Was Brauche Ich Um Fahrlehrer Zu Werden

Also, pass auf, ich erzähl dir was. Ich saß neulich mit meinem Kumpel Helmut im Café, du kennst ihn, der mit dem Toupet, das bei Windstärke 3 zum Fallschirmspringen neigt. Helmut meinte, er will Fahrlehrer werden. Ich hab fast meinen Kaffee über die Tischdecke gespuckt! Helmut? Fahrlehrer? Der Mann, der beim Einparken immer drei Anläufe braucht und dessen Rückspiegel mit Aufklebern von der letzten Dönerbude zugepflastert ist?
Aber hey, wer bin ich, ihm seinen Traum zu nehmen? Also hab ich ihm alles erklärt, was er so braucht. Und weil du so guckst, erzähl ich’s dir auch gleich. Ist nämlich gar nicht so ohne, der Weg zum Fahrlehrer.
Der Führerschein-Führerschein, sozusagen
Punkt eins, und das ist jetzt keine Überraschung: Du brauchst einen Führerschein. Aber nicht irgendeinen. Du brauchst mindestens die Klasse BE (für Anhänger), CE (LKW), DE (Bus) und A (Motorrad). Ja, richtig gelesen, den ganzen Kram! Warum? Weil du ja auch den Führerschein-Neulingen alles beibringen musst, vom Moped-Fahren bis zum tonnenschweren Sattelzug-Rangieren. Stell dir vor, du sagst jemandem, wie man einen Bus einparkt, hast aber selbst noch nie einen gefahren! Wäre ja wie wenn ein Kochbuchautor noch nie Spaghetti gekocht hat.
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Und das Beste? Die Führerscheine müssen schon mindestens drei Jahre alt sein. Keine Chance also, frisch aus der Fahrschule direkt zum Fahrlehrer zu werden. Da muss man erst mal ein bisschen Fahrpraxis sammeln. Stell dir vor, du bringst jemandem das Anfahren am Berg bei, und rollst selbst dabei zurück. Peinlich!
Die Ausbildung: Lern-Marathon Deluxe
Okay, Führerscheine sind im Sack? Glückwunsch! Dann geht’s erst richtig los. Es folgt eine Ausbildung zum Fahrlehrer, die es in sich hat. Rechne mal mit mindestens einem Jahr, oft auch länger. Das ist kein Zuckerschlecken, sag ich dir. Das ist wie ein Bootcamp für Fahranfänger-Versteher. Du lernst alles über Verkehrsrecht, Pädagogik (wie bring ich jemandem was bei, ohne ihn in den Wahnsinn zu treiben?), Technik (warum qualmt der Motor?) und Psychologie (wie beruhige ich einen panischen Fahrschüler?).

Und glaub mir, die Prüfungen sind kein Witz. Da werden Fragen gestellt, da raucht dir der Kopf! Ich hab mal gehört, jemand musste erklären, wie sich das Drehmoment eines Motors auf die Beschleunigung auswirkt, während er gleichzeitig eine Tasse Kaffee balanciert und ein Gedicht von Goethe rezitiert. Okay, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber fast!
Der pädagogische Drahtseilakt
Aber das Wichtigste ist: Du musst geduldig sein. Und zwar richtig geduldig. Du wirst Menschen unterrichten, die das mit dem Links und Rechts verwechseln, die den Blinker für den Scheibenwischer halten und die beim Anfahren den Motor abwürgen, als gäbe es kein Morgen. Du musst sie motivieren, ihnen die Angst nehmen und ihnen das Gefühl geben, dass sie das schaffen können. Auch wenn sie beim zehnten Versuch immer noch den Bordstein küssen.

Und mal ehrlich, das ist manchmal echt eine Herausforderung. Ich stell mir vor, Helmut als Fahrlehrer… Der würde wahrscheinlich schon nach dem ersten abgewürgten Motor einen Nervenzusammenbruch kriegen und mit seinem Toupet wedeln! Aber gut, jeder fängt mal klein an.
Praktikum: Die Feuerprobe
Nach der Theorie kommt die Praxis. Du musst ein Praktikum in einer Fahrschule absolvieren. Da darfst du dann endlich selbst ans Steuer und Fahrschüler unterrichten. Unter Aufsicht natürlich! Aber immerhin. Das ist die Feuerprobe. Hier zeigt sich, ob du das Zeug zum Fahrlehrer hast oder ob du lieber doch Briefmarken sammeln solltest.
Stell dir vor: Du sitzt neben einem Fahrschüler, der gerade seinen ersten Kreisverkehr erlebt. Panik in den Augen, Schweiß auf der Stirn, die Hände klammern sich ans Lenkrad. Und du musst cool bleiben, ihm die Angst nehmen und ihm gleichzeitig erklären, wie man sich richtig einordnet. Das ist wie Yoga auf einem Schleudersitz!

Die Abschlussprüfung: Alles oder Nichts
Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Fahrlehrerprüfung. Und die ist knallhart. Da wird alles abgefragt, was du in den letzten Monaten gelernt hast. Theorie, Praxis, Pädagogik, Technik… Alles! Wenn du da durchfällst, war die ganze Mühe umsonst. Also, besser gut vorbereiten!
Ich hab mal gehört, jemand hat bei der Prüfung gesagt, das Bremspedal sei zum Gasgeben da. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es zeigt, wie nervenaufreibend das Ganze sein kann.

Und was kostet der Spaß?
Tja, das ist der Haken an der Sache: Die Ausbildung zum Fahrlehrer ist nicht billig. Rechne mal mit mehreren Tausend Euro. Plus die Kosten für die zusätzlichen Führerscheine. Aber hey, dafür hast du danach einen Job mit Zukunft! Schließlich wird es immer Fahranfänger geben, die das Autofahren lernen müssen. Und wer soll’s ihnen beibringen, wenn nicht du?
Also, Helmut, wenn du das liest: Viel Erfolg! Und denk dran: Geduld ist eine Tugend, vor allem beim Unterrichten von Fahranfängern. Und vielleicht solltest du dir ein neues Toupet zulegen, eins, das auch bei Windstärke 10 hält.
Und du? Hast du jetzt auch Lust bekommen, Fahrlehrer zu werden? Na dann, worauf wartest du noch? Ab in die Fahrschule! Aber bring gute Nerven mit! Und vielleicht ein paar Baldriantropfen für deine zukünftigen Fahrschüler.
