Lieber Ein Schrecken Mit Ende Als Ein Schrecken Ohne Ende

Ich hab' da mal 'ne Frage. Und zwar eine, die vielleicht ein paar Leute aufregt. Aber hey, wir sind doch unter uns, oder? Also, wer von euch findet eigentlich diesen Spruch "Lieber ein Schrecken mit Ende als ein Schrecken ohne Ende" total nachvollziehbar?
Ja, ich weiß, ich weiß. Klingt erstmal fies. Nach dem Motto: "Hauptsache, der Schmerz ist schnell vorbei, egal wie schlimm er ist!" Aber mal ehrlich, gibt's da nicht 'nen Punkt?
Das Elend der ewigen Baustelle
Stellt euch vor: Ihr wohnt neben einer Baustelle. Nicht so eine kleine, wo ein paar freundliche Handwerker mit dem Akkuschrauber hantieren. Nein, eine epische Baustelle. Mit Presslufthämmern, die den Boden unter euren Füßen erzittern lassen. Mit dem ewigen "Piep-Piep" des Rückwärtsfahrenden LKW. Mit Staub, der jede Ritze eurer Wohnung findet.
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Und das Ganze zieht sich... und zieht sich... und zieht sich. Ihr fragt euch, ob ihr in eurem Leben jemals wieder in Ruhe frühstücken könnt. Ob eure Nerven das überhaupt aushalten. Ist es da nicht irgendwann verlockend zu sagen: "Okay, sprengt die Bude! Aber dann soll Ruhe sein!"?
Der Zahnarzt-Marathon
Oder nehmen wir den Zahnarzt. Niemand geht gerne zum Zahnarzt. Aber es gibt ja Abstufungen. Es gibt die normale Kontrolle. Kurz, schmerzlos, ein bisschen Bohren, alles gut.

Und dann gibt es die Behandlung, die sich ewig hinzieht. Wurzelbehandlung. Über Monate. Mit Betäubungen, die nicht richtig wirken. Mit Provisorien, die ständig rausfallen. Ist es da nicht manchmal verführerisch zu sagen: "Reißt ihn raus! Ich will das Ding loswerden! Hauptsache, es ist vorbei!"
Die endlose Diät
Diäten! Ein endloser Schrecken für viele. Verzicht hier, Hunger da. Jede Woche ein Kilo weniger, aber die Laune sinkt ins Bodenlose. Man quält sich, man hungert, man sehnt sich nach Schokolade. Und nach drei Monaten ist man wieder beim Ausgangsgewicht, plus ein paar Extrakilos Frust.

Wäre es da nicht manchmal einfacher, eine Woche lang nur Kohlsuppe zu essen und danach wieder normal weiterzuleben? Vielleicht keine ideale Lösung, aber der Gedanke ist verlockend, oder?
Das Problem mit dem Aufschieben
Wisst ihr, was auch ein Schrecken ohne Ende ist? Dinge aufschieben! Diese eine Steuererklärung, die seit Monaten auf dem Schreibtisch liegt. Dieser Anruf beim Vermieter wegen des tropfenden Wasserhahns. Diese unangenehme E-Mail, die man schreiben müsste.

Jeden Tag denkt man dran, jeden Tag quält man sich mit dem Gedanken. Wäre es da nicht befreiend, einfach alles hinter sich zu bringen? Einmal kurz die Zähne zusammenbeißen und dann endlich Ruhe haben?
Ich sage ja nicht, dass man immer den einfachen Weg gehen soll. Manchmal muss man sich durchbeißen. Aber manchmal... manchmal ist es einfach besser, den Schrecken mit Ende zu wählen.

Klar, es ist nicht immer die eleganteste Lösung. Und manchmal sollte man vielleicht doch nochmal tief durchatmen und einen anderen Weg suchen. Aber wenn die Alternative ein endloser Alptraum ist... dann ist der schnelle Schmerz vielleicht doch die bessere Wahl.
Vielleicht hat ja Martin Luther doch Recht gehabt, auch wenn er das vielleicht nicht so gemeint hat. "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!"
Oder was meint ihr? Bin ich total verrückt?
P.S. Falls jemand von euch gerade eine Baustelle vor der Tür hat oder eine endlose Zahnbehandlung hinter sich... ich fühle mit euch!
