Sohn Des Odysseus Und Der Penelope

Also, Leute, setzt euch, bestellt euch einen Kaffee (oder einen Ouzo, ganz wie ihr wollt!), denn ich hab' da eine Geschichte für euch. Eine Familiengeschichte, und zwar eine ziemlich epische. Es geht um... ihr ahnt es schon... Odysseus! Aber nicht nur um ihn. Sondern um seinen Sohn, den armen Telemachos, und seine Frau, die geduldige Penelope.
Kennt ihr das, wenn euer Papa mal kurz Zigaretten holen geht und dann... einfach zehn Jahre wegbleibt? Genau das ist Telemachos passiert, nur dass sein Papa nicht Zigaretten, sondern das sagenumwobene Troja besuchte. Und noch ein paar Inseln. Und noch ein paar Monster. Odysseus hatte es echt drauf, aus einem kleinen Ausflug eine neverending Story zu machen.
Stellt euch vor: Telemachos ist ein Teenager, die Mama heisst Penelope und wird von 108 (!) Freiern belagert, weil alle hoffen, dass Odysseus nie wieder auftaucht. 108! Das ist wie 'ne Horde pubertierender Nashörner, die in dein Wohnzimmer einzieht und deine Couch in Beschlag nimmt. Und alle wollen deine Mama heiraten! Der Horror, oder?
Must Read
Penelope, die clevere Füchsin, hat natürlich keine Lust auf diese testosterongesteuerte Invasion. Sie weiss, dass Odysseus noch lebt (zumindest hofft sie das!) und erfindet einen Trick. Sie verspricht, sich zu entscheiden, sobald sie das Leichentuch für Odysseus' Vater Laertes fertig gewebt hat. Tagsüber webt sie fleissig, nachts ribbelt sie alles wieder auf. Genial! Das nennt man Prokrastination auf Olymp-Niveau!
Armer Telemachos. Er versucht, die Situation zu kontrollieren, aber er ist ja nur ein Teenager. Was soll er gegen 108 Muskelprotze ausrichten? Er schreit sie an, er droht ihnen, er versucht, seinen Vater zu rufen (ähm, per Gebet, versteht sich, kein Handyempfang auf Ithaka!), aber die Freier lachen ihn nur aus. Die denken sich: "Der Kleine? Der kann uns nix!"

Dann fasst sich Telemachos ein Herz. Er beschliesst, seinen Vater zu suchen. Klar, warum auch nicht? Ein bisschen Abenteuer kann ja nicht schaden. Er segelt nach Pylos und Sparta, wo er Nestor und Menelaos trifft, alte Kumpels von Odysseus. Die erzählen ihm natürlich nur Heldengeschichten von seinem Papa. "Dein Vater war der Grösste!", "Dein Vater hat Troja allein im Schlaf erobert!", "Dein Vater konnte mit Zyklopen Karten spielen!". Telemachos wird ganz rot vor Stolz, aber gleichzeitig denkt er sich: "Papa, wo steckst du eigentlich?"
Die Reise ist für Telemachos eine Art Coming-of-Age-Trip. Er lernt, selbstbewusster zu sein, Entscheidungen zu treffen und für seine Familie einzustehen. Er ist nicht mehr der kleine, hilflose Junge, der von den Freiern ausgelacht wird. Er wird zu einem Mann. Fast zumindest. Er ist immer noch ein Teenager, aber ein Teenager mit einem Plan.
Das grosse Finale
Und dann... endlich! Odysseus taucht auf. Verkleidet als Bettler, aber Telemachos erkennt ihn trotzdem (oder eher: Athene, die Göttin, hat ihm geholfen, ihn zu erkennen). Die beiden schmieden einen Plan. Einen ziemlich blutigen Plan, muss man sagen.

Die Freier werden alle zu einem Bogenschiesswettbewerb eingeladen. Penelope verspricht, denjenigen zu heiraten, der Odysseus' Bogen spannen und einen Pfeil durch zwölf Axtringe schiessen kann. Klingt unmöglich? Ist es auch. Ausser für Odysseus natürlich.
Einer nach dem anderen scheitert kläglich. Die Freier sind zu fett, zu faul oder einfach nur zu dumm, um den Bogen auch nur anzuheben. Dann tritt der "Bettler" vor. Alle lachen. Aber Odysseus spannt den Bogen mit Leichtigkeit und schiesst den Pfeil mitten durch die Axtringe. Volltreffer!

Dann beginnt das Gemetzel. Odysseus und Telemachos, unterstützt von ein paar treuen Dienern, schlachten alle 108 Freier ab. Brutal, aber effektiv. Penelope ist erst skeptisch, aber als sie Odysseus erkennt (und ihm ein paar knifflige Fragen stellt, um sicherzugehen), fällt sie ihm in die Arme. Happy End! Oder so ähnlich.
Telemachos? Der ist jetzt ein Held. Er hat bewiesen, dass er mehr ist als nur "der Sohn von Odysseus". Er hat seinen Vater gesucht, für seine Familie gekämpft und geholfen, das Königreich zurückzugewinnen. Und er kann jetzt endlich in Ruhe seine Pubertät beenden. Ohne 108 Nashörner im Wohnzimmer.
Die Moral von der Geschichte? Vergesst nie, dass selbst der unscheinbarste Teenager das Zeug zum Helden hat. Und dass es sich immer lohnt, auf seinen Papa zu warten. Auch wenn er ein bisschen länger Zigaretten holen geht. Und vielleicht noch: Webt niemals Leichentücher nachts auf. Das rächt sich!
