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Nach Besten Wissen Und Gewissen


Nach Besten Wissen Und Gewissen

Hast du dich jemals gefragt, was passiert, wenn jemand vor Gericht schwört, die Wahrheit zu sagen? Oder wenn ein Arzt verspricht, sein Bestes für seine Patienten zu geben? Oftmals steckt hinter solchen Versprechen eine Formulierung, die tiefer geht als reine Höflichkeit: „Nach bestem Wissen und Gewissen“. Aber was bedeutet das eigentlich genau? In diesem Artikel tauchen wir ein in diese Redewendung, die in Deutschland eine wichtige Rolle spielt, sowohl juristisch als auch ethisch. Wir erklären, was sie für uns alle bedeuten kann, ganz egal, ob wir Jura studieren, im Beruf stehen oder einfach nur unser Leben verantwortungsbewusst gestalten wollen.

Was bedeutet "Nach bestem Wissen und Gewissen"?

Die Formulierung "nach bestem Wissen und Gewissen" ist eine schwörende oder versichernde Beteuerung, dass eine Aussage oder Handlung ehrlich und sorgfältig erfolgt ist. Es bedeutet, dass man sein Urteil oder seine Entscheidung auf Grundlage aller verfügbaren Informationen und unter Anwendung der eigenen besten Urteilskraft getroffen hat. Es impliziert also sowohl objektives Wissen als auch subjektives Verantwortungsbewusstsein.

Wissen: Die Fakten kennen

Der erste Teil, "bestem Wissen", bezieht sich auf die Kenntnis der Fakten. Es bedeutet, dass man sich aktiv darum bemüht hat, Informationen zu sammeln und zu verstehen, bevor man eine Aussage trifft oder eine Handlung vornimmt. Das schließt auch ein, dass man sich bewusst ist, wo die eigenen Wissensgrenzen liegen. Niemand weiß alles, und es ist in Ordnung, das zuzugeben. "Bestem Wissen" bedeutet aber auch, dass man nicht bewusst falsche Angaben macht oder wichtige Informationen verschweigt.

Stell dir vor, du bist beauftragt, einen Bericht über die Umweltauswirkungen eines neuen Bauprojekts zu erstellen. "Bestem Wissen" würde bedeuten, dass du:

  • Relevante Studien und Daten recherchierst: Du suchst nach wissenschaftlichen Erkenntnissen über ähnliche Projekte und deren Auswirkungen auf die Umwelt.
  • Experten konsultierst: Du sprichst mit Umweltingenieuren, Biologen und anderen Fachleuten, um deren Einschätzung einzuholen.
  • Die Baustelle besichtigst: Du machst dir ein eigenes Bild von den Gegebenheiten vor Ort und identifizierst mögliche Risiken.

Wenn du dann in deinem Bericht angibst, dass du ihn "nach bestem Wissen" erstellt hast, bestätigst du, dass du all diese Schritte unternommen hast, um sicherzustellen, dass deine Aussagen auf soliden Fakten basieren.

WISSEN UND GEWISSEN - Heinz von Foerster - 9783518284766 PORTOFREI EUR
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Gewissen: Die moralische Komponente

Der zweite Teil, "bestem Gewissen", bezieht sich auf die innere moralische Instanz. Es bedeutet, dass man seine Entscheidung oder Aussage in Übereinstimmung mit seinen eigenen moralischen Werten und ethischen Prinzipien trifft. Das Gewissen ist sozusagen unser innerer Kompass, der uns sagt, was richtig und falsch ist. Es geht darum, ehrlich zu sein und die Konsequenzen des eigenen Handelns zu bedenken.

Angenommen, du arbeitest in einem Unternehmen, das unter großem Erfolgsdruck steht. Dein Chef fordert dich auf, bei einem wichtigen Auftrag "kreativ" zu sein und die Ergebnisse etwas zu beschönigen, um die Kunden zufriedenzustellen. Dein Gewissen sagt dir aber, dass das nicht richtig ist. "Bestem Gewissen" zu handeln würde in diesem Fall bedeuten, dass du:

  • Dich weigerst, die Ergebnisse zu verfälschen: Auch wenn es unangenehm ist, stehst du zu deiner Integrität und weigerst dich, etwas zu tun, das gegen deine moralischen Prinzipien verstößt.
  • Deine Bedenken äußerst: Du sprichst mit deinem Chef und erklärst ihm, warum du seine Anweisung nicht befolgen kannst.
  • Konsequenzen in Kauf nimmst: Du bist bereit, mögliche negative Konsequenzen zu tragen, wie zum Beispiel eine schlechtere Bewertung oder sogar den Verlust deines Arbeitsplatzes.

Indem du "nach bestem Gewissen" handelst, zeigst du, dass du bereit bist, für deine Überzeugungen einzustehen, auch wenn es schwierig ist.

Nach bestem Wissen und Gewissen - DetmoldPlus
Nach bestem Wissen und Gewissen - DetmoldPlus

Wo begegnet uns die Formulierung?

Die Formulierung "nach bestem Wissen und Gewissen" ist in vielen Bereichen des Lebens anzutreffen, besonders dort, wo es um Verantwortung und Vertrauen geht:

  • Vor Gericht: Zeugen schwören, "die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit" zu sagen, und bestätigen damit, dass sie ihre Aussagen nach bestem Wissen und Gewissen machen.
  • In der Medizin: Ärzte verpflichten sich, ihre Patienten nach bestem Wissen und Gewissen zu behandeln.
  • Im öffentlichen Dienst: Beamte schwören, ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen.
  • In der Wirtschaft: Manager und Vorstände sind verpflichtet, im besten Interesse des Unternehmens und seiner Stakeholder zu handeln, also nach bestem Wissen und Gewissen.
  • Bei Gutachten und Expertisen: Sachverständige versichern, dass ihre Gutachten auf Grundlage ihrer Fachkenntnisse und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt wurden.

In all diesen Fällen dient die Formulierung als Garantie für Ehrlichkeit und Sorgfalt. Sie soll sicherstellen, dass die betreffende Person ihr Bestes tut, um eine korrekte und verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen oder Aussage zu machen.

Warum ist das wichtig?

Die Verpflichtung, "nach bestem Wissen und Gewissen" zu handeln, ist aus mehreren Gründen wichtig:

Wissen und Gewissen | Susanne Bacon
Wissen und Gewissen | Susanne Bacon
  • Sie fördert Vertrauen: Wenn wir wissen, dass jemand versichert hat, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln, können wir eher darauf vertrauen, dass er ehrlich und sorgfältig vorgegangen ist.
  • Sie schafft Verantwortlichkeit: Wer "nach bestem Wissen und Gewissen" handelt, übernimmt auch die Verantwortung für seine Entscheidungen und Aussagen. Er kann im Zweifelsfall zur Rechenschaft gezogen werden, wenn er fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.
  • Sie schützt vor Missbrauch: Die Formulierung dient als Schutzmechanismus gegen Manipulation und Betrug. Sie soll sicherstellen, dass Entscheidungen und Aussagen nicht aus eigennützigen Motiven getroffen werden, sondern im besten Interesse aller Beteiligten.
  • Sie stärkt die Integrität: "Nach bestem Wissen und Gewissen" zu handeln ist ein Ausdruck von Integrität und Verantwortungsbewusstsein. Es zeigt, dass man bereit ist, für seine Überzeugungen einzustehen und die Konsequenzen seines Handelns zu tragen.

Kurz gesagt: Die Verpflichtung, "nach bestem Wissen und Gewissen" zu handeln, ist ein wesentlicher Baustein für eine funktionierende Gesellschaft, in der Vertrauen, Verantwortlichkeit und Integrität eine wichtige Rolle spielen.

Die Grenzen des "besten Wissens und Gewissens"

Es ist wichtig zu verstehen, dass "nach bestem Wissen und Gewissen" nicht bedeutet, dass man unfehlbar ist. Fehler können passieren, auch wenn man sich nach bestem Wissen und Gewissen bemüht hat. Die Formulierung schützt nicht vor Fehlentscheidungen, die aufgrund von Unwissenheit oder Fehleinschätzungen getroffen wurden. Sie schützt lediglich vor vorsätzlichem Fehlverhalten oder grober Fahrlässigkeit.

Außerdem kann es schwierig sein, den Begriff "Gewissen" objektiv zu definieren. Was für den einen moralisch richtig ist, kann für den anderen falsch sein. Es ist daher wichtig, sich seiner eigenen Werte und Prinzipien bewusst zu sein und diese bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen. Dennoch muss man sich auch der Tatsache stellen, dass das eigene Gewissen irren kann oder durch äußere Einflüsse verzerrt sein kann.

Nach bestem Wissen und Gewissen by unknown author | Goodreads
Nach bestem Wissen und Gewissen by unknown author | Goodreads

"Nach bestem Wissen und Gewissen" im Alltag

Auch wenn wir nicht ständig vor Gericht stehen oder medizinische Behandlungen durchführen, können wir die Prinzipien des "besten Wissens und Gewissens" in unserem Alltag anwenden:

  • Sei ehrlich und aufrichtig: Lügen und Betrug sind niemals eine gute Lösung. Versuche immer, die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie unangenehm ist.
  • Informiere dich gründlich: Bevor du eine Entscheidung triffst, sammle alle relevanten Informationen und bilde dir eine eigene Meinung.
  • Höre auf dein Gewissen: Lass dich von deinen moralischen Werten und ethischen Prinzipien leiten. Tue, was du für richtig hältst, auch wenn es schwierig ist.
  • Übernehme Verantwortung: Stehe zu deinen Entscheidungen und trage die Konsequenzen deines Handelns.
  • Sei bereit, dazuzulernen: Niemand weiß alles. Sei offen für neue Informationen und korrigiere deine Fehler, wenn du etwas falsch gemacht hast.

Indem wir diese Prinzipien in unserem Alltag beherzigen, können wir dazu beitragen, eine vertrauenswürdigere und verantwortungsbewusstere Gesellschaft zu schaffen.

Fazit: Mehr als nur eine Floskel

"Nach bestem Wissen und Gewissen" ist weit mehr als nur eine leere Floskel. Es ist ein Ausdruck von Verantwortung, Integrität und Vertrauen. Es erinnert uns daran, dass unsere Entscheidungen und Aussagen Konsequenzen haben und dass wir uns bemühen sollten, immer unser Bestes zu geben. Indem wir diese Prinzipien in unserem Leben anwenden, können wir dazu beitragen, eine bessere Welt zu schaffen – eine Welt, in der Ehrlichkeit, Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein eine wichtige Rolle spielen. Also, das nächste Mal, wenn du diese Worte hörst oder sie selbst verwendest, denk daran, was sie wirklich bedeuten und wie viel Kraft in ihnen steckt. Es ist eine Aufforderung zu ethischem Handeln, ein Versprechen der Redlichkeit und ein Bekenntnis zur persönlichen Verantwortung. Lebe danach!

Nach bestem Wissen und Gewissen - Wandel Wissen und Gewissen – Andreas Niedermann

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