Wahrnehmung Und Beobachtung In Der Pflege

Okay, Leute, mal ehrlich: In der Pflege geht's doch eigentlich nur ums Beobachten, oder? Und natürlich ums Wahrnehmen. Aber irgendwie reden wir immer so kompliziert darüber. "Wahrnehmung und Beobachtung"? Klingt nach 'ner Uni-Vorlesung, nicht nach dem, was wir jeden Tag machen. Ich find's ja fast schon lustig, wie wissenschaftlich wir manchmal tun.
Der Detektiv in uns allen
Wir sind doch alle kleine Detektive! Sherlock Holmes mit Inkontinenzvorlagen, sozusagen. Nehmen wir mal an, Herr Müller hat heute seinen Kaffee nicht angerührt. Normalerweise haut der das Zeug ja weg, als gäb's kein Morgen. Was machen wir? Wir beobachten. Ist er blass? Wirkt er unruhig? Hat er vielleicht schlecht geschlafen, weil Frau Schmidt mal wieder die ganze Nacht "Die Helene Fischer Show" in Dauerschleife gehört hat? (Ja, das ist eine Anspielung, Frau Schmidt!) Wir nehmen wahr, dass etwas anders ist.
Und dann kommt die grosse Frage: Was bedeutet das? Ist's nur 'n schlechter Tag? Oder bahnt sich da was an? Vielleicht hat er einfach nur gemerkt, dass der Kaffee heute besonders bitter schmeckt. (Unser Kaffee ist manchmal wirklich eine Zumutung, geb ich zu.)
Must Read
Manchmal, und das ist meine unpopuläre Meinung, übertreiben wir es aber auch ein bisschen. Wir interpretieren alles! Ein Räuspern, ein kurzer Blick aus dem Fenster, und schon schreiben wir 'ne halbe Seite in die Dokumentation. "Subjektive Wahrnehmung des Patienten deutet auf Unzufriedenheit mit der aktuellen Wettersituation hin..." Ähm, ja, vielleicht wollte er einfach nur mal kurz gucken, ob's regnet?
Die Kunst des Nicht-Interpretierens
Ich sage ja nicht, dass wir blind sein sollen. Aber manchmal sollten wir einfach nur beobachten, ohne gleich 'ne Doktorarbeit daraus zu machen. Und vor allem: Fragt nach! Manchmal ist die einfachste Erklärung die richtige. Vielleicht hatte Herr Müller einfach nur Sodbrennen. Fertig. Kein Fall für Akte X.

Und noch was: Wir sind alle verschieden. Was für mich "normal" ist, kann für dich "alarmiert" bedeuten. Frau Meier findet laute Musik super, Herr Lehmann kriegt davon Migräne. Da müssen wir wahrnehmen, dass jeder Mensch anders tickt. Und dass wir nicht alle in Schubladen stecken können.
Klar, die Dokumentation muss stimmen. Wir müssen alles festhalten, was wichtig ist. Aber lasst uns bitte ein bisschen gesunden Menschenverstand bewahren. Nicht jede Falte im Gesicht ist ein Zeichen von Schmerz. Nicht jedes Augenrollen bedeutet Ablehnung. Manchmal ist es einfach nur... ein Gesichtsausdruck.
Der Bauch sagt's oft richtig
Und dann gibt es noch das Bauchgefühl. Ihr wisst schon, dieses komische Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt, auch wenn alle Werte im grünen Bereich sind. Ich sag's euch: Hört drauf! Euer Bauch hat oft mehr Ahnung als jedes Messgerät. Das ist zwar nicht wissenschaftlich beweisbar, aber ich schwöre, es stimmt. Ich hab's schon so oft erlebt!

Vielleicht ist es ja einfach so: Wir sind nicht nur Pflegekräfte, sondern auch Menschen. Und Menschen haben Instinkte. Wir spüren, wenn jemand leidet, auch wenn er es nicht sagt. Und das ist gut so.
Also, lasst uns weiter beobachten und wahrnehmen. Aber lasst uns dabei nicht vergessen, zu lächeln. Und vielleicht auch mal 'nen Witz zu machen. (Solange er nicht auf Kosten der Bewohner geht, versteht sich.) Denn am Ende des Tages geht's doch darum, dass sich die Menschen wohlfühlen. Und das erreichen wir nicht nur mit wissenschaftlichen Methoden, sondern auch mit 'ner grossen Portion Menschlichkeit. Oder was meint ihr?

Ach ja, und noch was: Wenn Frau Schmidt wieder die "Helene Fischer Show" aufdreht, bitte sagt ihr, sie soll Kopfhörer benutzen. Danke im Voraus!
"Das Auge isst mit" - Ein weiser Mensch (wahrscheinlich ein Koch)Dieses Zitat gilt auch in der Pflege. Was wir sehen, beeinflusst, wie wir handeln. Und was wir wahrnehmen, erst recht.
In diesem Sinne: Bleibt wachsam, bleibt menschlich, und lasst euch nicht von der Bürokratie unterkriegen!
