The Wall John Lanchester Summary

Okay, stellt euch vor: Ihr seid auf einer Party. Ziemlich langweilig, die Musik ist Mist und ihr kennt niemanden. Dann kommt jemand auf euch zu und sagt: "Hey, du siehst aus, als könntest du mal eine richtig deprimierende Geschichte gebrauchen!" Und dann fängt er an, von einer gigantischen Mauer zu erzählen, die England umgibt, und wie junge Leute gezwungen werden, diese Mauer zu bewachen. Verrückt, oder? Das ist so ziemlich der Grundtenor von John Lanchesters The Wall.
The Wall, im Grunde, ist eine Dystopie. Eine ziemlich düstere noch dazu. Die Welt ist am Arsch. Klimawandel hat alles ruiniert. Küstenstädte sind untergegangen und es gibt eine riesige Flüchtlingswelle. Die britische Regierung (oder was davon übrig ist) hat eine gigantische Mauer gebaut, um das Land vor den "Anderen" zu schützen. Die armen Schlucker, die diese Mauer bewachen müssen, sind die sogenannten "Defenders".
Und hier kommt der Haken: Jeder muss dienen. Egal wer du bist, sobald du alt genug bist, stehst du an dieser Mauer. Zwei Jahre lang. Bei Wind und Wetter. Und wehe dem, der einschläft oder nicht aufpasst, denn die "Anderen" sind immer da, lauernd im Meer. Stell dir vor, zwei Jahre deines Lebens für so etwas zu opfern! Wozu das Ganze?
Must Read
Der Protagonist, Kavanagh, ist einer dieser Defenders. Er ist jung, desillusioniert und alles andere als begeistert von seinem Job. Er versucht einfach nur zu überleben, die Zeit abzusitzen und nicht von der Mauer ins Meer gespült zu werden. Klingt spassig, nicht wahr? (Kleiner Scherz am Rande, natürlich ist es das nicht.)
Die Angst vor dem "Anderen"
Das wirklich Beunruhigende an The Wall ist, dass es nicht nur um die Mauer selbst geht, sondern um die Angst, die sie repräsentiert. Die Angst vor dem Fremden, die Angst vor dem Verlust, die Angst vor dem Unbekannten. Die "Anderen" sind nicht unbedingt böse oder gewalttätig. Sie sind einfach nur... da. Sie wollen überleben, so wie Kavanagh und die anderen Defenders auch. Ist es nicht ironisch?

Lanchester spielt hier gekonnt mit unseren Urängsten. Er zeigt uns, wie leicht eine Gesellschaft in Panik geraten und sich abschotten kann. Und wie schnell wir bereit sind, unsere Menschlichkeit aufzugeben, um uns selbst zu schützen. Denkt mal darüber nach! Das ist nicht einfach nur eine Geschichte, sondern eine ziemlich treffende Metapher für die Welt, in der wir leben.
Also, was passiert in dem Buch? Es gibt natürlich Action, Kämpfe mit den "Anderen", Verrat und Drama. Aber das ist nicht der Kern der Sache. Der Kern ist die Frage: Was bedeutet es, Mensch zu sein, wenn die Welt um uns herum zusammenbricht? Was sind wir bereit zu opfern, um zu überleben? Und können wir wirklich eine Mauer bauen, die uns vor allem Bösen da draußen schützt?

Mehr als nur eine Dystopie
The Wall ist kein Feel-Good-Roman. Absolut nicht. Es ist deprimierend, beklemmend und lässt einen mit einem unbehaglichen Gefühl zurück. Aber genau das macht es so wirkungsvoll. Es zwingt uns, über unbequeme Fragen nachzudenken. Es zwingt uns, uns unserer eigenen Ängste und Vorurteile bewusst zu werden.
Also, wenn ihr mal Lust auf eine richtig düstere Lektüre habt, die euch den Schlaf raubt und euch gleichzeitig zum Nachdenken anregt, dann ist The Wall von John Lanchester genau das Richtige für euch. Aber seid gewarnt: Danach werdet ihr die Welt vielleicht mit anderen Augen sehen. Und vielleicht werdet ihr euch fragen, ob wir nicht schon längst angefangen haben, unsere eigenen Mauern zu bauen. Gute Nacht! (Ihr werdet sie brauchen).
