Past Tense Of To Be In Spanish

Kennt ihr das Gefühl, wenn man eine Sprache lernt und plötzlich vor einer grammatikalischen Klippe steht, die so steil ist, dass man am liebsten umkehren würde? Im Spanischen gibt es so einen Moment, und er hat mit dem Verb "sein" zu tun. Genauer gesagt, mit der Vergangenheit von "sein". Aber keine Angst, es ist weniger gruselig, als es klingt, versprochen!
"Ser" und "Estar": Zwei "Seins" für ein Halleluja!
Das Spanische ist nämlich ein bisschen gemein. Es hat nicht nur ein Wort für "sein", sondern gleich zwei: ser und estar. Und beide haben natürlich ihre eigene Vergangenheitsform. Warum? Weil das Spanische gerne ein bisschen Drama macht. Stellt euch vor, ihr versucht jemandem auf Spanisch zu erzählen, wie ihr gestern wart. Hier wird es interessant, weil die Wahl des Verbs das komplette Bild verändern kann.
Nehmen wir zum Beispiel den Satz "Ich war müde". Wenn ihr sagt "Yo era cansado", dann impliziert das, dass ihr von Natur aus eine müde Person seid. Also, dass ihr quasi als wandelnde Schlaftablette auf die Welt gekommen seid. Autsch! Das wollt ihr wahrscheinlich nicht sagen. Besser ist "Yo estaba cansado", denn das bedeutet, dass ihr gestern zufällig müde wart. Nur vorübergehend, versprochen! Die Wahl des richtigen "Seins" ist also entscheidend für eure Reputation!
Must Read
"Era" und "Estaba": Zwei Vergangenheiten, ein bisschen Verwirrung
Also, merken wir uns: Ser in der Vergangenheit (oft als era verwendet) beschreibt dauerhafte Eigenschaften, Identitäten, Nationalitäten, Berufe, Beziehungen. Wenn ihr also sagen wollt, dass ihr als Kind ein kleiner Teufel wart, dann könnt ihr stolz verkünden: "Yo era un diablillo!" (Ich war ein kleiner Teufel!). Denn diese Tatsache lässt sich ja kaum noch leugnen, oder?
Estar in der Vergangenheit (oft als estaba verwendet) hingegen beschreibt Zustände, Gefühle, Standorte. Wenn ihr also gestern im Kino wart, dann sagt ihr: "Yo estaba en el cine ayer." Oder wenn ihr total verliebt wart (und hoffentlich immer noch seid), dann sagt ihr: "Yo estaba enamorado/a!" (Ich war verliebt!).

Die Stolperfallen und der Humor
Die Kunst liegt darin, den Unterschied zu erkennen. Und hier beginnt der Spaß! Denn es gibt unzählige Situationen, in denen man sich vertun kann, und die Konsequenzen können urkomisch sein. Stellt euch vor, ihr wollt sagen, dass das Essen lecker war. Sagt ihr "La comida era deliciosa" oder "La comida estaba deliciosa"? Im ersten Fall klingt es, als wäre das Essen von Natur aus, für immer und ewig lecker. Im zweiten Fall, dass es gerade in diesem Moment lecker war. Obwohl beides im Grunde Komplimente sind, kann der Kontext den Unterschied machen. Vielleicht war es das beste Essen eures Lebens? Dann darf es ruhig "era" sein!
Ich erinnere mich an eine Geschichte von einer Freundin, die ihrem spanischen Schwiegervater erzählen wollte, dass sie krank war. Sie sagte aber: "Yo soy enferma" (Ich bin krank, als wäre es eine dauerhafte Eigenschaft). Der Schwiegervater schaute sie besorgt an und fragte: "Immer?" Sie meinte natürlich: "Yo estoy enferma" (Ich bin gerade krank!). Solche Missverständnisse sind menschlich und oft sehr unterhaltsam!

Keine Angst vor Fehlern!
Lasst euch also nicht entmutigen! Die Vergangenheitsformen von ser und estar sind zwar eine Herausforderung, aber sie bieten auch die Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken und über kleine Missgeschicke zu lachen. Je mehr ihr übt, desto besser werdet ihr darin, das richtige "Sein" zu wählen. Und wenn ihr mal daneben liegt, dann ist das auch nicht schlimm. Hauptsache, ihr habt Spaß beim Lernen!
Denkt daran: Sprache ist mehr als nur Grammatik. Sie ist ein Fenster zu einer anderen Kultur, ein Werkzeug zur Kommunikation und eine Quelle unendlicher Freude. Also, stürzt euch ins Spanische, experimentiert mit era und estaba, und lasst euch von der Vielfalt der Sprache überraschen!
¡Buena suerte! (Viel Glück!)
