Wie Lange Braucht Ein Kaugummi Um Sich Zu Zersetzen

Hast du dich jemals gefragt, was mit Kaugummi passiert, nachdem du ihn ausgespuckt hast? Es ist eine Frage, die viele von uns sich stellen, aber die wenigsten wirklich beantworten. Wir alle kennen das Problem: Kaugummiflecken auf Gehwegen, unter Schuhsohlen, einfach überall. Aber wie lange dauert es eigentlich, bis sich so ein Kaugummi zersetzt und von selbst verschwindet? Und was können wir tun, um die Umweltbelastung zu reduzieren?
Die lange Reise der Zersetzung
Die kurze Antwort: Sehr lange. Deutlich länger als die paar Minuten, die wir ihn kauen. Die genaue Zeitspanne ist allerdings komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Man schätzt, dass ein Kaugummi zwischen fünf und sieben Jahre braucht, um vollständig zu zerfallen. Ja, du hast richtig gelesen: Jahre!
Was macht Kaugummi so hartnäckig?
Die Hauptursache für die langsame Zersetzung liegt in der Zusammensetzung des Kaugummis. Klassischer Kaugummi besteht hauptsächlich aus:
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- Kaumasse: Die Basis des Kaugummis. Früher war das Naturkautschuk, heute sind es meist synthetische Polymere, also eine Art Plastik. Diese Polymere sind sehr widerstandsfähig gegenüber natürlichen Abbauprozessen.
- Süßstoffe: Zucker oder künstliche Süßstoffe. Zucker wird relativ schnell abgebaut, künstliche Süßstoffe sind jedoch oft resistenter.
- Aromen: Natürliche oder künstliche Aromastoffe.
- Weichmacher: Damit der Kaugummi geschmeidig bleibt.
Es ist vor allem die Kaumasse, die das Problem verursacht. Stell dir vor, du wirfst eine Plastiktüte weg. Die würde sich auch nicht in ein paar Wochen oder Monaten zersetzen, oder? Ähnlich verhält es sich mit der Kaumasse im Kaugummi.
Der Zersetzungsprozess im Detail
Der Abbau von Kaugummi ist kein einfacher, linearer Prozess. Er hängt von vielen Faktoren ab:

- Umweltbedingungen: Sonnenlicht (UV-Strahlung), Feuchtigkeit, Temperatur und Sauerstoff spielen eine große Rolle. UV-Strahlung kann die Polymere im Kaugummi aufbrechen, was den Abbauprozess beschleunigt. Feuchtigkeit und Wärme fördern das Wachstum von Mikroorganismen, die ebenfalls beim Abbau helfen können.
- Mikroorganismen: Bakterien und Pilze können die Inhaltsstoffe des Kaugummis zersetzen. Allerdings sind die synthetischen Polymere der Kaumasse für viele Mikroorganismen schwer abbaubar.
- Art des Kaugummis: Die genaue Zusammensetzung des Kaugummis (Art der Polymere, Zusatzstoffe) beeinflusst die Zersetzungsdauer. Es gibt mittlerweile Kaugummis, die als "biologisch abbaubar" beworben werden, aber auch hier ist Vorsicht geboten (siehe unten).
Über Jahre hinweg wird der Kaugummi durch diese Einflüsse spröde, brüchig und zerfällt langsam in kleinere Partikel. Diese Partikel sind aber immer noch da und können die Umwelt belasten. Sie können zum Beispiel von Tieren aufgenommen werden oder ins Abwasser gelangen.
Die Auswirkungen auf die Umwelt und uns
Die lange Zersetzungsdauer von Kaugummi hat verschiedene negative Auswirkungen:
- Verschmutzung des Stadtbildes: Kaugummiflecken sind unschön und schwer zu entfernen. Sie verschandeln Gehwege, Bushaltestellen und andere öffentliche Bereiche.
- Kosten für die Reinigung: Städte und Gemeinden müssen viel Geld ausgeben, um Kaugummiflecken zu entfernen. Diese Kosten werden letztendlich auf die Steuerzahler umgelegt.
- Gefahr für Tiere: Tiere können Kaugummis fressen und daran ersticken oder Verdauungsprobleme bekommen.
- Mikroplastik: Durch den Abbau des Kaugummis entstehen kleine Plastikpartikel (Mikroplastik), die in die Umwelt gelangen und sich dort anreichern können. Die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Gesundheit von Mensch und Tier sind noch nicht vollständig erforscht, aber es gibt Hinweise auf negative Effekte.
Es ist wichtig zu verstehen, dass das Wegwerfen von Kaugummi kein harmloser Akt ist. Es ist eine kleine Umweltverschmutzung, die sich summiert, wenn es viele Leute tun.

Biologisch abbaubarer Kaugummi – die Lösung?
In den letzten Jahren sind vermehrt Kaugummis auf den Markt gekommen, die als "biologisch abbaubar" beworben werden. Diese Kaugummis enthalten Kaumassen, die aus natürlichen Polymeren hergestellt werden, die leichter von Mikroorganismen abgebaut werden können.
Allerdings ist der Begriff "biologisch abbaubar" nicht immer eindeutig. Es gibt keine einheitlichen Standards dafür, was ein Kaugummi erfüllen muss, um als "biologisch abbaubar" zu gelten. Oftmals bedeutet "biologisch abbaubar" nur, dass sich der Kaugummi unter bestimmten Bedingungen (z.B. in industriellen Kompostieranlagen) schneller zersetzt als herkömmlicher Kaugummi. In der normalen Umwelt kann der Abbauprozess trotzdem noch sehr lange dauern.

Es ist also wichtig, kritisch zu sein und die Angaben der Hersteller genau zu prüfen. "Biologisch abbaubar" ist nicht gleichbedeutend mit "verschwindet sofort spurlos".
Was können wir tun? – Lösungsansätze für eine saubere Zukunft
Auch wenn die perfekte Lösung noch nicht gefunden ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Umweltbelastung durch Kaugummi zu reduzieren:
- Kaugummi richtig entsorgen: Der einfachste und effektivste Weg ist, den Kaugummi in den Mülleimer zu werfen. Am besten wickelt man ihn vorher in ein Stück Papier oder Taschentuch ein. Es gibt auch spezielle Kaugummi-Beutel oder -Spender in manchen Städten.
- Weniger Kaugummi kauen: Wenn wir weniger Kaugummi kauen, produzieren wir auch weniger Abfall. Manchmal kann ein zuckerfreier Bonbon oder ein erfrischender Schluck Wasser eine gute Alternative sein.
- Unterstützung von Initiativen: Es gibt verschiedene Initiativen, die sich für die Reduzierung von Kaugummiabfall einsetzen. Informiere dich und unterstütze diese Initiativen. Das kann zum Beispiel die Teilnahme an einer Müllsammelaktion oder die Unterstützung von Forschungsprojekten sein.
- Bewusstsein schaffen: Spreche mit Freunden und Familie über das Problem der Kaugummiverschmutzung. Je mehr Menschen sich bewusst sind, wie lange Kaugummi braucht, um sich zu zersetzen, desto eher werden sie ihn richtig entsorgen.
- Druck auf Hersteller ausüben: Fordere die Kaugummihersteller auf, nachhaltigere Produkte zu entwickeln und mehr Verantwortung für die Entsorgung ihrer Produkte zu übernehmen. Das kann zum Beispiel durch Briefe, Petitionen oder soziale Medien geschehen.
- "Biologisch abbaubaren" Kaugummi kritisch betrachten: Wenn du dich für "biologisch abbaubaren" Kaugummi entscheidest, informiere dich genau über die Zusammensetzung und die Bedingungen, unter denen er sich tatsächlich abbaut. Entsorge ihn trotzdem immer im Mülleimer.
Es ist wichtig zu verstehen, dass jeder Einzelne einen Beitrag leisten kann. Auch kleine Veränderungen im Verhalten können eine große Wirkung haben, wenn sie von vielen Menschen umgesetzt werden.

Die Zukunft des Kaugummis
Die Forschung an nachhaltigeren Kaugummis geht weiter. Es gibt vielversprechende Ansätze, wie zum Beispiel die Verwendung von neuen, natürlichen Polymeren für die Kaumasse oder die Entwicklung von Kaugummis, die sich vollständig in Wasser auflösen. Die Zukunft des Kaugummis könnte also durchaus umweltfreundlicher sein.
Aber bis dahin liegt es an uns, verantwortungsbewusst mit Kaugummi umzugehen und unseren Beitrag zu einer saubereren Umwelt zu leisten.
Also, was nimmst du dir von diesem Artikel mit? Wirst du dein Kaugummiverhalten ändern und einen Beitrag leisten, damit unsere Städte und unsere Umwelt sauberer werden?
