Unterer Wert Blutdruck Zu Niedrig

Ein zu niedriger Blutdruck, auch als Hypotonie bezeichnet, ist oft weniger besorgniserregend als ein zu hoher Blutdruck (Hypertonie). Dennoch kann er die Lebensqualität beeinträchtigen und in seltenen Fällen sogar gefährlich werden. In diesem Artikel beleuchten wir die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eines zu niedrigen unteren Blutdruckwertes.
Was bedeutet "Unterer Wert"?
Der Blutdruck wird in zwei Werten angegeben: dem systolischen (oberen) und dem diastolischen (unteren) Wert. Der systolische Wert misst den Druck in den Arterien, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Körper pumpt. Der diastolische Wert hingegen misst den Druck, wenn sich das Herz zwischen den Schlägen entspannt und mit Blut füllt. Ein optimaler Blutdruck liegt in der Regel bei etwa 120/80 mmHg. Ein niedriger Blutdruck wird im Allgemeinen definiert als Werte unter 90/60 mmHg.
Ursachen für einen zu niedrigen unteren Blutdruckwert
Es gibt viele mögliche Ursachen für einen zu niedrigen diastolischen Blutdruck. Einige davon sind harmlos und vorübergehend, während andere auf zugrunde liegende medizinische Probleme hindeuten können.
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Dehydration
Ein Mangel an Flüssigkeit im Körper kann zu einem geringeren Blutvolumen führen, was wiederum den Blutdruck senken kann. Dehydration kann durch unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, starkes Schwitzen (z.B. bei Sport oder heißem Wetter), Erbrechen oder Durchfall entstehen.
Medikamente
Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung den Blutdruck senken. Dazu gehören beispielsweise:
- Diuretika (Entwässerungstabletten)
- Blutdrucksenkende Mittel
- Antidepressiva
- Parkinson-Medikamente
- Bestimmte Schmerzmittel
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Medikamente Ihren Blutdruck senken.

Herzprobleme
Bestimmte Herzerkrankungen, wie z.B. Herzinsuffizienz, Herzklappenfehler oder eine niedrige Herzfrequenz (Bradykardie), können dazu führen, dass das Herz nicht genügend Blut pumpt, was zu niedrigem Blutdruck führen kann. Eine gründliche medizinische Untersuchung ist hier wichtig.
Endokrine Störungen
Probleme mit endokrinen Drüsen, wie z.B. der Schilddrüse (Hypothyreose), den Nebennieren (z.B. Morbus Addison) oder der Bauchspeicheldrüse, können den Blutdruck beeinflussen. Diese Störungen können den Hormonhaushalt verändern, der den Blutdruck reguliert.
Neurologische Erkrankungen
Einige neurologische Erkrankungen können das autonome Nervensystem beeinträchtigen, das unter anderem den Blutdruck reguliert. Beispiele hierfür sind die Parkinson-Krankheit und bestimmte Formen der Neuropathie.

Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft ist ein niedrigerer Blutdruck relativ häufig. Dies liegt an hormonellen Veränderungen und der Zunahme des Blutvolumens. In den meisten Fällen ist dies unbedenklich, sollte aber dennoch von einem Arzt überwacht werden.
Schock
Ein Schockzustand, beispielsweise aufgrund von schwerem Blutverlust, Infektionen (septischer Schock) oder allergischen Reaktionen (anaphylaktischer Schock), kann zu einem dramatischen Abfall des Blutdrucks führen. Dies ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortige medizinische Behandlung erfordert.
Symptome eines zu niedrigen unteren Blutdruckwertes
Nicht jeder mit niedrigem Blutdruck hat Symptome. Bei manchen Menschen wird er nur zufällig bei einer Routineuntersuchung festgestellt. Wenn jedoch Symptome auftreten, können diese sein:

- Schwindel oder Benommenheit
- Ohnmacht (Synkope)
- Verschwommenes Sehen
- Müdigkeit
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Übelkeit
- Kalte, blasse oder feuchte Haut
- Schnelle, flache Atmung
Die Symptome können sich verstärken, wenn man schnell aufsteht (orthostatische Hypotonie) oder nach dem Essen (postprandiale Hypotonie).
Diagnose und Behandlung
Die Diagnose eines zu niedrigen Blutdrucks erfolgt in der Regel durch eine Blutdruckmessung. Ihr Arzt wird auch Ihre Krankengeschichte erfragen, eine körperliche Untersuchung durchführen und möglicherweise weitere Tests anordnen, um die Ursache des niedrigen Blutdrucks zu ermitteln. Dazu können Blutuntersuchungen, ein EKG (Elektrokardiogramm) oder ein Kipptischtest gehören.
Die Behandlung hängt von der Ursache und dem Schweregrad des niedrigen Blutdrucks ab. In vielen Fällen können einfache Maßnahmen helfen, die Symptome zu lindern:

- Ausreichend Flüssigkeit trinken: Trinken Sie mindestens 2-3 Liter Wasser pro Tag.
- Erhöhte Salzzufuhr: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine moderate Erhöhung der Salzzufuhr sinnvoll ist.
- Vermeidung von Alkohol: Alkohol kann den Blutdruck senken.
- Kompressionstrümpfe: Diese können helfen, das Blut in den Beinen zu halten und den Blutdruck zu erhöhen.
- Langsam aufstehen: Vermeiden Sie plötzliches Aufstehen, um Schwindel zu vermeiden.
- Kleine, häufige Mahlzeiten: Dies kann postprandiale Hypotonie verhindern.
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, um den Blutdruck zu erhöhen. Die Wahl des Medikaments hängt von der Ursache des niedrigen Blutdrucks ab.
Wann zum Arzt?
Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Sie häufig Symptome eines zu niedrigen Blutdrucks haben, insbesondere wenn diese schwerwiegend sind oder Ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Suchen Sie sofort medizinische Hilfe, wenn Sie plötzlich ohnmächtig werden oder Anzeichen eines Schocks aufweisen.
Fazit
Ein zu niedriger unterer Blutdruckwert ist zwar oft harmlos, kann aber in manchen Fällen auf ein zugrunde liegendes medizinisches Problem hindeuten. Es ist wichtig, die Ursache abzuklären und gegebenenfalls eine angemessene Behandlung einzuleiten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Bedenken bezüglich Ihres Blutdrucks haben. Er kann Ihnen helfen, die Ursache zu ermitteln und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
