Nach Hallux Valgus Op Schrauben Entfernen

Es ist schon eine Weile her, seit ich mir meinen Zeh habe operieren lassen. Genauer gesagt, wegen eines Hallux Valgus. Klingt dramatisch, war es auch irgendwie, zumindest die ersten Tage. Aber jetzt, Monate später, stehe ich vor einer neuen Entscheidung: Schrauben raus!
Ich erinnere mich noch gut an das Gespräch mit dem Arzt. Irgendwie klang "Schrauben entfernen" wie ein spannendes Abenteuer. Ich stellte mir vor, wie ich, bewaffnet mit einem Schraubenzieher, in meinem Wohnzimmer stehe und mich selbst operiere. Okay, vielleicht doch nicht. Aber der Gedanke hatte was.
Die Wahrheit ist natürlich weniger spektakulär. Ein weiterer Arztbesuch, ein weiterer Eingriff, wenn auch ein kleinerer. Aber trotzdem. Ich bin ja kein Heimwerker, ich bin eher so der Typ, der IKEA-Möbel zusammenbauen lässt, weil er Angst hat, etwas falsch zu machen.
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Das Vorgespräch war dann auch wieder so eine Sache. Der Arzt erklärte mir alles, was passieren würde. Er sagte, es wäre ein Routineeingriff, kaum schmerzhaft und schnell vorbei. Ich nickte brav, während ich innerlich schon die schlimmsten Szenarien durchspielte. Was, wenn die Schrauben festgerostet sind? Was, wenn er den falschen Schraubenzieher benutzt?
Am Tag des Eingriffs war ich dann erstaunlich ruhig. Vielleicht, weil ich mir schon so viele Horrorszenarien ausgemalt hatte, dass die Realität gar nicht so schlimm sein konnte. Vielleicht aber auch, weil die nette Schwester mir einen beruhigenden Tee gebracht hatte. Oder weil ich wusste, dass ich danach endlich wieder schmerzfrei meine Lieblingsschuhe tragen kann. Die mit den hohen Absätzen, die ich so lange vermisst habe.

Der Eingriff selbst war dann tatsächlich unspektakulär. Ein bisschen Piekser, ein bisschen Ziehen, und schwupps, waren die Schrauben draußen. Ich bekam sie sogar mit nach Hause. Als Andenken. Ich überlege noch, ob ich sie einrahmen soll. Oder vielleicht eine Kette daraus machen lasse? Ein cooles Accessoire für alle, die auch schon mal einen Hallux Valgus hatten!
Die Tage nach der Entfernung waren dann überraschend angenehm. Ich hatte kaum Schmerzen und konnte schon bald wieder normal laufen. Ich fühlte mich wie neugeboren. Oder zumindest wie ein Mensch, der keine Schrauben mehr im Fuß hat. Auch nicht schlecht.

Es ist schon komisch, wie sich das Leben so verändern kann. Ein kleiner Eingriff und plötzlich fühlt man sich wie ein anderer Mensch. Ich bin dankbar für die moderne Medizin und die Ärzte, die mir geholfen haben. Und ich bin dankbar für meine Füße, die mich immer noch tragen, auch wenn sie ein paar Schrauben weniger haben.
Was ich aus der ganzen Sache gelernt habe? Manchmal muss man einfach mutig sein und sich trauen, auch wenn es einem komisch vorkommt. Und manchmal muss man einfach die Schrauben rausnehmen, um wieder richtig durchstarten zu können. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Und was mache ich jetzt mit den Schrauben? Ich glaube, ich werde sie in eine kleine Schatulle legen und sie als Erinnerung aufbewahren. Eine Erinnerung daran, dass auch schwierige Zeiten irgendwann vorbei gehen. Und dass man auch mit ein paar Schrauben weniger im Leben seinen Weg gehen kann. Vielleicht sogar besser als zuvor.
Ich erinnere mich noch an das Zitat von Albert Einstein:
"Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Um das Gleichgewicht zu halten, musst du dich bewegen."Und das mache ich jetzt. Ich bewege mich. Schmerzfrei und mit neuen Schuhen. Das Leben ist schön!

Und wenn ich mal wieder vor einer schwierigen Entscheidung stehe, dann werde ich an meine Schrauben denken und mir sagen: "Du hast das schon mal geschafft, du schaffst das auch jetzt wieder!" Denn manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die uns Mut geben.
In diesem Sinne: Auf die Schrauben! Und auf die Füße, die uns tragen!
P.S. Falls jemand eine Idee hat, was ich mit den Schrauben anstellen soll, immer her damit! Ich bin offen für kreative Vorschläge.
