Wie Schreibt Man Eine Fabel

Okay, Leute, mal ehrlich: Fabeln schreiben? Ist das nicht ein bisschen... gestern? Ich meine, wer braucht heute noch sprechende Tiere und Moralpredigten? Aber hey, vielleicht lieg ich ja falsch. Vielleicht ist es gerade die altmodische Art, die Fabeln so reizvoll macht.
Schritt 1: Tierische Probleme (oder menschliche, getarnt als tierische)
Das A und O einer guten Fabel ist natürlich, äh, das Tier. Oder die Tiere. Brauchen wir einen schlauen Fuchs? Eine faule Ameise? Oder vielleicht einen cholerischen Hamster, der die Weltherrschaft an sich reißen will? (Okay, das wäre eher ein Kinderbuch, aber die Grenze ist fließend!). Mein Tipp: Nimm Tiere, die Klischees bedienen. Der Wolf ist böse, das Lamm unschuldig. Spart Zeit, gell?
Die eigentliche Kunst ist, menschliche Probleme in Tier-Gewänder zu zwängen. Neid? Gier? Politikverdrossenheit? Alles prima Themen für deine nächste Fabel. Denk dir einfach aus, welches Tier diese Eigenschaft am besten verkörpert. Eine streitsüchtige Elster, die ständig mit ihrem Nachbarn, dem griesgrämigen Dachs, zankt? Bingo!
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Schritt 2: Der Plot – Kurz, Knackig, Katastrophal (fast)
Fabeln sind keine epischen Sagas. Denk eher an einen Witz mit Pointe. Anfang, Problem, Lösung (oder auch Nicht-Lösung, je nach Moral). Der Plot muss nicht Shakespeare sein. Er muss nur... funktionieren. Eine einfache Geschichte, die eine Botschaft transportiert.
Zum Beispiel: Ein stolzer Pfau prahlt ständig mit seinem Federkleid. Ein bescheidener Spatz erntet den ganzen Tag Beeren und wird glücklich satt. Ende. Die Moral von der Geschicht'? Sei zufrieden mit dem, was du hast! (Oder: Wer prahlt, verhungert. Such dir was aus!).

Schritt 3: Der Dialog – So reden Tiere wirklich (nicht)
Hier wird's knifflig. Tiere reden nicht. Außer in Fabeln. Und in Disney-Filmen. Aber wir schreiben ja keine Disney-Filme (oder?). Der Dialog sollte kurz und prägnant sein. Keine langen Monologe über die Sinnlosigkeit des Daseins. Einfach, klar und auf den Punkt. Denk an Sprichwörter. Die sind oft schon wie Mini-Fabeln.
Fuchs: "Was für ein schöner Käse, Krähe! Du singst bestimmt auch ganz wunderbar!" Krähe: (Öffnet den Schnabel, um zu singen. Käse fällt runter.) Fuchs: (Sammelt den Käse auf.) "Danke für das Frühstück!"
Schritt 4: Die Moral – Der erhobene Zeigefinger (oder ein Augenzwinkern)
Die Moral ist das Herzstück jeder Fabel. Sie ist die Botschaft, die du dem Leser (oder Zuhörer) mit auf den Weg geben willst. Sei ehrlich. Oder sei sarkastisch. Oder sei einfach nur verwirrend. Es ist deine Fabel, deine Moral!

Aber Achtung: Die Moral muss nicht immer offensichtlich sein. Manchmal ist es spannender, den Leser selbst darüber grübeln zu lassen. Ist die Geschichte vom Hasen und dem Igel wirklich eine Lektion in Bescheidenheit? Oder geht es vielleicht darum, dass Schummeln erlaubt ist, wenn man nur clever genug ist?
Äsop, der Meister der Fabel, hätte wahrscheinlich gesagt: "Die Moral von der Geschicht': Manchmal ist das Ziel wichtiger als die Mittel." Oder so ähnlich. Ich bin mir da nicht ganz sicher.

Schritt 5: Der Feinschliff – Und ab damit!
Überarbeite deine Fabel. Lass sie von Freunden lesen. Frag sie, ob sie gelacht haben. Wenn nicht, schreib sie nochmal. Oder lass es bleiben. Es gibt Schlimmeres, als keine Fabel geschrieben zu haben.
Und wenn du deine Fabel doch veröffentlichst, sei nicht enttäuscht, wenn sie nicht gleich zum Bestseller wird. Fabeln sind ein bisschen wie Retro-Mode. Irgendwann kommen sie wieder in. Vielleicht. Oder auch nicht. Aber hey, du hast es versucht! Und das ist doch schon mal was, oder? Oder ist das vielleicht schon wieder eine Moral? Ach, ich weiß auch nicht mehr. Vielleicht sollte ich lieber eine Fabel darüber schreiben…
Ich gebe zu, ich habe vielleicht ein wenig gespottet. Aber tief im Inneren finde ich Fabeln doch ganz charmant. Sie sind wie kleine, weise Omas, die uns mit einem Augenzwinkern die Welt erklären. Und wer kann das schon ablehnen?
