Reifendruck Auto Wie Geht Das

Stell dir vor, du fährst mit dem Auto und spürst, dass irgendwas nicht stimmt. Das Lenken fühlt sich schwammig an, der Spritverbrauch ist höher als sonst, oder die Reifen quietschen in Kurven. Oft ist die Ursache einfach: der Reifendruck stimmt nicht! Aber keine Panik, das Problem ist leicht zu beheben. Dieser Artikel erklärt dir, wie du den Reifendruck deines Autos richtig prüfst und anpasst – ganz einfach und verständlich.
Warum ist der richtige Reifendruck so wichtig?
Der Reifendruck ist essentiell für deine Sicherheit, den Fahrkomfort und die Lebensdauer deiner Reifen. Stell dir deine Reifen als die Schuhe deines Autos vor. Sind sie zu locker (zu wenig Luftdruck), läufst du unsicher und stolperst vielleicht. Sind sie zu eng (zu viel Luftdruck), ist es unbequem und schmerzhaft. Genauso ist es mit den Reifen!
Sicherheit geht vor!
Ein falscher Reifendruck kann die Fahreigenschaften deines Autos negativ beeinflussen:
Must Read
- Verlängerter Bremsweg: Mit zu wenig Luftdruck verlängert sich der Bremsweg, besonders auf nasser Fahrbahn. Das kann im Notfall entscheidend sein.
- Schlechtere Kurvenstabilität: Unterluftdruck führt dazu, dass sich die Reifen stärker verformen, was die Stabilität in Kurven beeinträchtigt.
- Erhöhtes Aquaplaning-Risiko: Zu wenig Luftdruck erhöht das Risiko von Aquaplaning bei Regen, da das Wasser nicht mehr so gut abgeleitet werden kann.
- Reifenplatzer: Durch Überhitzung bei zu niedrigem Druck kann es zu einem Reifenplatzer kommen, besonders bei hohen Geschwindigkeiten.
Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz
Der richtige Reifendruck spart Geld und schont die Umwelt:
- Reduzierter Kraftstoffverbrauch: Mit dem richtigen Druck rollen die Reifen leichter, was den Kraftstoffverbrauch senkt. Eine Abweichung von nur 0,5 bar kann den Verbrauch bereits merklich erhöhen.
- Längere Reifenlebensdauer: Falscher Druck führt zu ungleichmäßigem Verschleiß. Zu wenig Druck verschleißt die Reifen an den Seiten stärker, zu viel Druck in der Mitte. Der richtige Druck sorgt für eine gleichmäßige Abnutzung und verlängert die Lebensdauer.
Fahrkomfort
Der richtige Reifendruck trägt auch zum Fahrkomfort bei:
- Angenehmeres Fahrgefühl: Mit dem richtigen Druck fährt sich das Auto stabiler und komfortabler.
- Geringere Geräuschentwicklung: Zu wenig Druck kann zu stärkeren Abrollgeräuschen führen.
Wo finde ich den richtigen Reifendruck für mein Auto?
Der empfohlene Reifendruck für dein Auto ist nicht willkürlich festgelegt. Er wird vom Fahrzeughersteller ermittelt und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. dem Fahrzeugmodell, der Reifengröße und der Beladung.
Du findest den empfohlenen Reifendruck an folgenden Stellen:

- Bedienungsanleitung: In der Bedienungsanleitung deines Autos findest du eine Tabelle mit den empfohlenen Reifendrücken für verschiedene Beladungszustände.
- Tankdeckel: Oft befindet sich ein Aufkleber mit den Reifendruckangaben an der Innenseite des Tankdeckels.
- B-Säule: Manchmal ist ein Aufkleber an der B-Säule (der Säule zwischen den vorderen und hinteren Türen) der Fahrerseite angebracht.
Wichtig: Die Angaben auf dem Reifen selbst beziehen sich auf den maximal zulässigen Reifendruck, nicht auf den empfohlenen Betriebsdruck für dein Auto. Orientiere dich immer an den Angaben des Fahrzeugherstellers!
Wie messe ich den Reifendruck richtig?
Um den Reifendruck zu messen, benötigst du ein Reifendruckmessgerät. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen, von einfachen analogen Geräten bis hin zu digitalen Geräten mit Display. Du findest sie in Autozubehörläden, Baumärkten oder online.
So gehst du vor:
- Ventilkappe entfernen: Schraube die Ventilkappe vom Reifenventil ab und lege sie an einen sicheren Ort, damit du sie nicht verlierst.
- Messgerät ansetzen: Setze das Reifendruckmessgerät fest auf das Ventil. Achte darauf, dass es dicht abschließt, damit keine Luft entweicht.
- Druck ablesen: Lies den angezeigten Druck auf dem Messgerät ab. Bei analogen Geräten musst du den Wert auf der Skala ablesen, bei digitalen Geräten wird er direkt angezeigt.
- Mit Sollwert vergleichen: Vergleiche den gemessenen Druck mit dem empfohlenen Druck für dein Auto (siehe oben).
- Druck anpassen: Ist der Druck zu niedrig, fülle Luft nach. Ist er zu hoch, lasse Luft ab.
- Ventilkappe aufschrauben: Schraube die Ventilkappe wieder fest auf das Ventil. Sie schützt das Ventil vor Schmutz und Feuchtigkeit.
Wichtig: Messe den Reifendruck immer an kalten Reifen. Durch das Fahren erwärmen sich die Reifen, wodurch sich der Druck erhöht. Eine Messung an warmen Reifen würde zu falschen Ergebnissen führen.

Luft nachfüllen – so geht's
Zum Nachfüllen von Luft gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Tankstelle: Die meisten Tankstellen bieten kostenlose oder kostengünstige Reifendruckprüfgeräte mit Luftanschluss an.
- Werkstatt: In einer Werkstatt kannst du den Reifendruck prüfen und anpassen lassen.
- Eigener Kompressor: Wenn du regelmäßig den Reifendruck prüfen und anpassen möchtest, lohnt sich die Anschaffung eines eigenen Kompressors.
Beim Nachfüllen von Luft gehe wie folgt vor:
- Luftschlauch anschließen: Verbinde den Luftschlauch des Kompressors oder des Reifendruckprüfgeräts mit dem Reifenventil.
- Luft nachfüllen: Fülle vorsichtig Luft nach, bis der gewünschte Druck erreicht ist. Orientiere dich dabei an dem Wert, den du vorher gemessen hast.
- Druck kontrollieren: Überprüfe den Druck mit dem Reifendruckmessgerät.
- Ventilkappe aufschrauben: Schraube die Ventilkappe wieder fest auf das Ventil.
Achtung: Fülle die Reifen nicht zu stark auf. Ein zu hoher Druck kann die Fahreigenschaften negativ beeinflussen und die Reifen unnötig belasten. Lieber etwas weniger als zu viel!
Luft ablassen – so geht's
Wenn der Reifendruck zu hoch ist, musst du Luft ablassen. Viele Reifendruckmessgeräte haben einen kleinen Knopf oder Hebel, mit dem du Luft ablassen kannst. Ansonsten kannst du auch einen Schraubenzieher oder einen ähnlichen Gegenstand verwenden, um das Ventil kurz zu betätigen.

Gehe dabei vorsichtig vor:
- Werkzeug bereithalten: Halte den Knopf zum Ablassen am Messgerät bereit oder nimm einen kleinen Schraubenzieher zur Hand.
- Luft ablassen: Betätige das Ventil kurz, um etwas Luft abzulassen.
- Druck kontrollieren: Überprüfe den Druck mit dem Reifendruckmessgerät.
- Wiederholen: Wiederhole den Vorgang, bis der gewünschte Druck erreicht ist.
- Ventilkappe aufschrauben: Schraube die Ventilkappe wieder fest auf das Ventil.
Tipp: Lasse die Luft in kleinen Schritten ab, um den Druck nicht zu schnell zu senken.
Wie oft sollte ich den Reifendruck prüfen?
Experten empfehlen, den Reifendruck mindestens alle zwei Wochen zu prüfen, sowie vor jeder längeren Fahrt. Auch nach starken Temperaturschwankungen ist es ratsam, den Druck zu kontrollieren, da sich der Druck mit der Temperatur verändert.
Denke auch daran, den Reifendruck anzupassen, wenn du dein Auto stärker belädst. Der Fahrzeughersteller gibt in der Bedienungsanleitung oft separate Empfehlungen für beladene Fahrzeuge.

Spezielle Situationen
Reifendruck bei Winterreifen
Viele Experten empfehlen, den Reifendruck bei Winterreifen um 0,2 bar gegenüber den Herstellerangaben zu erhöhen. Das sorgt für eine bessere Traktion auf Schnee und Eis.
Reifendruck bei Wohnmobilen
Wohnmobile sind oft schwer beladen. Daher ist es besonders wichtig, den Reifendruck regelmäßig zu prüfen und an die Beladung anzupassen. Orientiere dich an den Angaben des Fahrzeugherstellers oder frage im Zweifelsfall in einer Werkstatt nach.
Reifendruck bei Anhängern
Auch die Reifen von Anhängern müssen den richtigen Druck haben. Die empfohlenen Werte findest du in der Bedienungsanleitung des Anhängers.
Fazit: Reifendruck – ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung
Die regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Reifendrucks ist ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung. Du erhöhst deine Sicherheit, sparst Geld und schonst die Umwelt. Nimm dir also regelmäßig die Zeit, den Reifendruck deiner Reifen zu überprüfen. Dein Auto und deine Brieftasche werden es dir danken!
Jetzt weißt du, wie's geht. Also, worauf wartest du noch? Check den Reifendruck!
