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In Guten Wie In Schlechten Zeiten


In Guten Wie In Schlechten Zeiten

Wir Deutschen lieben sie. Nicht so wie Mama oder das eigene Auto vielleicht, aber doch sehr innig. Sie sind da, in guten wie in schlechten Zeiten. Und ich rede nicht von der Familie (obwohl, manchmal…). Ich rede von unseren Fernsehserien. Aber es geht nicht nur um „irgendeine“ Serie. Es geht um die, die uns seit Jahren begleiten, die, bei denen wir jede Folge schon zehnmal gesehen haben und trotzdem wieder einschalten. Die, die uns ein Stück Heimatgefühl geben, egal wo wir gerade sind.

Die Macht der Gewohnheit

Denkt mal drüber nach: Was ist das Erste, was ihr macht, wenn ihr nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt? Viele schalten den Fernseher ein. Und was läuft da oft? Eine Wiederholung. Warum tun wir das? Weil es bequem ist. Wir müssen nicht nachdenken, wir kennen die Charaktere, die Handlung ist vertraut. Es ist wie eine warme Decke für die Seele. Ein bisschen so, wie wenn Oma uns früher die gleiche Gute-Nacht-Geschichte immer und immer wieder vorgelesen hat.

Und es gibt Serien, die sind einfach Kult. Denkt an „Der Landarzt“. Dr. Brinkmann, der immer mit dem Fahrrad durch Deekelsen düst, um irgendwelche Wehwehchen zu kurieren. Oder „Forsthaus Falkenau“. Der Förster, die Berge, die Dorfgemeinschaft. Klischeehaft? Ja, vielleicht. Aber eben auch charmant. Und unheimlich beruhigend. Man weiß, am Ende wird alles gut, irgendwie.

Wenn Serien zur Familie werden

Es ist schon komisch, oder? Da sitzen wir vor dem Fernseher und leiden mit Charakteren, die wir nie im echten Leben treffen werden. Wir fiebern mit, wenn sie sich verlieben, ärgern uns, wenn sie dumme Fehler machen, und sind erleichtert, wenn sie am Ende doch noch die Kurve kriegen. Sie werden fast schon wie Freunde, wie ein Teil der Familie. Man kennt ihre Macken, ihre Sprüche, ihre Lebensgeschichte.

Ich erinnere mich noch gut an die Aufregung, als „Lindenstraße“ abgesetzt wurde. Viele waren traurig, fast so, als hätten sie einen guten Freund verloren. Klar, die Serie war in die Jahre gekommen und die Geschichten vielleicht nicht mehr so spannend wie früher. Aber sie war ein fester Bestandteil des deutschen Fernsehens, ein Stück Alltag, das plötzlich fehlte.

IN GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN | Sunday Morning #193 - YouTube
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Humor als Heilmittel

Aber es gibt auch die Serien, die uns einfach zum Lachen bringen. Und Lachen ist bekanntlich die beste Medizin. Denkt an „Ein Herz und eine Seele“. Ekel Alfred, der brüllende Patriarch, mit seinen Stammtischparolen und seiner Abneigung gegen alles Neue. Oder „Klimbim“ mit Ingrid Steeger, die mit ihren frechen Sprüchen und ihrem lockeren Mundwerk die Nation unterhielt. Die waren oft politisch unkorrekt, aber eben auch urkomisch.

Und dann gibt es noch die Serien, die wir eigentlich gar nicht so gut finden, aber trotzdem schauen. Weil sie so herrlich schlecht sind, dass es schon wieder gut ist. Trash-TV vom Feinsten. Man schaltet ein, schüttelt den Kopf und lacht trotzdem. Manchmal muss man sich auch einfach mal berieseln lassen und nicht zu viel nachdenken.

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Serien als Spiegel der Gesellschaft

Unterschätzt niemals die Macht der Fernsehserien. Sie sind mehr als nur Unterhaltung. Sie spiegeln unsere Gesellschaft wider, zeigen uns, wer wir sind und wie wir leben. Sie thematisieren Probleme, die uns alle betreffen, und geben uns Denkanstöße. Und manchmal, ganz nebenbei, lernen wir auch noch etwas dabei.

Also, das nächste Mal, wenn ihr nach einem langen Tag erschöpft vor dem Fernseher sitzt und euch fragt, warum ihr schon wieder die gleiche alte Serie einschaltet, denkt daran: Es ist mehr als nur Gewohnheit. Es ist ein Stück Heimat, ein bisschen Geborgenheit und ganz viel Humor. Und das ist in unserer schnelllebigen Zeit mehr wert als man denkt. Und hey, vielleicht entdeckt ihr ja auch eine neue Lieblingsserie. In guten wie in schlechten Zeiten.

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