Muss Man Sich Vor Dem Krafttraining Aufwärmen

Na, Hand aufs Herz! Wer von uns ist schon mal direkt von der Couch unter die Hantelbank gesprungen? Ich gestehe: Ich! Und ich lebe noch. Skandalös? Vielleicht. Aber mal ehrlich, ist Aufwärmen wirklich immer so wichtig?
Klar, wir kennen alle die Mantras. "Vor dem Krafttraining unbedingt aufwärmen!" Sonst drohen Zerrungen, Muskelkater, der Weltuntergang... Okay, vielleicht nicht der Weltuntergang. Aber die Fitnessgurus sehen das schon sehr ernst.
Aber Moment mal. Nehmen wir mal an, ich hebe heute 5 Kilo Hanteln. Sind 5 Kilo wirklich so eine enorme Belastung, dass meine Muskeln in Schockstarre verfallen, wenn ich sie nicht vorher sanft betüddle? Ich wage es zu bezweifeln. Das ist ja fast so, als müsste man sich für's Treppensteigen aufwärmen.
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Ich meine, wann habt ihr euch das letzte Mal beim Staubsaugen gezerrt? Oder beim Wäscheaufhängen? Wahrscheinlich nie. Und trotzdem machen wir diese Bewegungen ohne vorher 10 Minuten Armkreisen zu zelebrieren.
Also, wo ziehen wir die Grenze? Wann wird es wirklich wichtig? Wenn ich meinen persönlichen Rekord im Kreuzheben brechen will? Absolut! Da ist Aufwärmen Pflicht. Da will ich meine Muskeln liebevoll auf Betriebstemperatur bringen, bevor ich ihnen die volle Ladung gebe.

Aber wenn ich nur ein paar Klimmzüge mache, während ich auf den Kaffee warte? Brauche ich da wirklich vorher ein dynamisches Dehnen wie ein junger Hüpfer?
Ich behaupte: Vieles ist reine Gewohnheit. Und ein bisschen auch die Angst, etwas falsch zu machen. Wir wollen ja alle brav sein und den Experten gehorchen. Aber manchmal... manchmal ist es auch okay, einfach anzufangen.
Die Aufwärm-Polizei
Manchmal habe ich das Gefühl, die Aufwärm-Polizei lauert hinter jeder Ecke. Wehe dem, der eine Hantel anfasst, ohne vorher 15 Minuten auf der Stelle zu joggen. Sofort wird mit erhobenem Zeigefinger gewarnt: "Das ist unverantwortlich! Du ruinierst deinen Körper!"

Aber ist es wirklich so schlimm? Ich glaube, unser Körper ist robuster als wir denken. Er ist ja nicht aus Zuckerwatte. Er kann auch mal eine kleine Überraschung verkraften.
Und ganz ehrlich, wie viele von uns haben schon mal wirklich schlimme Verletzungen durch fehlendes Aufwärmen davongetragen? Ich rede jetzt nicht von Muskelkater. Muskelkater ist eine Strafe für Training, nicht für fehlendes Aufwärmen. Das ist meine Theorie, und ich stehe dazu!

Vielleicht liegt es auch an meiner persönlichen Definition von "Aufwärmen". Für manche ist das ein hochwissenschaftlicher Prozess mit Schaumstoffrollen und komplizierten Übungen. Für mich ist es manchmal einfach nur, sich kurz zu bewegen und die Muskeln ein bisschen zu spüren.
Aufwärmen: Ja oder Nein?
Also, soll man sich nun aufwärmen oder nicht? Das ist hier die Frage. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an! Auf die Intensität des Trainings, auf den persönlichen Fitnesszustand und ganz wichtig: Auf das Bauchgefühl.
Fühlt es sich gut an, vorher ein paar Minuten aufzuwenden? Dann mach es! Fühlt es sich eher nach Zeitverschwendung an? Dann lass es bleiben. Höre auf deinen Körper. Der weiß meistens besser, was er braucht, als jeder Fitnessratgeber.

Und wenn du dich trotzdem für's Aufwärmen entscheidest: Super! Hauptsache, du hast Spaß dabei. Hauptsache, du fühlst dich wohl. Hauptsache, du bewegst dich. Ob mit oder ohne vorherige Gymnastik.
Ich persönlich plädiere für einen Mittelweg. Ein bisschen Bewegung schadet nie. Aber übertreiben muss man es auch nicht. Das Leben ist zu kurz, um es komplett mit Aufwärmübungen zu verbringen!
Denkt daran, Krafttraining soll Spaß machen. Und wenn das bedeutet, dass man manchmal die Aufwärm-Routine überspringt, dann ist das eben so. Hauptsache, man bleibt aktiv und bewegt sich. Und wenn die Aufwärm-Polizei klingelt, einfach lächeln und sagen: "Ich mache das auf meine Art!"
Also, ab auf die Hantelbank (oder vorher kurz ausschütteln)!
