Kill Bill Warum Wollte Bill Sie Töten

Kill Bill! Der Titel allein schreit schon nach Rache, nach Kung-Fu, nach fliegenden Gliedmaßen und jeder Menge Kunstblut. Aber mal ehrlich, wenn man das Ganze mal so richtig auseinanderpflückt, stellt man sich doch irgendwann die Frage: Warum zur Hölle wollte Bill sie eigentlich umbringen? War es nur ein simpler Fall von „Chef will Ex aus dem Weg räumen“ oder steckt da mehr dahinter?
Klar, am Anfang sieht alles nach Eifersucht und Verrat aus. Die Braut (alias Beatrix Kiddo, um mal ihren echten Namen zu nennen), die Ex-Auftragskillerin, will ein bürgerliches Leben mit ihrem ungeborenen Kind führen. Blöd nur, dass ihr ehemaliger Liebhaber und Boss, eben jener Bill, das gar nicht witzig findet. Er taucht mit seinem Deadly Viper Assassination Squad (kurz: DiVAS) bei ihrer Hochzeitsprobe auf und massakriert alle Anwesenden. Die Braut überlebt, aber nur, weil sie ins Koma fällt.
Und hier fängt der Spaß erst richtig an. Denn die Motivationen der Charaktere sind so herrlich überzeichnet, dass man sich fragt, ob Quentin Tarantino nicht doch ein bisschen zu tief ins Sake-Fass geschaut hat. Bill ist ja nicht einfach nur ein eifersüchtiger Ex. Er ist ein Philosoph, ein Schwertmeister, ein charismatischer Bösewicht mit einem Hang zu langen Monologen über die Bedeutung von Superhelden.
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Man könnte fast meinen, er wollte die Braut umbringen, weil er sie intellektuell herausfordern wollte! Klingt absurd? Vielleicht. Aber die Dialoge und die Dynamik zwischen den beiden deuten darauf hin, dass da mehr ist als nur Hass.
Denken wir mal an die Szene, in der Bill mit Elle Driver (aka California Mountain Snake) über die Braut spricht. Er klingt fast stolz auf ihre Fähigkeiten, auf ihren Kampfgeist. Es ist, als hätte er eine Schülerin verloren, die er gleichzeitig bewundert und fürchtet.

Und dann ist da natürlich die Sache mit der Tochter. B.B., die kleine Beatrix, ist der springende Punkt. Bill wusste, dass die Braut schwanger war. Er wusste, dass er Vater wird. Und anstatt sich zu freuen, entscheidet er sich für den kompletten Amoklauf.
War es Angst? Angst davor, seine gefährliche Lebensweise aufzugeben? Angst davor, ein guter Vater zu sein? Wahrscheinlich von allem etwas. Bill ist ein komplexer Charakter, ein Mann, der zwischen Liebe und Gewalt hin- und hergerissen ist. Er will seine Familie, aber er kann seine Vergangenheit nicht loslassen.

Es ist tragisch, aber auch irgendwie komisch. Stell dir vor, du bist ein gefürchteter Auftragskiller und dann kommt eine Frau daher, die dich dazu zwingt, dich mit deinen Gefühlen auseinanderzusetzen! Das ist doch Comedy-Gold!
Letztendlich ist die Frage, warum Bill die Braut töten wollte, gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist eine Mischung aus Eifersucht, Verrat, Angst und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Aber genau das macht Kill Bill so unterhaltsam. Es ist ein Film, der sich nicht in Schubladen stecken lässt, der Konventionen bricht und der uns zum Lachen, Weinen und Nachdenken bringt.

Die überraschende Wendung
Am Ende des Tages geht es vielleicht gar nicht so sehr darum, warum Bill sie töten wollte, sondern wie sie damit umgeht. Die Braut nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, sie übt Rache, aber sie findet auch Frieden. Sie bekommt ihre Tochter zurück und findet ein neues Leben. Und vielleicht, ganz vielleicht, hat Bill ihr mit seinem Wahnsinn ja sogar einen Gefallen getan. Denn ohne ihn wäre sie vielleicht nie zu der starken, unabhängigen Frau geworden, die sie am Ende ist.
„Wenn du an Gott glaubst, dann wirst du an ihn glauben, wenn ich fertig bin.“ – Die Braut
Das ist die Essenz von Kill Bill: Eine Geschichte über Rache, Erlösung und die Kraft einer Frau, die sich von niemandem unterkriegen lässt. Und ganz nebenbei auch eine verdammt unterhaltsame Kung-Fu-Oper.
