Schwarz Vor Den Augen Beim Aufstehen

Kennst du das Gefühl, wenn du morgens aus dem Bett steigst und plötzlich alles um dich herum schwarz wird? Ein kurzer Moment der Orientierungslosigkeit, der dich vielleicht schon einmal erschreckt hat. Du bist nicht allein! Viele Menschen erleben dieses Phänomen, das umgangssprachlich als "Schwarz vor den Augen beim Aufstehen" bekannt ist. In diesem Artikel wollen wir genauer beleuchten, was hinter diesem Phänomen steckt, welche Ursachen es haben kann und was du dagegen tun kannst. Unser Ziel ist es, dir ein besseres Verständnis für deinen Körper zu vermitteln und dir praktische Tipps an die Hand zu geben.
Was bedeutet "Schwarz vor den Augen beim Aufstehen" genau?
Medizinisch wird dieses Phänomen als orthostatische Hypotonie bezeichnet. Orthostatisch bedeutet "die aufrechte Körperhaltung betreffend" und Hypotonie steht für niedrigen Blutdruck. Kurz gesagt, es handelt sich um einen vorübergehenden Blutdruckabfall, der auftritt, wenn du von einer liegenden oder sitzenden Position schnell aufstehst.
Wenn du liegst, ist der Blutdruck relativ gleichmäßig im Körper verteilt. Beim Aufstehen muss das Blut plötzlich gegen die Schwerkraft in dein Gehirn gepumpt werden. Bei Menschen mit orthostatischer Hypotonie funktioniert diese Anpassung nicht schnell genug. Das Ergebnis: Das Gehirn wird kurzzeitig nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zu den beschriebenen Symptomen führt.
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Welche Symptome können auftreten?
Neben dem offensichtlichsten Symptom, dem kurzzeitigen Schwarzwerden vor den Augen, können weitere Begleiterscheinungen auftreten:
- Schwindelgefühl: Ein Gefühl der Unsicherheit und des Schwankens.
- Benommenheit: Ein Gefühl, als wäre man nicht ganz wach oder anwesend.
- Schwächegefühl: Ein allgemeines Gefühl der Kraftlosigkeit, insbesondere in den Beinen.
- Herzrasen: Das Herz schlägt schneller, um den Blutdruck zu erhöhen.
- Übelkeit: In manchen Fällen kann auch Übelkeit auftreten.
- Ohrensausen: Ein Klingeln oder Rauschen in den Ohren.
- Verschwommenes Sehen: Die Sicht kann kurzzeitig unscharf werden.
In seltenen Fällen kann die orthostatische Hypotonie auch zu einer Ohnmacht führen. Dies ist jedoch eher die Ausnahme.

Was sind die Ursachen für orthostatische Hypotonie?
Es gibt verschiedene Faktoren, die zu einem Blutdruckabfall beim Aufstehen führen können. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Flüssigkeitsmangel: Wenn du nicht ausreichend trinkst, verringert sich dein Blutvolumen, was den Blutdruck senkt.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie z.B. Blutdrucksenker, Antidepressiva oder Diuretika, können orthostatische Hypotonie als Nebenwirkung haben.
- Längere Bettruhe: Nach längerer Bettruhe sind die Blutgefäße weniger trainiert und können sich nicht so schnell an die aufrechte Position anpassen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erkrankungen des Herzens oder der Blutgefäße können die Blutdruckregulation beeinträchtigen.
- Neurologische Erkrankungen: In seltenen Fällen können neurologische Erkrankungen, wie z.B. Parkinson, zu orthostatischer Hypotonie führen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers, den Blutdruck zu regulieren, ab.
- Diabetes: Diabetes kann die Nerven schädigen, die den Blutdruck regulieren.
- Alkohol: Alkohol kann die Blutgefäße erweitern und so den Blutdruck senken.
- Hitze: Bei hohen Temperaturen weiten sich die Blutgefäße, was den Blutdruck senken kann.
Es ist wichtig zu betonen, dass orthostatische Hypotonie nicht immer eine ernsthafte Erkrankung ist. In vielen Fällen ist sie harmlos und verschwindet von selbst.

Was kann ich dagegen tun?
Glücklicherweise gibt es einige Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um die Symptome der orthostatischen Hypotonie zu lindern oder sogar zu verhindern:
- Trinke ausreichend Flüssigkeit: Trinke täglich mindestens 2-3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.
- Stehe langsam auf: Vermeide ruckartige Bewegungen und gib deinem Körper Zeit, sich an die aufrechte Position anzupassen. Setze dich zunächst kurz auf die Bettkante, bevor du aufstehst.
- Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung fördern die Durchblutung und stärken das Herz-Kreislauf-System.
- Stützstrümpfe: Stützstrümpfe können helfen, den Blutdruck in den Beinen zu erhöhen und den Blutfluss zum Gehirn zu verbessern.
- Salzreiche Ernährung: Sprich mit deinem Arzt, ob eine leicht erhöhte Salzzufuhr für dich geeignet ist. Salz kann den Blutdruck erhöhen.
- Vermeide Alkohol und lange heiße Bäder: Diese können den Blutdruck senken.
- Medikamente überprüfen: Sprich mit deinem Arzt über deine Medikamente. Möglicherweise sind sie die Ursache für deine Beschwerden.
Wichtig: Wenn die Symptome häufig auftreten oder sehr stark sind, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. In manchen Fällen kann eine Behandlung erforderlich sein.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- Du regelmäßig unter orthostatischer Hypotonie leidest.
- Die Symptome sehr stark sind und dich im Alltag beeinträchtigen.
- Du zusätzliche Symptome wie Brustschmerzen, Atemnot oder Bewusstlosigkeit hast.
- Du Medikamente einnimmst und vermutest, dass diese die Ursache sein könnten.
Der Arzt kann eine gründliche Untersuchung durchführen, um die Ursache für deine Beschwerden zu ermitteln und die geeignete Behandlung einzuleiten.
Fazit
Das "Schwarzwerden vor den Augen beim Aufstehen" ist ein weit verbreitetes Phänomen, das in den meisten Fällen harmlos ist. Durch einfache Maßnahmen wie ausreichendes Trinken, langsames Aufstehen und regelmäßige Bewegung kannst du die Symptome oft lindern oder sogar verhindern. Sollten die Beschwerden jedoch häufig auftreten oder sehr stark sein, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Denke daran, auf deinen Körper zu hören und ihm die Zeit zu geben, die er braucht, um sich an Veränderungen anzupassen. Deine Gesundheit ist wichtig!
