Kortison Inhalieren Bei Bronchitis Kinder

Die Diagnose Bronchitis bei einem Kind löst bei Eltern oft Besorgnis aus. Husten, Atemnot und ein allgemeines Unwohlsein beeinträchtigen das Wohlbefinden des Kindes erheblich. Eine gängige Therapieoption ist die Inhalation von Kortison. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Kortisoninhalationen bei Bronchitis bei Kindern, erklärt die Wirkungsweise, die Vor- und Nachteile sowie wichtige Aspekte der Anwendung.
Was ist Bronchitis und warum Kortison?
Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, den Atemwegen, die die Luft in die Lungen transportieren. Bei Kindern wird sie meist durch Viren verursacht, seltener durch Bakterien. Die Entzündung führt zu einer Verengung der Atemwege, vermehrter Schleimproduktion und damit zu den typischen Symptomen Husten, erschwerte Atmung und pfeifende Geräusche beim Atmen.
Kortison, genauer gesagt inhalatives Kortikosteroid (ICS), wirkt entzündungshemmend. Es reduziert die Schwellung der Bronchialschleimhaut, wodurch die Atemwege freier werden und das Atmen erleichtert wird. Im Gegensatz zu systemischem Kortison (Tabletten oder Spritzen) wirkt inhalatives Kortison hauptsächlich lokal in den Atemwegen, wodurch das Risiko für Nebenwirkungen reduziert wird.
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Wie wirkt Kortison bei Bronchitis?
Kortison wirkt bei Bronchitis auf verschiedene Arten:
- Entzündungshemmung: Reduziert die Entzündung in den Bronchien.
- Schleimreduktion: Hilft, die Schleimproduktion zu normalisieren.
- Verbesserung der Atemwegsfunktion: Erweitert die Atemwege, was das Atmen erleichtert.
Es ist wichtig zu verstehen, dass Kortison die Ursache der Bronchitis (meistens Viren) nicht bekämpft. Es lindert lediglich die Symptome und unterstützt den Körper bei der Heilung.

Wann ist Kortisoninhalation sinnvoll?
Die Entscheidung, ob Kortisoninhalationen bei einem Kind mit Bronchitis sinnvoll sind, sollte immer von einem Arzt getroffen werden. Generell kann die Inhalation von Kortison bei folgenden Situationen in Betracht gezogen werden:
- Wiederkehrende Bronchitis: Bei häufigen Bronchitis-Episoden kann Kortison helfen, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren.
- Obstruktive Bronchitis: Wenn die Bronchitis mit einer deutlichen Verengung der Atemwege (Obstruktion) einhergeht, die sich durch pfeifende oder brummende Atemgeräusche äußert.
- Asthma-ähnliche Symptome: Bei Kindern, die zusätzlich zu Bronchitis auch Anzeichen von Asthma zeigen, wie z.B. Atemnot bei Belastung oder in der Nacht.
Es ist entscheidend, die Symptome des Kindes genau zu beobachten und den Arzt darüber zu informieren. Die Entscheidung für oder gegen Kortison sollte individuell getroffen werden, unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung und des allgemeinen Gesundheitszustandes des Kindes.
Wie wird Kortison inhaliert?
Kortison wird üblicherweise mithilfe eines Inhalationsgerätes verabreicht. Es gibt verschiedene Arten von Inhalationsgeräten, darunter:

- Dosieraerosole mit Spacer: Der Spacer (eine Art Zwischenstück) erleichtert die Koordination von Sprühstoß und Einatmung, besonders bei kleinen Kindern.
- Vernebler: Vernebler wandeln das flüssige Medikament in einen feinen Nebel um, der leicht eingeatmet werden kann.
Der Arzt wird das geeignete Inhalationsgerät auswählen und die richtige Anwendung erklären. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen, um sicherzustellen, dass das Medikament effektiv in die Lungen gelangt. Nach der Inhalation sollte das Kind den Mund mit Wasser ausspülen, um das Risiko von Pilzbefall im Mundraum zu reduzieren.
Mögliche Nebenwirkungen
Inhalatives Kortison gilt im Allgemeinen als sicher, aber wie bei allen Medikamenten können auch hier Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

- Heiserkeit: Kann durch Ablagerungen des Medikaments im Rachenraum entstehen.
- Pilzbefall im Mund (Soor): Kann durch mangelnde Mundhygiene nach der Inhalation auftreten.
- Reizhusten: In seltenen Fällen kann Kortisoninhalation zu Reizhusten führen.
In seltenen Fällen können auch systemische Nebenwirkungen auftreten, insbesondere bei hochdosierter oder langfristiger Anwendung. Diese sind jedoch deutlich seltener als bei systemischer Kortisontherapie. Es ist wichtig, alle auftretenden Nebenwirkungen dem Arzt zu melden.
Kortisoninhalation: Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Linderung von Atemnot: Erleichtert die Atmung durch Reduzierung der Entzündung und Erweiterung der Atemwege.
- Reduzierung der Hustenanfälle: Kann die Häufigkeit und Intensität von Hustenanfällen verringern.
- Verbesserung der Lebensqualität: Ermöglicht dem Kind eine aktivere Teilnahme am Alltag.
- Weniger systemische Nebenwirkungen: Im Vergleich zu systemischem Kortison ist das Risiko für Nebenwirkungen geringer.
Nachteile:

- Nicht ursächlich: Bekämpft nicht die Ursache der Bronchitis (meist Viren).
- Mögliche Nebenwirkungen: Auch wenn selten, können Nebenwirkungen auftreten.
- Regelmäßige Anwendung erforderlich: Die Wirkung tritt nicht sofort ein, sondern erfordert eine regelmäßige Anwendung über einen bestimmten Zeitraum.
Alternativen zur Kortisoninhalation
Es gibt verschiedene alternative oder ergänzende Behandlungsmethoden bei Bronchitis, die jedoch immer in Absprache mit dem Arzt angewendet werden sollten:
- Inhalation mit Kochsalzlösung: Befeuchtet die Atemwege und löst Schleim.
- Brustwickel: Können schleimlösend wirken.
- Hustensäfte: Sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt gegeben werden, da sie nicht immer sinnvoll sind und Nebenwirkungen haben können.
- Physiotherapie: Kann helfen, Schleim aus den Atemwegen zu entfernen.
Wichtig: Keine dieser Alternativen ersetzt in jedem Fall die Kortisoninhalation, wenn diese vom Arzt als notwendig erachtet wird. Sie können jedoch unterstützend wirken.
Fazit
Die Inhalation von Kortison kann bei Bronchitis bei Kindern eine wirksame Methode sein, um die Symptome zu lindern und die Atemwege zu befreien. Es ist jedoch wichtig, die Entscheidung für diese Therapie immer in Absprache mit dem Arzt zu treffen. Die richtige Anwendung des Inhalationsgerätes und die Beachtung möglicher Nebenwirkungen sind entscheidend für den Therapieerfolg. Eltern sollten sich umfassend informieren und alle Fragen mit dem behandelnden Arzt besprechen, um die bestmögliche Behandlung für ihr Kind sicherzustellen.
