Text Zur Verabschiedung Eines Kollegen

Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Abschiedsreden für Kollegen... puh! Manchmal fühlt es sich an wie eine Pflichtübung. Wie ein Marathon, den man nur mit viel Kaffee überlebt.
Ich habe da so meine, sagen wir mal, eigenen Ansichten dazu. Und vielleicht bin ich damit allein. Aber vielleicht auch nicht! Los geht's!
Die Sache mit den Superlativen
Jeder ist plötzlich der beste Kollege aller Zeiten. Der fleißigste. Der witzigste. War Gerhard wirklich so witzig? Ich erinnere mich eher an seine Liebe zu Excel-Tabellen. Aber gut, jedem das Seine. Bei Abschieden wird eben geflunkert.
Must Read
Ich finde, ein bisschen mehr Ehrlichkeit wäre doch nett. So ein Augenzwinkern. "Brigitte war... immer pünktlich. Meistens." Das wäre doch mal was!
Die Sache mit den Geschenken
Sammelaktionen für Geschenke! Großartig, oder? Außer, wenn man knapp bei Kasse ist. Und außer, wenn das Geschenk... naja... unpersönlich ist. Der obligatorische Gutschein für ein Wellness-Wochenende. Oder die Pflanze, die in zwei Wochen eingeht.
Ich plädiere für: Persönliche Geschenke! Eine selbstgemalte Karte. Ein Gutschein für einen Gefallen. Oder einfach: Ein ehrliches "Danke".

Die Sache mit den Anekdoten
Oh, die Anekdoten! Da werden Geschichten ausgegraben, die eigentlich längst vergessen sein sollten. Erinnerst du dich, Klaus, an diesen Betriebsausflug vor zehn Jahren? Als du...? Äh, ja. Lass uns das lieber nicht ausbreiten.
Manchmal wünschte ich mir, die Anekdoten wären... kürzer. Und weniger peinlich. Oder vielleicht sogar... witzig! (Im positiven Sinne, natürlich.)
Die Sache mit den Tränen
Ja, Abschiede sind emotional. Keine Frage. Aber muss man gleich in Tränen ausbrechen? Ich meine, Sabine wechselt doch nur die Abteilung! Sie zieht nicht nach Sibirien!

Ein bisschen Wehmut ist okay. Aber bitte keine Heulkrämpfe. Sonst fühle ich mich schuldig, weil ich nicht mitheule.
Die Sache mit dem Essen
Kuchen. Häppchen. Sekt. Abschiede sind kulinarische Highlights. Zumindest theoretisch. Praktisch ist es oft so, dass der Kuchen trocken ist, die Häppchen schon seit Stunden herumstehen und der Sekt... naja, sektig schmeckt.
Ich träume von Abschieden mit richtig gutem Essen. Einem saftigen Burger. Einer Pizza. Oder wenigstens einem Stück frischen Kuchen.

Meine Unpopuläre Meinung?
Abschiedsreden müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nicht langweilig sein. Und sie müssen nicht mit Superlativen überladen sein.
Sie dürfen ehrlich sein. Sie dürfen witzig sein. Und sie dürfen vor allem... von Herzen kommen.
Ein einfaches "Mach's gut, Thomas! Wir werden dich vermissen!" ist manchmal mehr wert als eine einstündige Rede.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von euch hat bei einer Abschiedsrede schon mal innerlich die Minuten gezählt?
Ich weiß, ich bin nicht allein.
Lasst uns Abschiede ein bisschen entspannter angehen. Ein bisschen humorvoller. Und ein bisschen... ehrlicher. Wäre das nicht schön?
In diesem Sinne: Auf die nächste Abschiedsrede! Möge sie kurzweilig sein und uns allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Und möge der Kuchen nicht trocken sein!
