Minnesota Multiphasic Personality Inventory Test

Stell dir vor, du sitzt in einem Raum, vor dir ein Stapel Papier. Nicht irgendwelches Papier, sondern das Tor zu deiner Psyche. Oder zumindest, das behauptet der Typ mit dem freundlichen, aber irgendwie auch durchdringenden Blick, der dir gegenübersitzt. Willkommen in der Welt des Minnesota Multiphasic Personality Inventory, kurz MMPI!
Klingt furchteinflößend? Ist es eigentlich nicht. Denk eher an ein interaktives, wenn auch etwas skurriles, Quiz über dich selbst. Nur dass die Preise keine Reisen nach Hawaii sind, sondern ein tieferer Einblick in deine Persönlichkeit (und vielleicht die Beruhigung, dass du nicht völlig verrückt bist).
Der MMPI, wie er liebevoll von Psychologen genannt wird, ist nämlich ein Persönlichkeitstest. Und zwar nicht einer von diesen "Welcher Disney-Prinzessin bist du?"-Varianten, die du auf Facebook findest. Nein, der MMPI ist ein Schwergewicht, ein Klassiker, ein "alter Hase" im Bereich der psychologischen Diagnostik. Erfunden wurde er schon in den 1930er Jahren, von Starke Hathaway und J. Charnley McKinley. Klingt wie ein Detektiv-Duo aus einem alten Film, oder?
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Und was macht man nun bei diesem Test? Ganz einfach: Du kreuzt Fragen an. Viele Fragen. Sehr, sehr viele Fragen. So um die 567, um genau zu sein. Manche davon sind ziemlich offensichtlich ("Ich mag gutes Essen"), andere eher...merkwürdig ("Ich habe das Gefühl, dass jemand meine Gedanken stehlen will"). Und dann gibt's noch die, bei denen du dich fragst, was die eigentlich von dir wollen ("Ich werde leicht durch den Anblick von Blut gestört").
Die Kunst der Interpretation
Aber keine Sorge, du musst diese Fragen nicht alleine deuten. Das machen Psychologen. Und die haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie man die Antworten interpretiert. Durch deine Antworten entsteht nämlich ein Profil, eine Art Landkarte deiner Persönlichkeit. Und dieses Profil kann Aufschluss darüber geben, ob du bestimmte Tendenzen hast, zum Beispiel zu Depressionen, Ängsten oder sogar zu paranoiden Vorstellungen.

Jetzt denkst du vielleicht: "Moment mal, die wollen herausfinden, ob ich verrückt bin?" Nicht unbedingt. Der MMPI wird nämlich in vielen Bereichen eingesetzt. In der Psychotherapie, um herauszufinden, wo man ansetzen muss. Im Personalwesen, um herauszufinden, ob jemand für einen bestimmten Job geeignet ist. Und sogar in der Rechtsmedizin, um die Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen zu beurteilen.
Stell dir vor, ein Pilot macht den MMPI, um sicherzustellen, dass er auch unter Druck einen kühlen Kopf bewahrt. Oder ein Polizist, um sicherzustellen, dass er in Stresssituationen richtig reagiert. Der MMPI ist also ein vielseitiges Werkzeug, um herauszufinden, wie Menschen "ticken".

Skurrile Fragen, tiefe Einblicke
Das Lustige an der Sache ist, dass viele der Fragen auf den ersten Blick völlig unsinnig erscheinen. Aber genau das ist der Trick. Denn es geht nicht darum, was du denkst, dass du antworten solltest, sondern darum, was du wirklich antwortest. Und aus diesen Antworten lässt sich dann ein überraschend genaues Bild von deiner Persönlichkeit erstellen.
Einmal hat mir ein Psychologe erzählt, dass er einen Patienten hatte, der auf fast jede Frage mit "Wahr" geantwortet hat. Am Ende stellte sich heraus, dass der Patient einfach nur sehr ehrlich war – und ein bisschen exzentrisch. Der MMPI hat also auch die Fähigkeit, überraschende Dinge ans Licht zu bringen.

"Der MMPI ist wie ein Spiegel, der dir dein eigenes Spiegelbild zeigt – nur dass der Spiegel etwas intelligenter ist und mehr Details erkennen kann",
sagte mal ein kluger Psychologe. Und damit hat er recht. Der MMPI ist kein perfektes Instrument, aber er ist ein wertvolles Werkzeug, um uns selbst und andere besser zu verstehen. Und ganz nebenbei kann er auch ziemlich unterhaltsam sein. Denn wer hätte gedacht, dass 567 Fragen über dich selbst so spannend sein können?
Also, das nächste Mal, wenn du von dem MMPI hörst, denk nicht an Angst einflößende Tests und Psychopathen. Denk an ein faszinierendes Quiz, das dir helfen kann, dich selbst besser kennenzulernen. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja dabei Seiten an dir, die du noch gar nicht kanntest.
