Kind 19 Monate Sehr Anstrengend

Okay, lasst uns ehrlich sein. 19 Monate. Eineinhalb Jahre plus ein bisschen. Klingt niedlich, oder? Kleine süße Füßchen, tapsige Schritte… Denkste! Ich behaupte mal ganz frech: 19 Monate sind die Hölle auf Erden. Und das sage ich als Mutter/Vater/Elternteil, der/die/das schon Einiges erlebt hat.
Ich weiß, ich weiß. Man soll das ja nicht sagen. Das "Genieße jede Sekunde!"-Mantra hallt immer noch in meinem Kopf wider. Aber ganz ehrlich? Einige Sekunden genieße ich, ja. Die, in denen das Kind schläft. Oder fernsieht (schäm dich ruhig, ich brauchte gerade 10 Minuten Ruhe!). Aber die restliche Zeit? Purer Überlebenskampf.
Die Trotzphase Junior
Die Trotzphase ist ja eigentlich erst später dran, oder? Aber mein 19 Monate altes Kind hat beschlossen, sich nicht an den Lehrplan zu halten. Wir haben hier eine Vorab-Version der Trotzphase, eine Art Beta-Test für das, was noch kommt. Und es ist… sagen wir… intensiv.
Must Read
Alles ist "NEIN!". Egal was. Willst du ein Brötchen? NEIN! Willst du spielen? NEIN! Willst du eine Million Euro? Wahrscheinlich auch NEIN! Manchmal frage ich mich, ob "Nein" das einzige Wort ist, das mein Kind wirklich verstanden hat.
"Mama! NEIN! Papa! NEIN! Banane! NEIN! Luft! NEIN!" - Tägliche Unterhaltung mit meinem 19 Monate alten Kind
Und dann die Dramatik! Oh, die Dramatik! Wenn das Brötchen nicht genau so angeschnitten ist, wie es sich das kleine Monster vorgestellt hat, bricht die Welt zusammen. Tränen fließen in Strömen. Schreie hallen durchs Haus. Ich überlege, ob ich einen Oscar für die beste schauspielerische Leistung in einem Familiendrama beantragen soll – für mein Kind natürlich.

Die Energie einer Atomuhr
Woher nehmen diese kleinen Wesen eigentlich ihre Energie? Ich meine, ich trinke Kaffee wie ein Weltmeister, aber ich bin trotzdem ständig müde. Mein 19 Monate altes Kind hingegen scheint von einer unerschöpflichen Energiequelle gespeist zu werden. Es rennt, klettert, springt, tanzt… und das alles gleichzeitig.
Ich versuche mitzuhalten, aber ich scheitere kläglich. Nach einer halben Stunde bin ich völlig fertig. Mein Kind? Läuft zur Höchstform auf. Ich glaube, es lacht mich innerlich aus.

Und dann ist da noch die Neugier! Alles muss erkundet werden. Jede Schublade, jede Tür, jede Steckdose (natürlich gesichert, keine Sorge!). Und wehe dem, der versucht, diese Entdeckungstouren zu unterbinden! Dann gibt es wieder Drama. Oscarverdächtiges Drama, versteht sich.
Schlaf? Was ist Schlaf?
Schlaf war mal eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Daran kann ich mich aber nur noch vage erinnern. Denn seit mein Kind 19 Monate alt ist, hat der Schlaf beschlossen, in den Urlaub zu fahren. Und zwar in einen sehr, sehr weit entfernten Urlaub.

Die Nächte sind geprägt von unruhigem Hin- und Herwälzen, nächtlichen Wanderungen durchs Haus und dem Drang, um 3 Uhr morgens unbedingt "Bauklötze!" spielen zu müssen. Ich bin mittlerweile so müde, dass ich schon angefangen habe, mit den Bauklötzen zu reden.
Und die Nickerchen? Ha! Ein Witz! Vielleicht, wenn die Sterne richtig stehen und der Wind aus der richtigen Richtung weht. Aber meistens sind die Nickerchen kurz, unterbrochen und enden mit einem lauten Knall, weil das Kind aus dem Bett gefallen ist. (Keine Sorge, es ist alles weich gepolstert.)

Unpopuläre Meinung: Es wird besser… irgendwann
Ich weiß, ich habe mich jetzt ziemlich negativ angehört. Aber ich liebe mein Kind natürlich über alles. Auch wenn es gerade die anstrengendste Zeit meines Lebens ist. Und ich weiß auch, dass es irgendwann besser wird. Irgendwann werden die Trotzphasen weniger, die Nächte ruhiger und die Energie etwas besser verteilt. Irgendwann.
Bis dahin versuche ich, mit Humor durchzuhalten. Und mit viel Kaffee. Und vielleicht auch mit ein bisschen Schokolade. Und dem Gedanken, dass ich nicht alleine bin. Da draußen gibt es noch andere Eltern von 19 Monate alten Kindern. Wir sitzen alle im selben Boot. Und rudern gegen den Strom. Aber zusammen schaffen wir das!
Also, liebe Eltern da draußen: Lasst uns zusammen lachen, weinen und uns gegenseitig Mut zusprechen. Denn die 19 Monate gehen vorbei. Versprochen! (Hoffentlich!)
