über Das Geistige In Der Kunst

Ich war neulich in 'ner Ausstellung, so 'n typischer "Ich-bin-jetzt-kunstinteressiert"-Besuch. Da stand ich vor so einem... äh... Werk. War irgendwas Abstraktes, lauter Farben, die aussahen, als hätte 'n Kleinkind mit Farbtöpfen rumgespielt. Mein erster Gedanke? "Das kann ich auch!" (Kennste, oder?)
Aber dann, hab ich mir gedacht, Moment mal. Da muss doch mehr dahinter stecken. Irgendwie. Sonst würde das ja nicht in 'nem Museum hängen, oder? Und dann fiel mir wieder ein, was ich mal über Kandinsky gelesen hatte: Über das Geistige in der Kunst. BÄM! Plötzlich machte das ganze Farbchaos vielleicht doch Sinn.
Denn genau darum geht's in Kandinskys Buch: Es geht nicht nur um die äußere Form, die Farben, die Linien. Es geht um das, was dahinter steckt. Um die innere Notwendigkeit, wie er es nennt.
Must Read
Was ist denn dieses "Geistige" überhaupt?
Gute Frage! Kandinsky meint damit nicht irgendeine religiöse oder spirituelle Sache im klassischen Sinne. Sondern eher so eine Art innerer Klang. Jedes Werk soll eine bestimmte Wirkung auf uns haben, uns irgendwie berühren. Und das funktioniert eben nicht nur durch das, was wir sehen, sondern durch das, was wir fühlen.
Stell dir vor, du hörst 'n trauriges Lied. Da sind ja auch nur Töne, aber die Melodie und die Harmonie lösen in dir bestimmte Emotionen aus. Kandinsky glaubte, dass das mit Farben und Formen genauso funktioniert. Rot ist aggressiv, blau ist beruhigend, ein Dreieck ist dynamisch... und so weiter. (Okay, vielleicht nicht ganz so simpel, aber du verstehst, was ich meine.)

Das Buch ist zwar schon über 100 Jahre alt (krass, oder?), aber die Ideen sind immer noch total relevant. Es geht darum, dass Kunst nicht nur Dekoration ist. Sie soll uns zum Nachdenken anregen, uns herausfordern, uns vielleicht sogar verändern.
Die innere Notwendigkeit: Warum malt man überhaupt?
Kandinsky sagt, ein Künstler malt nicht einfach nur, weil er Langeweile hat oder weil er Kohle braucht (obwohl das natürlich auch Gründe sein können, seien wir ehrlich). Sondern weil er einen inneren Drang hat. Er muss das, was in ihm schlummert, irgendwie ausdrücken. Und zwar so, dass es auch andere erreicht.

Und genau da wird's interessant. Denn wenn man das verstanden hat, kann man plötzlich auch mit abstrakter Kunst viel mehr anfangen. Man muss nicht mehr krampfhaft nach 'ner konkreten Bedeutung suchen. Sondern man kann sich einfach auf das Gefühl konzentrieren, das das Bild in einem auslöst. (Pro-Tipp: Kopf ausschalten, Bauch einschalten!)
Und was heißt das jetzt für mich?
Naja, erstmal, dass du nicht mehr gleich weglaufen musst, wenn du ein abstraktes Bild siehst. Gib ihm 'ne Chance! Schau es dir genau an, lass die Farben und Formen auf dich wirken. Vielleicht entdeckst du ja was Neues.

Und zweitens, dass Kunst eben nicht nur was für "Experten" ist. Jeder kann sich mit Kunst auseinandersetzen und seine eigenen Interpretationen entwickeln. Es gibt kein Richtig oder Falsch. (Außer vielleicht bei Hitler-Bildern. Die sind immer falsch.)
Kandinskys Buch ist zwar keine leichte Lektüre (teilweise ganz schön kompliziert geschrieben, der Mann), aber es lohnt sich, mal reinzuschauen. Es öffnet einem die Augen für eine ganz neue Art, Kunst zu betrachten. Und wer weiß, vielleicht fängst du ja selbst an zu malen... aus innerer Notwendigkeit versteht sich!
Also, geh raus, schau dir Kunst an und lass dich inspirieren. Und denk dran: Es geht nicht nur um das, was du siehst, sondern um das, was du fühlst.
