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Welche Blutwerte Sind Bei Krebs Erhöht


Welche Blutwerte Sind Bei Krebs Erhöht

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene und Angehörige ein Schock. Neben bildgebenden Verfahren wie Röntgen oder MRT spielen Blutuntersuchungen eine wichtige Rolle bei der Diagnose, Verlaufskontrolle und Therapieüberwachung von Krebserkrankungen. Viele Menschen fragen sich, welche Blutwerte bei Krebs verändert sind und wie diese Veränderungen interpretiert werden können. Es ist wichtig zu verstehen, dass kein einzelner Blutwert eindeutig auf Krebs hinweist, sondern dass immer eine Kombination verschiedener Faktoren und Werte berücksichtigt werden muss. Dieser Artikel soll einen Überblick über einige wichtige Blutwerte geben, die im Zusammenhang mit Krebs verändert sein können.

Tumormarker: Ein wichtiger, aber nicht alleiniger Hinweis

Tumormarker sind Substanzen, die von Krebszellen produziert oder von anderen Zellen als Reaktion auf Krebs freigesetzt werden. Sie können im Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen werden. Einige der bekanntesten Tumormarker sind:

  • CEA (Carcinoembryonales Antigen): Häufig erhöht bei Darmkrebs, Magenkrebs, Lungenkrebs und Brustkrebs.
  • CA 125: Hauptsächlich bei Eierstockkrebs erhöht, kann aber auch bei anderen Krebsarten und gutartigen Erkrankungen erhöht sein.
  • PSA (Prostataspezifisches Antigen): Wird zur Früherkennung und Verlaufskontrolle von Prostatakrebs eingesetzt. Erhöhte Werte können aber auch andere Ursachen haben, wie eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Entzündung.
  • CA 19-9: Oft erhöht bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs und Magenkrebs.
  • AFP (Alpha-Fetoprotein): Kann bei Leberkrebs und Keimzelltumoren erhöht sein.

Es ist wichtig zu betonen, dass Tumormarker nicht zur alleinigen Krebsdiagnose geeignet sind. Erhöhte Werte können auch bei gutartigen Erkrankungen auftreten, und nicht jeder Krebs produziert erhöhte Mengen an Tumormarkern. Tumormarker sind jedoch wertvoll für die Verlaufskontrolle während und nach der Behandlung, um ein Wiederauftreten des Krebses frühzeitig zu erkennen.

Veränderungen im Blutbild: Hinweis auf Knochenmarkbeteiligung oder Entzündungen

Das Blutbild gibt Aufschluss über die Zusammensetzung des Blutes, einschließlich der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Krebs kann das Blutbild auf verschiedene Weise beeinflussen:

  • Anämie (Verminderung der roten Blutkörperchen): Kann durch Blutverlust, chronische Entzündungen oder eine direkte Schädigung des Knochenmarks durch den Krebs oder die Chemotherapie verursacht werden.
  • Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen): Oft eine Folge der Chemotherapie, da diese die Bildung von Blutzellen im Knochenmark beeinträchtigt. Eine Leukopenie erhöht das Infektionsrisiko.
  • Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchen): Kann ebenfalls durch Chemotherapie oder eine Beteiligung des Knochenmarks am Krebs verursacht werden. Eine Thrombozytopenie erhöht das Blutungsrisiko.
  • Leukozytose (Erhöhung der weißen Blutkörperchen): Kann als Reaktion auf eine Entzündung, Infektion oder auch direkt durch bestimmte Krebsarten (z.B. Leukämie) auftreten.

Veränderungen im Blutbild sind unspezifisch und können viele Ursachen haben. Sie geben jedoch wichtige Hinweise auf den allgemeinen Zustand des Patienten und können dazu beitragen, die Auswirkungen der Krebserkrankung und ihrer Behandlung zu beurteilen.

Blutwerte bei Krebs – Welche Werte sind relevant?
Blutwerte bei Krebs – Welche Werte sind relevant?

Entzündungsmarker: CRP und Co.

Krebs kann im Körper chronische Entzündungen auslösen, die sich in erhöhten Entzündungsmarkern im Blut zeigen können. Ein wichtiger Entzündungsmarker ist das C-reaktive Protein (CRP). Erhöhte CRP-Werte deuten auf eine Entzündung hin, können aber auch durch Infektionen oder andere Erkrankungen verursacht werden. Weitere Entzündungsmarker sind beispielsweise die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das Interleukin-6 (IL-6).

Erhöhte Entzündungsmarker sind kein direkter Beweis für Krebs, können aber Hinweise auf eine zugrunde liegende Entzündung geben, die im Zusammenhang mit der Krebserkrankung stehen kann.

Weitere Blutwerte im Blick

Neben den genannten Werten können auch andere Blutwerte bei Krebs verändert sein. Dazu gehören:

Blutwerte und Tumormarker bei Krebs | Krebs Campus
Blutwerte und Tumormarker bei Krebs | Krebs Campus
  • Leberwerte (AST, ALT, Gamma-GT, Bilirubin): Können erhöht sein, wenn die Leber durch Metastasen oder Medikamente geschädigt ist.
  • Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff): Können auf eine Nierenfunktionsstörung hinweisen, die durch den Krebs selbst oder seine Behandlung verursacht wurde.
  • Elektrolyte (Natrium, Kalium, Calcium): Störungen im Elektrolythaushalt können verschiedene Ursachen haben, einschließlich der Krebserkrankung selbst, ihrer Behandlung oder Begleiterkrankungen. Ein erhöhter Calciumspiegel kann beispielsweise bei bestimmten Krebsarten auftreten.

Fazit: Blutwerte sind nur ein Teil des Puzzles

Blutuntersuchungen sind ein wichtiger Bestandteil der Krebsdiagnostik und -therapie. Sie liefern wertvolle Informationen über den Zustand des Patienten, können aber keine endgültige Diagnose liefern. Veränderte Blutwerte müssen immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungsergebnissen (z.B. bildgebenden Verfahren, Biopsien) und der Krankengeschichte des Patienten interpretiert werden. Wenn Sie Fragen zu Ihren Blutwerten haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Sie können Ihnen die Ergebnisse im Detail erklären und Ihnen die nächsten Schritte erläutern.

Wichtig: Die hier dargestellten Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung. Wenn Sie den Verdacht haben, an Krebs erkrankt zu sein, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf.

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