Wer Reitet So Spät Durch Wind Und Nacht

Na, wer kennt ihn nicht? Der Erlkönig-Typ.
Ganz ehrlich? Ich finde, der Erlkönig ist maßlos überbewertet. Ja, ich hab's gesagt. Steinigt mich. Aber hört mich an!
Goethe, Goethe, Goethe. Überall Goethe. In der Schule. Im Deutschunterricht. Sogar im Radio (okay, vielleicht nicht direkt, aber indirekt bestimmt irgendwo). Und was machen wir? Wir analysieren, interpretieren, zerpflücken jede einzelne Zeile dieses Gedichts. "Wer reitet so spät durch Wind und Nacht?" Klar, der Erlkönig! Aber mal ehrlich: Was für ein komischer Kauz!
Da reitet jemand mitten in der Nacht durch den Wald. Mit seinem Kind. Klingt schon mal nach schlechtem Timing. Oder einem sehr dringenden Arzttermin. Oder vielleicht einfach nur: "Ups, falsche Abzweigung im Navi!"
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Und dann? Dann fängt der Erlkönig an, das Kind vollzuquatschen. Verspricht ihm goldene Gewänder und lustige Spiele. Wer macht denn sowas? Das ist doch total creepy!
Sorry, aber wenn mir mitten im Wald ein Typ mit einer Krone (vermutlich aus Blättern und Beeren selbst gebastelt) versprechen würde, dass ich mit seinen Töchtern spielen darf... Ich würde auch anfangen zu schreien. Und zwar laut.

Das arme Kind!
Das Kind hat ja total Panik! Verständlich. Es schreit nach seinem Papa. Verständlich. Es klammert sich fest. Auch verständlich. Und was macht der Papa? Der redet das Kind klein! "Sei ruhig, mein Kind, das ist nur der Wind."
Der Wind? Wirklich? Klingt eher nach: "Ich will jetzt nicht schon wieder diskutieren, sei einfach still!" Typisch Eltern, oder? (Kleiner Scherz, liebe Eltern!)
Und dann, am Ende? Das Kind ist tot. Tja. Hätte man vielleicht doch auf das Kind hören sollen. Aber nein, der Papa wusste es ja besser.

"Wer reitet so spät durch Wind und Nacht? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm."
Sicher gehalten hat er ihn ja. Warm vielleicht auch. Aber geholfen hat's nicht.

Unpopuläre Meinung: Der Vater ist schuld!
Okay, ich weiß, der Erlkönig ist die personifizierte Todesgefahr und so weiter. Aber irgendwie finde ich, der Vater hat auch seinen Teil dazu beigetragen. Hätte er vielleicht einfach mal stehenbleiben und fragen sollen: "Hey, Erlkönig, was willst du eigentlich?" Oder noch besser: "Lass mein Kind in Ruhe!"
Aber nein, er reitet einfach weiter. Immer weiter. Bis es zu spät ist.
Vielleicht ist das ja auch die Moral von der Geschicht: Hör auf deine Kinder! Und fahre niemals nachts durch den Wald. Und wenn doch, dann nimm ein Pfefferspray mit. Nur für den Fall, dass dir ein Erlkönig über den Weg läuft.

Also, lasst uns ehrlich sein: Der Erlkönig ist zwar ein Klassiker, aber auch ein bisschen... komisch. Und der Vater? Der ist einfach nur überfordert. Wer kann es ihm verdenken? Wir waren doch alle schon mal in so einer Situation. Okay, vielleicht nicht ganz so dramatisch. Aber irgendwann schon mal, oder?
Und jetzt kommt der nächste Deutschlehrer und erklärt mir, dass ich das alles falsch interpretiere. Aber hey, das ist meine Meinung. Und die darf ich doch wohl haben, oder?
Und falls jetzt jemand denkt: "Der hat ja gar keine Ahnung!", dann sage ich nur: "Mag sein. Aber wenigstens hab ich Spaß dabei!" Und vielleicht, ganz vielleicht, habt ihr ja jetzt auch ein bisschen geschmunzelt. Und das ist doch auch schon mal was, oder?
