Spina Bifida And Spina Bifida Occulta

Stell dir vor, dein Körper entwickelt sich, aber ein winziges Detail bleibt unvollendet. Bei manchen Menschen betrifft dieses Detail die Wirbelsäule. Dieser Artikel richtet sich an alle, die mehr über Spina Bifida und Spina Bifida Occulta erfahren möchten – Betroffene, Angehörige, Interessierte und alle, die ihr medizinisches Wissen erweitern wollen. Wir werden die Unterschiede, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten dieser beiden Formen der Spaltwirbelsäule verständlich erklären.
Was ist Spina Bifida?
Spina Bifida, auf Deutsch „offener Rücken“, ist eine angeborene Fehlbildung, bei der sich das Neuralrohr während der Schwangerschaft nicht vollständig schließt. Das Neuralrohr ist die Vorstufe des Gehirns und des Rückenmarks. Diese unvollständige Schließung kann zu Schäden am Rückenmark und den Nerven führen.
Es gibt verschiedene Schweregrade von Spina Bifida. Die zwei häufigsten Formen sind:
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- Myelomeningozele: Die schwerste Form, bei der das Rückenmark und die Hirnhäute durch eine Öffnung in der Wirbelsäule austreten.
- Meningozele: Nur die Hirnhäute treten durch die Öffnung in der Wirbelsäule aus, das Rückenmark selbst ist nicht betroffen.
Die Myelomeningozele führt in der Regel zu erheblichen neurologischen Beeinträchtigungen, wie Lähmungen, Sensibilitätsstörungen und Problemen mit der Blasen- und Darmfunktion. Die Meningozele verursacht meist weniger schwerwiegende Symptome, kann aber dennoch operativ behandelt werden müssen.
Was ist Spina Bifida Occulta?
Im Gegensatz zur Spina Bifida ist die Spina Bifida Occulta (verborgene Spaltwirbelsäule) die mildeste Form. Hierbei ist lediglich ein oder mehrere Wirbelbogen nicht vollständig geschlossen. Das Rückenmark und die Nerven sind jedoch in der Regel nicht betroffen und liegen innerhalb des Wirbelkanals.
Oftmals wird die Spina Bifida Occulta erst zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt, die aus anderen Gründen durchgeführt wurde. In den meisten Fällen verursacht sie keine Symptome.

Unterschiede zwischen Spina Bifida und Spina Bifida Occulta
Die folgende Tabelle verdeutlicht die wichtigsten Unterschiede:
| Merkmal | Spina Bifida | Spina Bifida Occulta |
|---|---|---|
| Schweregrad | Schwerwiegend (Myelomeningozele, Meningozele) | Mild |
| Betroffene Strukturen | Rückenmark, Hirnhäute, Nerven | Wirbelbogen |
| Sichtbarkeit | Offene Wunde am Rücken (Myelomeningozele), sichtbare Ausstülpung (Meningozele) | Verborgen (meist keine äußeren Anzeichen) |
| Symptome | Lähmungen, Sensibilitätsstörungen, Blasen- und Darmfunktionsstörungen, Hydrozephalus | Meist keine Symptome |
| Behandlung | Operation, lebenslange Betreuung | Meist keine Behandlung notwendig |
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Ursachen für Spina Bifida sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht von einem Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Faktoren aus. Zu den Risikofaktoren gehören:
- Folsäuremangel während der Schwangerschaft: Ein Mangel an Folsäure ist einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren.
- Familiäre Vorbelastung: Wenn bereits Fälle von Spina Bifida in der Familie aufgetreten sind, ist das Risiko erhöht.
- Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente, die während der Schwangerschaft eingenommen werden, können das Risiko erhöhen.
- Diabetes der Mutter
- Übergewicht der Mutter
Für die Spina Bifida Occulta gibt es keine eindeutigen Risikofaktoren. Sie tritt relativ häufig auf und ist in den meisten Fällen harmlos.

Symptome und Diagnose
Wie bereits erwähnt, verursacht die Spina Bifida Occulta meist keine Symptome. In seltenen Fällen können folgende Anzeichen auftreten:
- Hautveränderungen über der betroffenen Stelle (z.B. Grübchen, Pigmentierung, Behaarung)
- Fettgewebsansammlung (Lipom) unter der Haut
Die Diagnose von Spina Bifida wird in der Regel bereits während der Schwangerschaft durch Ultraschalluntersuchungen und gegebenenfalls durch eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) gestellt.
Bei der Spina Bifida Occulta wird die Diagnose meist zufällig durch eine Röntgenuntersuchung gestellt.

Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung der Spina Bifida ist komplex und erfordert ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Therapeuten und anderen Fachkräften. Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Bei der Myelomeningozele ist in der Regel eine operative Korrektur kurz nach der Geburt erforderlich, um das Rückenmark zu verschließen und weitere Schäden zu verhindern. Zusätzlich sind häufig weitere Operationen und Therapien notwendig, um die Folgeerscheinungen, wie z.B. Hydrozephalus (Wasserkopf), Lähmungen und Blasen- und Darmfunktionsstörungen, zu behandeln.
Die Meningozele wird ebenfalls operativ behandelt, um die Ausstülpung zu entfernen. Die Prognose ist in der Regel gut.

Die Spina Bifida Occulta erfordert in den meisten Fällen keine Behandlung. Wenn jedoch Symptome auftreten, können Physiotherapie oder andere Therapien helfen, die Beschwerden zu lindern.
Prävention
Das Risiko für Spina Bifida kann durch die Einnahme von Folsäure vor und während der Schwangerschaft deutlich reduziert werden. Frauen mit Kinderwunsch sollten daher idealerweise bereits einige Monate vor der geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäure beginnen.
Zudem ist es wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten und Risikofaktoren wie Übergewicht und Diabetes zu vermeiden.
Fazit
Spina Bifida und Spina Bifida Occulta sind angeborene Fehlbildungen der Wirbelsäule, die unterschiedliche Schweregrade aufweisen. Während die Spina Bifida zu erheblichen neurologischen Beeinträchtigungen führen kann, verursacht die Spina Bifida Occulta in den meisten Fällen keine Symptome. Durch eine ausreichende Folsäureversorgung vor und während der Schwangerschaft kann das Risiko für Spina Bifida deutlich reduziert werden. Bei Verdacht auf Spina Bifida ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung entscheidend, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Eine frühzeitige Diagnose und umfassende Betreuung sind der Schlüssel für ein möglichst normales Leben mit Spina Bifida.
