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Innerhalb Welcher Strecke Müssen Sie In Jedem Fall Anhalten Können


Innerhalb Welcher Strecke Müssen Sie In Jedem Fall Anhalten Können

Okay, stellt euch vor: Sonntag Nachmittag, Sonne scheint (oder auch nicht, ist ja Deutschland, ne?), ihr cruist entspannt mit eurem Auto durch die Gegend. Im Radio dudelt irgendwas, ihr summt leise mit. Plötzlich, zack, rennt ein Reh über die Straße! Herzinfarkt-Alarm. Die Frage, die euch in diesem Moment durch den Kopf schießt (neben "Wo war das Viech denn bitte?!"), ist wahrscheinlich: "Bremse ich rechtzeitig?!" Genau darum geht's heute: Wann genau müsst ihr eigentlich immer zum Stehen kommen?

Denn mal ehrlich, wer von uns hat schon im Schlaf gelernt, wie man perfekt bremst? Ich jedenfalls nicht. Ich brauche immer erst 'ne Schrecksekunde, bis ich überhaupt realisiere, dass ich bremsen muss. Aber darum geht es ja gerade – diese Sekunde darf nicht darüber entscheiden, ob man den Unfall vermeidet oder nicht.

Die magische Formel: Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg

Klingt nach Matheunterricht, ich weiß. Aber keine Sorge, wir machen's easy. Der Anhalteweg ist die Strecke, die ihr braucht, vom Erkennen der Gefahr bis zum Stillstand des Autos. Und er setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

1. Der Reaktionsweg: Das ist die Strecke, die ihr zurücklegt, während ihr überhaupt erst realisiert, dass ihr bremsen müsst und euren Fuß von Gas auf Bremse bewegt. (Ja, auch das dauert!) Der Reaktionsweg ist abhängig von eurer Reaktionszeit und eurer Geschwindigkeit. Eine einfache Faustregel: Geschwindigkeit durch 10 mal 3. Fahrt ihr also 50 km/h, beträgt euer Reaktionsweg ungefähr 15 Meter. Merkt euch das! Ist ganz nützlich, wenn ihr mal wieder mit euren Freunden über Autos fachsimpeln wollt.

2. Der Bremsweg: Das ist die Strecke, die ihr zurücklegt, während ihr tatsächlich bremst, bis das Auto steht. Und hier wird's tricky, denn der Bremsweg hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Warum müssen Sie jetzt anhalten? (1.1.07-171)
Warum müssen Sie jetzt anhalten? (1.1.07-171)
  • Eurer Geschwindigkeit: Je schneller ihr fahrt, desto länger der Bremsweg. Logisch, oder?
  • Dem Zustand eurer Reifen: Abgefahrene Reifen = längerer Bremsweg. Checkt eure Reifen regelmäßig! (Und denkt dran: Profiltiefe ist nicht alles!)
  • Der Beschaffenheit der Fahrbahn: Nasse, glatte oder verschmutzte Straßen verlängern den Bremsweg enorm.
  • Dem Zustand eurer Bremsen: Funktionieren eure Bremsen einwandfrei? Wartung ist das Stichwort!
  • Dem Vorhandensein von Assistenzsystemen: ABS, Bremsassistent & Co. können den Bremsweg verkürzen. Aber Achtung: Darauf verlassen sollte man sich nicht!

Als Faustregel für den normalen Bremsweg gilt: (Geschwindigkeit durch 10) mal (Geschwindigkeit durch 10). Bei 50 km/h wären das also 25 Meter Bremsweg. ABER: Das gilt nur bei optimalen Bedingungen!

Und jetzt kommt der Clou: Der Anhalteweg

Jetzt addieren wir Reaktionsweg (15 Meter bei 50 km/h) und Bremsweg (25 Meter bei 50 km/h). Das ergibt einen Anhalteweg von 40 Metern. Puh! Ganz schön viel, oder?

Sie fahren auf einer gut ausgebauten Straße, auf der Gegenverkehr
Sie fahren auf einer gut ausgebauten Straße, auf der Gegenverkehr

ABER ACHTUNG: Das ist nur ein Richtwert unter Idealbedingungen! Bei schlechtem Wetter oder abgefahrenen Reifen kann sich der Anhalteweg deutlich verlängern. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer!

Also, wann müsst ihr immer anhalten können?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Ihr müsst immer innerhalb der Strecke anhalten können, die ihr überblicken könnt! Punkt. Das bedeutet: Fahrt ihr bei Nebel, müsst ihr eure Geschwindigkeit so anpassen, dass ihr innerhalb der Sichtweite zum Stehen kommt. Und das gilt auch für Kurven, unübersichtliche Stellen oder wenn es dunkel ist.

Sie fahren auf einer gut ausgebauten Straße, auf der Gegenverkehr
Sie fahren auf einer gut ausgebauten Straße, auf der Gegenverkehr

Denkt mal drüber nach: Ihr könnt noch so gute Bremsen und Reifen haben – wenn ihr die Gefahr zu spät erkennt, nutzt euch das alles nichts. Also: Fahrt vorausschauend, passt eure Geschwindigkeit den Bedingungen an und behaltet immer einen kühlen Kopf. Und wenn dann doch mal ein Reh vor euch auftaucht, habt ihr zumindest eine bessere Chance, rechtzeitig zu bremsen. Und falls nicht... nun ja, dann habt ihr wenigstens was zu erzählen. (Aber wir wollen's ja nicht drauf anlegen, oder?)

Und jetzt ab ins Auto und üben! (Am besten auf einem sicheren Übungsplatz, versteht sich.)

Warum müssen Sie jetzt anhalten? (1.2.09-125) Warum müssen Sie jetzt anhalten? (1.2.09-125) Warum müssen Sie jetzt anhalten? (1.2.09-137-M)

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