Wer A Sagt Muss Nicht B Sagen

Erinnert ihr euch an diese eine Freundin, die immer alles perfekt machen wollte? So eine, die, wenn sie sich einmal zu einem Mini-Projekt verpflichtet hatte, direkt dachte, sie müsste jetzt alle Folgeprojekte auch noch übernehmen? Ich war mal so eine Freundin, und ich kann euch sagen: Das ist anstrengend. Einmal "A" gesagt, hieß es direkt "Okay, jetzt kommt das ganze Alphabet!"
Ich saß neulich mit meiner Mutter beim Kaffee (ja, klischeehaft, ich weiß!) und wir redeten über eben jene Freundin, nennen wir sie mal "Sabrina". Sabrina hatte sich angeboten, die Geburtstagstorte für ihren Neffen zu backen. Soweit, so gut. Aber dann kam das "A": Sie hatte zugesagt, einen Marmorkuchen zu backen. Und zack! Schon war sie der Meinung, sie müsse auch noch Cupcakes machen, eine Candy Bar organisieren und die Hüpfburg aufbauen. Weil: "Ich hab ja schon zugesagt, irgendwas zu machen!"
Meine Mutter, weise wie immer, sagte dann diesen Satz: "Wer A sagt, muss nicht B sagen." Und da machte es Klick. Was für eine Befreiung!
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Was bedeutet das eigentlich?
Der Spruch ist im Prinzip total simpel. Er bedeutet: Nur weil du eine Sache zugesagt oder angefangen hast, heißt das nicht, dass du dich automatisch zu allen nachfolgenden oder ähnlichen Dingen verpflichten musst. Du hast die Wahl! Und das ist eine ziemlich coole Erkenntnis, finde ich.
Mal ehrlich, wie oft haben wir uns schon in Situationen wiedergefunden, in denen wir dachten: "Mist, jetzt hab ich das angefangen, jetzt muss ich es auch zu Ende bringen, egal wie blöd es ist."? (Hand hoch, wer sich angesprochen fühlt!). Und dann schleppen wir uns durch Aufgaben, die uns keine Freude machen, oder übernehmen Verpflichtungen, die uns überfordern.

Aber warum eigentlich? Nur weil wir "A" gesagt haben? Das ist doch Quatsch! "A" zu sagen bedeutet nicht, dass du automatisch einen Vertrag mit dem Universum abgeschlossen hast, der dich verpflichtet, alles zu tun. Du darfst "B" auch mal auslassen, überspringen oder komplett ignorieren. Denk mal drüber nach!
Warum ist das so schwer?
Ich glaube, es gibt verschiedene Gründe, warum es uns so schwerfällt, "Nein" zu sagen, nachdem wir "Ja" gesagt haben (oder "A" nachdem wir "B" geplant haben).

- Perfektionismus: Wir wollen alles perfekt machen und haben Angst, etwas "halbherzig" zu erledigen. (Hallo, Sabrina!).
- Schuldgefühle: Wir haben Angst, andere zu enttäuschen oder im Stich zu lassen.
- Angst vor Ablehnung: Wir wollen gemocht werden und befürchten, dass die Leute uns nicht mehr mögen, wenn wir "Nein" sagen.
- Schlechte Gewohnheiten: Wir haben uns einfach daran gewöhnt, immer "Ja" zu sagen, und es fällt uns schwer, dieses Muster zu durchbrechen.
Aber das muss nicht so sein! Du kannst diese Muster durchbrechen. Du bist nicht verpflichtet, dich selbst zu überarbeiten oder unglücklich zu machen, nur weil du einmal "Ja" gesagt hast.
Wie sag ich's meinem Chef, äh, dem Universum?
Also, wie schaffst du es, dieses "Wer A sagt, muss nicht B sagen"-Prinzip in dein Leben zu integrieren? Hier ein paar Tipps:

- Bewusstwerden: Achte darauf, wann du dich überfordert fühlst oder das Gefühl hast, zu etwas verpflichtet zu sein, was du eigentlich gar nicht willst.
- Hinterfragen: Frag dich, warum du dich so fühlst. Ist es wirklich deine eigene Entscheidung, oder fühlst du dich nur unter Druck gesetzt?
- Grenzen setzen: Lerne, "Nein" zu sagen, ohne dich schuldig zu fühlen. Es ist okay, deine eigenen Bedürfnisse zu priorisieren.
- Kommunizieren: Wenn du bereits etwas zugesagt hast, aber merkst, dass du es nicht schaffst oder nicht mehr möchtest, sprich offen und ehrlich darüber. Die meisten Leute werden Verständnis haben. (Vielleicht nicht alle, aber das ist deren Problem, nicht deins!).
- Akzeptanz: Akzeptiere, dass du nicht alles perfekt machen kannst und dass es okay ist, Fehler zu machen. Niemand ist perfekt!
Und denk dran: Du bist der Chef deines eigenen Lebens. Du entscheidest, welche Buchstaben du sagst und welche du auslässt. Also, sag öfter mal "Nein" zu "B" und genieße die Freiheit!
Und Sabrina? Die hat am Ende nur den Marmorkuchen gebacken (der übrigens super lecker war!) und sich den Rest einfach gespart. Sie hat gelernt: Wer A sagt, muss verdammt nochmal nicht B sagen. Punkt.
