Sinn Machen Oder Sinn Ergeben

Kennt ihr das? Ihr steht im Supermarkt vor dem Regal mit den Müsliriegeln. 50 Sorten, jede verspricht das Blaue vom Himmel. "Superfood!", "Extra Protein!", "Weniger Zucker!". Und plötzlich fragt man sich: Was soll das eigentlich alles? Genauso ist es manchmal mit Entscheidungen im Leben. Man ist von Möglichkeiten erschlagen und fragt sich: Was macht das eigentlich für einen Sinn? Oder: Was ergibt das für einen Sinn?
Sinn Machen: Die aktive Zutat
Sinn machen, das ist so, als ob man selbst die Zutaten für den Kuchen backt. Man ist aktiv beteiligt, gestaltet etwas, erschafft etwas. Denkt an den Handwerker, der ein Haus baut. Oder die Künstlerin, die ein Gemälde malt. Die Tätigkeit selbst macht Sinn, weil sie ein konkretes Ergebnis hat. Der Handwerker sieht ein Haus entstehen, die Künstlerin ein Kunstwerk. Sie haben Sinn gemacht!
Stellt euch vor, ihr versucht, ein IKEA-Regal zusammenzubauen (Achtung, Triggerwarnung!). Nach drei Stunden, etlichen Flüchen und einer Schraube, die irgendwie übrig geblieben ist, steht das Ding. Es wackelt zwar ein bisschen, aber es steht! Ihr habt etwas Sinnvolles gemacht. Ihr habt aktiv etwas erschaffen, auch wenn der Weg dorthin steinig war.
Must Read
Sinn Ergeben: Das große Ganze verstehen
Sinn ergeben ist eher wie ein Puzzle. Man hat viele kleine Teile, die erstmal keinen Sinn ergeben. Aber wenn man sie richtig zusammensetzt, ergibt sich ein Bild. Es geht darum, eine Verbindung herzustellen, einen Zusammenhang zu erkennen. Warum mache ich das alles? Wie passt das in mein Leben? Welchen Beitrag leiste ich zum großen Ganzen?
Denkt an den Studenten, der bis tief in die Nacht über seinen Büchern brütet. Im Moment erscheint ihm das alles vielleicht sinnlos. Aber er hofft, dass sein Studium ihm später einen Job ermöglicht, der ihm Freude bereitet und ihm erlaubt, etwas Sinnvolles zu tun. Das Studium ergibt dann im Nachhinein Sinn, wenn es ihm hilft, seine Ziele zu erreichen.

Der Unterschied: Aktiv vs. Passiv
Der Unterschied zwischen "Sinn machen" und "Sinn ergeben" ist also subtil, aber wichtig. "Sinn machen" ist aktiv. Man ist der Macher, der Gestalter. "Sinn ergeben" ist eher passiv. Man beobachtet, analysiert, versucht, Zusammenhänge zu erkennen. Es ist wie der Unterschied zwischen dem Koch, der ein Gericht zubereitet (Sinn machen) und dem Gourmet, der das Gericht genießt und seinen tieferen Sinn erkennt (Sinn ergeben).
Manchmal überlappen sich die beiden Begriffe auch. Wenn man ein Ehrenamt ausübt, macht man nicht nur etwas Sinnvolles (man hilft anderen Menschen), sondern es ergibt auch Sinn für das eigene Leben (man fühlt sich gebraucht und wertvoll).

Und was ist, wenn etwas weder Sinn macht noch Sinn ergibt? Tja, dann ist es wahrscheinlich Zeit, etwas zu ändern! Vielleicht ist der Job doof, die Beziehung unglücklich oder das Hobby langweilig. Dann sollte man sich fragen: Was könnte Sinn machen? Was würde meinem Leben Sinn geben?
Also, was tun?
Lasst uns versuchen, beides zu tun: Dinge, die Sinn machen (die uns Freude bereiten und uns etwas erschaffen lassen) und Dinge, die Sinn ergeben (die uns helfen, unseren Platz in der Welt zu finden). Vielleicht fangen wir damit an, das nächste Mal im Supermarkt einfach den Müsliriegel zu nehmen, der uns am meisten anlacht, ohne uns zu viele Gedanken zu machen. Denn manchmal ist es eben auch in Ordnung, wenn etwas einfach nur schmeckt und keinen tieferen Sinn hat! Und manchmal, ganz ehrlich, ist die Suche nach dem Sinn an sich, sinnstiftend!
Vergesst nicht, das Leben ist kein fertiges Puzzle, sondern ein selbstgemaltes Bild. Manchmal kleckst man, manchmal malt man über, aber am Ende ist es unser Bild. Und das ist sinnstiftend.
