Wie Kann Man Krätze Bekommen

Krätze, auch bekannt als Skabies, ist eine ansteckende Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei) verursacht wird. Viele Menschen fragen sich: "Wie kann man Krätze bekommen?" Diese Frage ist berechtigt, denn das Verständnis der Übertragungswege ist entscheidend für die Prävention.
Übertragungswege von Krätze
Die Übertragung von Krätze erfolgt hauptsächlich durch direkten, länger anhaltenden Hautkontakt mit einer infizierten Person. Kurzzeitige Berührungen, wie ein Händedruck, sind in der Regel nicht ausreichend für eine Übertragung. Die Krätzmilbe gräbt sich in die oberste Hautschicht (Epidermis) ein, wo sie ihre Eier ablegt.
Direkter Hautkontakt
Der häufigste Übertragungsweg ist der enge, persönliche Kontakt. Dies kann im familiären Umfeld, in Wohngemeinschaften, in Pflegeheimen oder bei sexuellen Kontakten geschehen. Je länger und intensiver der Kontakt, desto höher ist das Risiko einer Übertragung. Dies ist der wichtigste Faktor bei der Ansteckung.
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Indirekte Übertragung
Obwohl seltener, kann Krätze auch indirekt über Gegenstände übertragen werden, die kürzlich von einer infizierten Person benutzt wurden. Dazu gehören:
- Kleidung: Besonders wenn sie direkt auf der Haut getragen wurde, wie Unterwäsche oder Handtücher.
- Bettwäsche: Bettlaken, Decken und Kissenbezüge.
- Handtücher: Gemeinsam benutzte Handtücher sind ein Risikofaktor.
- Möbel: In seltenen Fällen, wenn eine infizierte Person längere Zeit auf einem Polstermöbel gesessen hat.
Die Krätzmilbe kann außerhalb des menschlichen Körpers nur begrenzt überleben – in der Regel 24 bis 36 Stunden. Bei der Borkenkrätze (Scabies norvegica), einer besonders schweren Form der Krätze, bei der sich sehr viele Milben auf der Haut befinden, ist das Risiko der indirekten Übertragung deutlich höher. Borkenkrätze tritt häufiger bei immungeschwächten Personen auf.

Risikofaktoren für eine Krätzeinfektion
Bestimmte Umstände und Personengruppen sind anfälliger für eine Krätzeinfektion. Es ist wichtig, diese Risikofaktoren zu kennen, um präventive Maßnahmen ergreifen zu können.
Enge Wohnverhältnisse
Wo viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, wie in Gemeinschaftsunterkünften, Studentenwohnheimen oder Flüchtlingsunterkünften, ist das Risiko einer Krätzeausbreitung erhöht. Der enge Kontakt begünstigt die Übertragung.

Kindergarten und Schulen
Kinder in Kindergärten und Schulen haben ein höheres Risiko, sich mit Krätze zu infizieren, da sie viel Körperkontakt haben und Hygieneregeln möglicherweise nicht immer konsequent eingehalten werden. Es ist wichtig, Kinder über die Bedeutung von Hygiene aufzuklären.
Pflegeheime und Krankenhäuser
In Pflegeheimen und Krankenhäusern leben und arbeiten oft immungeschwächte Personen, die anfälliger für Infektionen sind. Zudem ist das Personal einem höheren Risiko ausgesetzt, sich zu infizieren und die Krankheit weiterzutragen.
Geschwächtes Immunsystem
Personen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise aufgrund von HIV/AIDS, Chemotherapie oder anderen Erkrankungen, sind anfälliger für die Borkenkrätze. Diese Form der Krätze ist hoch ansteckend und schwer zu behandeln.

Symptome und Diagnose
Das Hauptsymptom der Krätze ist ein starker Juckreiz, der sich besonders nachts verschlimmert. Der Juckreiz entsteht durch eine allergische Reaktion auf die Milben, deren Kot und Eier. Typische Hautveränderungen sind kleine, rötliche Papeln (Knötchen), Bläschen und Kratzspuren, vor allem zwischen den Fingern, an den Handgelenken, in den Achselhöhlen, im Genitalbereich und an den Fußsohlen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann auch der Kopf betroffen sein.
Die Diagnose wird in der Regel vom Arzt durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Um die Diagnose zu bestätigen, kann der Arzt eine Hautprobe entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen, um die Milben, Eier oder Kotballen nachzuweisen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um die Ausbreitung der Krätze zu verhindern.

Behandlung und Prävention
Die Behandlung der Krätze erfolgt mit speziellen Cremes oder Lotionen, die den Wirkstoff Permethrin oder Ivermectin enthalten. Diese Mittel werden auf den gesamten Körper aufgetragen und müssen für eine bestimmte Zeit einwirken. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen. Zusätzlich sollten alle Kontaktpersonen, auch wenn sie keine Symptome haben, mitbehandelt werden, um eine erneute Infektion zu verhindern.
Zur Prävention von Krätze ist es wichtig, engen Kontakt mit infizierten Personen zu vermeiden. Bettwäsche, Handtücher und Kleidung sollten regelmäßig bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Gegenstände, die nicht gewaschen werden können, können für mindestens 72 Stunden in einem verschlossenen Plastiksack aufbewahrt werden. Regelmäßiges Händewaschen und das Vermeiden des Teilens von persönlichen Gegenständen können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko einer Krätzeinfektion zu reduzieren.
Zusammenfassung
Krätze wird hauptsächlich durch direkten, länger anhaltenden Hautkontakt übertragen, seltener indirekt über kontaminierte Gegenstände. Risikofaktoren sind enge Wohnverhältnisse, Kinderbetreuungseinrichtungen, Pflegeheime und ein geschwächtes Immunsystem. Früherkennung und konsequente Behandlung sind entscheidend, um die Ausbreitung zu verhindern. Achten Sie auf die Einhaltung von Hygieneregeln und informieren Sie sich über die Behandlungsmöglichkeiten bei Ihrem Arzt.
