The Hunter Call Of The Wild Mmoga

Hand aufs Herz: The Hunter: Call of the Wild. Ein Multiplayer-Spiel? Eher ein "Mal-alleine-im-Wald-sein-und-Hirsche-verfolgen"-Simulator mit optionalem Chatfenster. Lasst uns ehrlich sein.
Die Illusion des "Massive"
MMOGA steht ja für Massively Multiplayer Online Game. "Massiv" ist hier aber relativ. Findet man wirklich Horden anderer Jäger, die sich um den fettesten Hirsch streiten? Selten. Meistens stolpert man eher über ein paar vereinzelte Seelen, die genauso verloren aussehen wie man selbst.
Klar, theoretisch kann man mit Freunden spielen. Aber ist das wirklich der Sinn der Sache? Wenn ich mit Freunden quatschen will, treffe ich mich lieber auf ein Bier. Im Wald lauern wir lieber alleine. Und wenn wir den perfekten Schuss landen, wollen wir das auch nicht mit jemandem teilen. Das ist unser Moment!
Must Read
Ich behaupte ja: Die meisten spielen The Hunter, um der Hektik des Alltags zu entfliehen. Um Ruhe zu finden. Um sich in der virtuellen Natur zu verlieren. Und das geht am besten...ratet mal...ALLEINE.
Versteht mich nicht falsch. Es ist nett zu wissen, dass es andere Spieler gibt. Manchmal hilft ein Tipp im Chat. Aber die Vorstellung, dass The Hunter ein echtes MMOGA ist? Ein bisschen übertrieben, oder?

Die "Jagd" nach Interaktion
Die Interaktion beschränkt sich meistens auf ein kurzes "Hi" im Chat, gefolgt von minutenlangem Schweigen. Manchmal fragt jemand, wo man die besten Elche findet. Oder ob jemand Lust hat, gemeinsam einen Bären zu erlegen. Aber dann geht jeder doch wieder seinen eigenen Weg.
Warum ist das so? Vielleicht liegt es daran, dass die Jagd an sich eine sehr individuelle Beschäftigung ist. Jeder hat seine eigenen Strategien, seine eigenen Lieblingsgebiete, seine eigenen Jagdmethoden. Es ist schwer, das alles mit anderen zu koordinieren. Vor allem, wenn man gerade versucht, sich lautlos an ein scheues Reh heranzupirschen.
Und mal ehrlich: Wer hat schon Lust, mit jemandem zu spielen, der ständig ins Dickicht rennt und alle Tiere verscheucht? Eben.

"Das ist wie Angeln. Entweder man angelt gemeinsam und schweigt, oder man angelt alleine und genießt die Ruhe."
Die soziale Komponente: Optional
Die Entwickler haben sich natürlich Mühe gegeben, eine soziale Komponente einzubauen. Es gibt Jagdgesellschaften, Herausforderungen und sogar Wettbewerbe. Aber auch hier gilt: Die Teilnahme ist optional. Und viele Spieler ziehen es vor, diese Angebote zu ignorieren.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Belohnungen für die Teilnahme an diesen Aktivitäten nicht immer so verlockend sind. Ein paar Erfahrungspunkte mehr? Ein bisschen Geld? Das reicht nicht, um den inneren Einzelgänger zu überwinden.

Ich will nicht sagen, dass die soziale Komponente in The Hunter unnötig ist. Aber sie ist definitiv nicht der Kern des Spiels. Der Kern ist die Erfahrung der Jagd, die Ruhe der Natur, die Befriedigung, wenn man ein Tier erfolgreich erlegt hat. Und diese Erfahrung kann man am besten alleine machen.
Unpopuläre Meinung?
Vielleicht bin ich ja mit dieser Meinung alleine. Vielleicht gibt es da draußen eine große Community von The Hunter-Spielern, die regelmäßig gemeinsam auf die Jagd gehen und sich dabei prächtig amüsieren. Aber ich bezweifle es.
Ich glaube, dass die meisten The Hunter-Spieler stille Einzelgänger sind, die die Ruhe der virtuellen Natur suchen. Die sich gerne in der Wildnis verlieren und die Welt um sich herum vergessen. Und das ist auch gut so.

Also, das nächste Mal, wenn ihr The Hunter: Call of the Wild startet, fragt euch: Spiele ich wirklich ein MMOGA? Oder genieße ich einfach nur die Ruhe und Einsamkeit? Die Antwort ist wahrscheinlich: Letzteres. Und das ist völlig in Ordnung.
Lasst uns die "Massive" einfach mal weglassen. The Hunter: Call of the Wild ist ein wunderschöner Jagdsimulator. Punkt. Und das reicht vollkommen aus.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss los. Ein kapitaler Hirsch wartet auf mich. Und ich will ihn ganz für mich alleine.
