Was Ist Nach Der Umrüstung Auf Winterreifen Zu Beachten

Der Herbst neigt sich dem Ende zu, die Temperaturen sinken und der erste Schnee ist vielleicht schon gefallen. Das bedeutet: Es ist Zeit für Winterreifen! Aber was passiert eigentlich, nachdem Sie Ihre Sommerreifen eingemottet und die Winterpneus montiert haben? Viele Autofahrer glauben, mit dem Reifenwechsel sei alles erledigt. Doch das ist ein Irrtum. Dieser Artikel richtet sich an alle Autofahrer in Deutschland, die ihre Winterreifen montiert haben oder planen, dies bald zu tun. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen, um sicher und sorgenfrei durch den Winter zu kommen.
Der erste Eindruck zählt: Die Einfahrphase
Neue Winterreifen, egal ob frisch gekauft oder aus der Vorjahressaison, benötigen eine kurze Einfahrphase. Das liegt an der Produktionsweise der Reifen. Während des Herstellungsprozesses können sich Trennmittel auf der Oberfläche absetzen, die die Haftung beeinträchtigen.
Was bedeutet das konkret?
Must Read
- Fahren Sie die ersten 200 bis 300 Kilometer besonders vorsichtig.
- Vermeiden Sie abrupte Bremsmanöver und Beschleunigungen.
- Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse an.
Nach dieser Einfahrphase haben sich die Trennmittel abgefahren und die Reifen bieten ihre optimale Haftung.
Reifendruck: Ein oft unterschätzter Faktor
Der richtige Reifendruck ist entscheidend für die Sicherheit und den Verschleiß Ihrer Winterreifen. Ein zu geringer Druck erhöht den Rollwiderstand, was zu einem höheren Kraftstoffverbrauch und einer schlechteren Fahrstabilität führt. Ein zu hoher Druck hingegen reduziert die Auflagefläche und somit die Haftung.

Was ist zu tun?
- Überprüfen Sie den Reifendruck regelmäßig, idealerweise alle zwei Wochen.
- Beachten Sie die Herstellerangaben für Ihr Fahrzeugmodell und die montierten Reifen. Diese finden Sie in der Bedienungsanleitung Ihres Autos oder auf einem Aufkleber an der Fahrertür.
- Passen Sie den Reifendruck an die Beladung des Fahrzeugs an. Bei voller Beladung ist in der Regel ein höherer Druck erforderlich.
- Berücksichtigen Sie, dass sich der Reifendruck bei sinkenden Temperaturen verringert. Füllen Sie gegebenenfalls Luft nach.
Ein Tipp: Viele Tankstellen bieten kostenlose Reifendruckprüfgeräte an.
Profiltiefe: Sicherheit geht vor
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe für Winterreifen beträgt 1,6 Millimeter. Aber Achtung: Experten empfehlen eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimetern, um eine optimale Haftung auf Schnee und Eis zu gewährleisten.
Warum ist das so wichtig?

Je geringer die Profiltiefe, desto schlechter ist die Fähigkeit des Reifens, Wasser und Schneematsch abzuleiten. Dies erhöht das Risiko von Aquaplaning und verlängert den Bremsweg.
Wie überprüfe ich die Profiltiefe?
- Mit einem Profiltiefenmesser.
- Mit einer 1-Euro-Münze: Verschwindet der goldene Rand der Münze im Reifenprofil, ist die Profiltiefe noch ausreichend.
Sollte die Profiltiefe unter 4 Millimetern liegen, sollten Sie über den Kauf neuer Winterreifen nachdenken.

Fahrweise anpassen: Vorsicht ist besser als Nachsicht
Winterliche Straßenverhältnisse erfordern eine angepasste Fahrweise. Das bedeutet:
- Fahren Sie langsamer und vorausschauender.
- Halten Sie einen größeren Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.
- Vermeiden Sie ruckartige Lenkbewegungen und Bremsungen.
- Seien Sie besonders vorsichtig auf Brücken und in Waldgebieten, da diese oft glatter sind als andere Straßenabschnitte.
- Nutzen Sie die Motorbremse, um die Geschwindigkeit zu reduzieren.
- Sollten Sie ins Schleudern geraten, kuppeln Sie aus und lenken Sie gefühlvoll in die Richtung, in die das Heck ausbricht.
Denken Sie daran: Auch mit Winterreifen können Sie auf glatten Straßen ins Rutschen geraten. Seien Sie also immer aufmerksam und passen Sie Ihre Fahrweise den Bedingungen an.
Die richtige Lagerung der Sommerreifen
Nachdem Sie Ihre Sommerreifen demontiert haben, sollten Sie diese fachgerecht lagern, um ihre Lebensdauer zu verlängern.

Was ist wichtig?
- Reinigen Sie die Reifen gründlich von Schmutz und Bremsstaub.
- Lagern Sie die Reifen kühl, trocken und dunkel.
- Schützen Sie die Reifen vor direkter Sonneneinstrahlung.
- Legen Sie Reifen ohne Felgen waagerecht übereinander.
- Lagern Sie Kompletträder (Reifen mit Felgen) stehend oder hängend.
Markieren Sie die Reifen vor der Lagerung (z.B. VL für vorne links), um sie beim nächsten Reifenwechsel wieder an der gleichen Position zu montieren. Dies sorgt für einen gleichmäßigen Verschleiß.
Fazit: Sicherheit geht vor!
Die Umrüstung auf Winterreifen ist nur der erste Schritt. Um sicher durch den Winter zu kommen, ist es wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu überprüfen, die Profiltiefe im Auge zu behalten und die Fahrweise den winterlichen Bedingungen anzupassen. Mit diesen Tipps sind Sie bestens gerüstet, um auch bei Schnee und Eis sicher unterwegs zu sein. Gute Fahrt!
