Nomen Verb Verbindungen B2 Beruf

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie im Berufsalltag auf Deutsch sprechen und das Gefühl haben, irgendetwas klingt... holprig? Oft liegt das an den sogenannten Nomen-Verb-Verbindungen. Sie sind ein fester Bestandteil der deutschen Sprache, besonders im formellen Kontext, und können gerade für Deutschlerner eine echte Herausforderung darstellen. Aber keine Sorge, dieser Artikel hilft Ihnen, diese Hürde zu meistern!
Warum sind Nomen-Verb-Verbindungen überhaupt so wichtig? Nun, sie verleihen Ihrem Deutsch einen professionellen und präzisen Anstrich. Im Geschäftsleben, in Präsentationen oder bei wichtigen Verhandlungen sind sie unerlässlich, um kompetent und souverän zu wirken.
Was sind Nomen-Verb-Verbindungen überhaupt?
Im Grunde genommen sind Nomen-Verb-Verbindungen Kombinationen aus einem Substantiv (Nomen) und einem Verb, die zusammen eine bestimmte Handlung oder einen Zustand beschreiben. Anstatt ein einzelnes, aussagekräftiges Verb zu verwenden, wird die Handlung gewissermaßen "auseinandergezogen".
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Ein klassisches Beispiel ist: "zur Entscheidung bringen" anstelle von "entscheiden". Oder "in Frage stellen" anstatt "bezweifeln".
Die Verwendung von Nomen-Verb-Verbindungen ist oft stilistisch bedingt und kann den Ausdruck formeller, distanzierter oder auch beschreibender machen.
Die typischen Kandidaten: Welche Verben und Nomen werden oft kombiniert?
Es gibt einige Verben, die besonders häufig in Nomen-Verb-Verbindungen vorkommen. Hier eine kleine Auswahl:

- bringen (z.B. zur Anwendung bringen, zur Sprache bringen, in Erfahrung bringen)
- nehmen (z.B. in Anspruch nehmen, in Betrieb nehmen, zur Kenntnis nehmen)
- stellen (z.B. in Frage stellen, zur Verfügung stellen, unter Beweis stellen)
- ziehen (z.B. in Betracht ziehen, zur Rechenschaft ziehen, einen Schluss ziehen)
- üben (z.B. Kritik üben, Einfluss üben, Druck üben)
- leisten (z.B. Widerstand leisten, einen Beitrag leisten, Abhilfe leisten)
Auch bestimmte Nomen treten immer wieder auf. Achten Sie besonders auf:
- Anwendung
- Frage
- Anspruch
- Betrieb
- Kenntnis
- Rechenschaft
- Beweis
- Einfluss
Warum sind sie so schwer zu lernen?
Die Schwierigkeit liegt oft darin, dass die wörtliche Übersetzung der einzelnen Wörter keinen Sinn ergibt oder nicht die beabsichtigte Bedeutung transportiert. Außerdem gibt es viele verschiedene Kombinationen, die man sich merken muss. Der Kontext ist entscheidend!

Tipps und Tricks für den erfolgreichen Einsatz
Hier ein paar Tipps, die Ihnen helfen können:
- Hören Sie genau hin: Achten Sie darauf, wie Muttersprachler Nomen-Verb-Verbindungen im Berufsalltag verwenden. Notieren Sie sich interessante Beispiele.
- Lesen Sie viel: Zeitungsartikel, Fachliteratur, Geschäftsberichte – je mehr Sie lesen, desto vertrauter werden Sie mit den typischen Verbindungen.
- Nutzen Sie ein Wörterbuch: Es gibt spezielle Wörterbücher, die sich auf Nomen-Verb-Verbindungen konzentrieren. Diese können sehr hilfreich sein.
- Üben Sie aktiv: Versuchen Sie, Nomen-Verb-Verbindungen bewusst in Ihre eigenen Texte und Gespräche einzubauen.
- Fragen Sie nach: Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Nomen-Verb-Verbindung richtig verwenden, scheuen Sie sich nicht, Kollegen oder Vorgesetzte um Rat zu fragen.
Beispiele für den Berufsalltag
Hier ein paar konkrete Beispiele, wie Sie Nomen-Verb-Verbindungen im Berufsalltag einsetzen können:

- "Wir müssen eine Entscheidung treffen (entscheiden) in Bezug auf das neue Projekt."
- "Ich werde mit Ihnen Kontakt aufnehmen (Sie kontaktieren) sobald ich mehr Informationen habe."
- "Es ist wichtig, dass wir die Kosten im Auge behalten (auf die Kosten achten)."
- "Wir sollten die Situation neu bewerten (neu beurteilen)."
- "Bitte geben Sie mir Bescheid (informieren Sie mich) wenn Sie Fragen haben."
Fazit: Übung macht den Meister
Nomen-Verb-Verbindungen mögen anfangs kompliziert erscheinen, aber mit etwas Übung und Geduld werden Sie sie bald beherrschen. Konzentrieren Sie sich darauf, die häufigsten Verbindungen zu lernen und achten Sie auf den Kontext, in dem sie verwendet werden. Dann steht einer erfolgreichen Kommunikation im deutschen Berufsalltag nichts mehr im Wege!
Denken Sie daran: Es ist ein Prozess. Bleiben Sie dran und lassen Sie sich nicht entmutigen. Viel Erfolg!
