einem Duden-Exorzisten gehen, als dieses Wort jemals wieder über meine Lippen zu bringen.
![gang und gäbe • Schreibweise und Verwendung · [mit Video]](https://d1g9li960vagp7.cloudfront.net/wp-content/uploads/2023/11/TN_Im-Laufe-des-Tages-1024x576.png)
Okay, vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ihr versteht, was ich meine, oder? "Gang und Gäbe" ist der Inbegriff von unnötig kompliziert und steif. Es ist wie ein Politiker, der versucht, Jugendsprache zu sprechen. Es wirkt einfach nicht authentisch.
Also, liebe Sprachpolizei, bitte verhaftet mich nicht. Ich bin nur ein einfacher Mensch, der sich wünscht, dass wir alle ein bisschen lockerer mit unserer Sprache umgehen. Und vielleicht, nur vielleicht, "Gang und Gäbe" endlich in Rente schicken können. Vielleicht zusammen mit Goethe auf einer einsamen Insel, wo sie sich gegenseitig Gedichte vortragen können. Ich würde es keinem verübeln.
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Denn mal ehrlich: Wer von uns hat schon mal jemanden getroffen, der im Club zu seinen Freunden sagt: „Wisst ihr was, dass die Preise hier so hoch sind, ist heutzutage leider Gang und Gäbe“? Eben. Niemand. Außer vielleicht Volker Pispers. Und der ist ja auch Kabarettist. Der darf das.
Lasst uns also "Gang und Gäbe" verbannen und stattdessen einfach sagen, was Sache ist. Klar, deutlich, ohne unnötige Umschweife. Die Welt ist schon kompliziert genug, da müssen wir die Sprache nicht auch noch unnötig verkomplizieren.
Und wenn ihr mich fragt, ob ich diese Meinung ernst meine? Ja, verdammt! Und das ist – oh Gott, ich kann es nicht sagen – Gang und Gäbe in meinem Leben! Nein, Spaß! Ich meine natürlich: Das ist ganz normal bei mir!
