Rilke Ich Lebe Mein Leben

Okay, mal ehrlich. Rainer Maria Rilke und sein "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen…" Wir kennen's, oder? Es ist quasi die Poesie-Version von "Live, Laugh, Love".
Jetzt kommt meine unbequeme Wahrheit: Manchmal…nervt's mich. Jaaaaa, ich hab's gesagt! Nicht hauen! Bevor ihr eure Lyrik-Mistgabeln rausholt, hört mir zu.
Ring frei für Realität!
Klar, die Idee ist schön. Wir entwickeln uns, wir wachsen, wir umkreisen das Zentrum des Lebens immer wieder aufs Neue. Blabla. Super.
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Aber was ist, wenn dein Leben sich anfühlt wie eine Spirale, die immer tiefer in den Abwasch-Berg führt? Was, wenn die Ringe immer enger werden, weil dein Chef dir noch einen Bericht aufs Auge drückt? Was, wenn das Zentrum deines Lebens eigentlich der Pizzakarton vom Wochenende ist?
Rilke, mein Lieber, du hattest wahrscheinlich Zeit, in Schlössern rumzuhängen und über Rosen nachzudenken. Ich hab' 'ne Waschmaschine, die klingt, als würde sie versuchen, ein Spaceshuttle zu starten.
Und diese wachsende Ringe? Klingt für mich nach dem Umfang meiner Hüften nach Weihnachten. Danke, Rilke!

Ich meine, versteht mich nicht falsch. Ich liebe Poesie. Ich liebe es, wenn Worte so schön sind, dass sie in meinem Kopf tanzen. Aber manchmal brauche ich einfach nur jemanden, der sagt: "Hey, das Leben ist manchmal scheiße. Hier, nimm 'nen Keks."
Die Sache mit dem Wachsen...
Dieses ständige Streben nach Wachstum. Puh! Ist das nicht auch anstrengend? Müssen wir wirklich immer besser, stärker, weiser werden?
Ich behaupte mal: Nein. Manchmal reicht es, einfach nur dazusitzen und die Wolken anzuschauen. Oder 'ne Folge "The Great British Baking Show". Ist auch 'ne Art von Wachstum, oder? Innere Ruhe. Oder einfach nur Bauch voll Kuchen.

Rilke hätte wahrscheinlich gesagt: "Oh, aber die Wolken sind ein Spiegel deiner Seele! Und der Kuchen ist eine Metapher für…" Jaja, schon klar.
Aber manchmal ist eine Wolke einfach nur 'ne Wolke. Und Kuchen ist einfach nur Kuchen. Leckerer Kuchen.
Ich finde, es ist okay, nicht immer in wachsenden Ringen zu leben. Es ist okay, mal 'ne Schleife zu drehen. Es ist okay, mal rückwärts zu gehen, wenn man was vergessen hat (zum Beispiel das Rezept für den perfekten Kuchen).
"Wer jetzt keine Heimat hat, baut sich keine mehr." - Rilke.
Ja, ja. Und wer jetzt keine Pizza bestellt, kocht wahrscheinlich 'ne Woche lang nur noch Kohl. Ich sehe da keinen Zusammenhang. Oder vielleicht doch? Ach, egal.

Ein Plädoyer für's Chillen
Vielleicht ist mein Problem, dass ich Rilke zu ernst nehme. Vielleicht sollte ich seine Gedichte einfach als schöne Worte betrachten und nicht als Lebensanleitung.
Aber die Sache ist die: Das Internet ist voll von inspirierenden Zitaten und Lebensweisheiten. Und manchmal sind sie einfach nur…drüber.
Ich brauche keine weiteren Ringe. Ich brauche einen Tag am Strand. Oder ein Nickerchen. Oder beides.

Und vielleicht, ganz vielleicht, ist das auch eine Art von Wachstum. Das Wachstum der Akzeptanz. Die Akzeptanz, dass das Leben nicht immer perfekt ist. Dass man nicht immer wachsen muss. Dass es okay ist, einfach nur man selbst zu sein. Mit allen Ecken und Kanten und Pizzakartons.
Vielleicht ist das mein persönlicher, unperfekter, nicht-wachsender Ring. Und das ist okay.
Also, Rilke, nix für ungut. Deine Gedichte sind schön. Aber manchmal brauche ich einfach nur 'nen Keks. Und ein Nickerchen. Und vielleicht 'ne Pizza.
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