free web page hit counter

Kann Man Befristete Arbeitsverträge Kündigen


Kann Man Befristete Arbeitsverträge Kündigen

Ich hatte mal einen Mitbewohner, nennen wir ihn mal Max, der einen befristeten Vertrag als Marketing-Assistent ergattert hatte. Er war überglücklich, endlich Fuß gefasst zu haben. Dann, drei Monate später, kam ein Jobangebot, das perfekt für ihn war. Besser bezahlt, spannendere Aufgaben, du kennst das Spiel. Nur: Sein Vertrag lief ja noch fast ein Jahr. Seine Frage an mich, panisch am Küchentisch: "Kann ich da einfach so raus? Hab ich da überhaupt eine Chance?" Das brachte mich ins Grübeln und – Spoiler-Alarm – führte zu stundenlanger Recherche im deutschen Arbeitsrecht.

Die Frage, ob man einen befristeten Arbeitsvertrag kündigen kann, ist nämlich gar nicht so einfach zu beantworten, wie man vielleicht denkt. Lass uns mal eintauchen!

Die Grundregel: Eigentlich nicht.

Okay, hier kommt die harte Wahrheit: Im Prinzip ist ein befristeter Arbeitsvertrag dazu da, bis zum vereinbarten Ende zu laufen. Der Gedanke dahinter ist, dass beide Parteien – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – sich auf eine bestimmte Zeitspanne geeinigt haben. Der Arbeitgeber plant mit deiner Arbeitskraft, du planst mit deinem Gehalt. Einfach so ausbrechen? Schwierig. Stell es dir vor wie einen Pakt mit dem Teufel… äh, dem Personaler.

Merke: Ein befristeter Vertrag endet automatisch am vereinbarten Datum. Eine separate Kündigung ist normalerweise nicht nötig.

Die Ausnahme von der Regel: Die Kündigungsklausel.

Aber, und hier kommt das große ABER: Es gibt eine Hintertür! Und die heißt Kündigungsklausel. Wenn in deinem Arbeitsvertrag eine Klausel steht, die eine Kündigung während der Laufzeit erlaubt, dann hast du Glück gehabt! Lies deinen Vertrag also ganz genau durch. Manchmal versteckt sich das Kleingedruckte als dein bester Freund. (Oder schlimmster Feind, je nachdem…)

Befristete Arbeitsverträge: Was erlaubt ist - und was nicht
Befristete Arbeitsverträge: Was erlaubt ist - und was nicht

In dieser Klausel steht dann drin, unter welchen Bedingungen und mit welcher Frist du kündigen kannst. Ist sie vorhanden? Jackpot! Dann gelten die normalen Kündigungsfristen, die im Vertrag oder im Gesetz festgelegt sind. Fehlt sie? Dann wird's kniffliger.

Kleiner Tipp: Such im Vertrag nach Wörtern wie "Kündigung", "ordentliche Kündigung" oder "vorzeitige Beendigung".

Wenn der Vertrag schweigt: Die außerordentliche Kündigung.

Keine Kündigungsklausel im Vertrag? Nicht verzweifeln! Es gibt noch einen Notausgang: die außerordentliche Kündigung. Die ist aber nur dann möglich, wenn es einen wichtigen Grund gibt. Und mit "wichtig" meinen wir wirklich WICHTIG.

Wissenswertes rund um befristete Arbeitsverträge
Wissenswertes rund um befristete Arbeitsverträge

Stell dir vor, dein Arbeitgeber zahlt seit drei Monaten kein Gehalt. Oder er behandelt dich schikanös. Oder es gibt gravierende Sicherheitsmängel am Arbeitsplatz. In solchen Fällen hast du das Recht, fristlos zu kündigen. ABER: Du musst den Grund beweisen können!

Das ist also keine leichte Entscheidung und sollte gut überlegt sein. Hol dir am besten juristischen Rat, bevor du diesen Weg gehst. Denn einfach nur, weil dir der Job nicht mehr gefällt, reicht als Grund nicht aus. Tut mir leid, Max!

Einvernehmliche Aufhebung: Der Königsweg.

Der eleganteste Weg, aus einem befristeten Vertrag herauszukommen, ist die einvernehmliche Aufhebung. Das bedeutet: Du sprichst mit deinem Arbeitgeber und ihr einigt euch darauf, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Klingt einfach, oder?

Was man über befristete Arbeitsverträge wissen muss
Was man über befristete Arbeitsverträge wissen muss

In der Praxis kann das natürlich Verhandlungssache sein. Dein Arbeitgeber muss ja nicht unbedingt begeistert sein, dich gehen zu lassen. Vielleicht müsst ihr euch auf eine Entschädigung einigen, oder auf eine Übergangszeit, in der du noch Aufgaben erledigst.

Wichtig: Eine einvernehmliche Aufhebung sollte immer schriftlich festgehalten werden! Sonst stehst du am Ende ohne Job und ohne Beweis da.

Was tun, wenn gar nichts geht?

Sollte dein Vertrag keine Kündigungsklausel enthalten, es keinen wichtigen Grund für eine außerordentliche Kündigung geben und dein Arbeitgeber sich querstellen, dann… tja, dann musst du den Vertrag wohl oder übel erfüllen. Außer… (Ja, es gibt noch ein kleines "Außer!")

Befristete Arbeitsverträge
Befristete Arbeitsverträge

Es gibt Fälle, in denen Gerichte entschieden haben, dass eine Fortsetzung des Vertrags unzumutbar wäre. Das ist aber wirklich die absolute Ausnahme und hängt von den individuellen Umständen ab. Also, such dir lieber einen guten Anwalt, anstatt auf ein Wunder zu hoffen.

Fazit: Gut Ding will Weile (und einen genauen Blick in den Vertrag).

Wie du siehst, ist die Frage, ob man einen befristeten Arbeitsvertrag kündigen kann, alles andere als trivial. Check deinen Vertrag, such dir im Zweifel Rat und versuche, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Und Max? Der hat am Ende doch noch eine einvernehmliche Aufhebung hinbekommen. Mit ein bisschen Überzeugungskraft und dem Versprechen, seinen Nachfolger einzuarbeiten. Happy End für alle!

Merke dir für die Zukunft: Lies Verträge immer gründlich durch, bevor du sie unterschreibst! Und kläre solche wichtigen Fragen am besten schon vorab mit deinem zukünftigen Arbeitgeber.

665 befristete Arbeitsverträge nacheinander: So schlecht behandelt das UNBEFRISTETER ARBEITSVERTRAG HERUNTERLADEN

You might also like →