Ich Habe Mich Wohlgefühlt Oder Wohl Gefühlt

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr nach einem langen Tag endlich in eure Jogginghose schlüpft? Oder wenn ihr nach einer anstrengenden Woche endlich das Wochenende begrüßen dürft? Genau dieses Gefühl, dieses wohlig-warme, zufrieden-seufzende Gefühl, wollen wir heute mal unter die Lupe nehmen. Und zwar grammatikalisch!
Es geht um die Frage aller Fragen, die so manchen Deutschlernenden (und auch so manchen Muttersprachler) in den Wahnsinn treibt: Sagt man jetzt "Ich habe mich wohlgefühlt" oder "Ich habe mich wohl gefühlt"?
Puh, tief durchatmen. Keine Panik! Es ist nicht so schlimm, wie es klingt. Versprochen!
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Die Sache mit der Rechtschreibreform (und warum sie uns manchmal zur Weißglut treibt)
Früher, in der guten alten Zeit (die gar nicht so gut war, wenn man an die schlechte Internetverbindung denkt), war die Sache klar: "wohlgefühlt" wurde zusammengeschrieben. Punkt. Aus. Ende. Aber dann kam die Rechtschreibreform, und mit ihr die gefühlt tausend neuen Regeln und Ausnahmen. (Gefühlt, weil es in Wirklichkeit nicht ganz so viele waren… aber trotzdem!)
Die Reform wollte nämlich, dass wir getrennt schreiben, wenn ein Verb und ein Adjektiv zusammen eine Bedeutungseinheit bilden. So weit, so gut. Aber was heißt das jetzt für "wohlfühlen"?

Stellt euch vor, "wohl" ist wie die Sahne auf eurem Kuchen. Es ist zwar ein extra Teil, aber der Kuchen ist erst mit Sahne so richtig lecker. Ähnlich ist es mit "wohlfühlen". "Wohl" beschreibt, wie ihr euch fühlt. Also schreiben wir es getrennt: "Ich habe mich wohl gefühlt."
Aber… (es gibt immer ein Aber!)
Jetzt kommt der Clou: Die Zusammenschreibung "wohlgefühlt" ist auch korrekt! Die Rechtschreibreform hat nämlich erlaubt, dass man in solchen Fällen wählen kann. Juhu! Wahlfreiheit! (Obwohl, manchmal wünscht man sich einfach nur EINDEUTIGKEIT, oder?)

Warum? Weil die Experten der Meinung waren, dass "wohlfühlen" sich schon irgendwie wie ein feststehender Begriff anfühlt. So wie "spazierengehen" oder "fernsehen". Da dürfen wir ja auch zusammen schreiben.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: Beide Varianten sind richtig! "Ich habe mich wohlgefühlt" und "Ich habe mich wohl gefühlt" sind grammatikalisch einwandfrei. Super, oder?

Die ultimative Entscheidungshilfe (oder: Wie entscheide ich mich jetzt bloß?)
Okay, beide sind richtig, aber welche Variante nehme ich jetzt? Hier ein paar Entscheidungshilfen, die euch hoffentlich weiterhelfen:
- Der Bauchgefühl-Test: Klingt "wohl gefühlt" besser für euch? Oder "wohlgefühlt"? Vertraut eurem Gefühl!
- Der "Bin ich gerade sehr pedantisch?"-Test: Wenn ihr gerade in einer Situation seid, in der es SEHR genau auf die Rechtschreibung ankommt (z.B. in einer wichtigen E-Mail an den Chef oder in einer Deutschprüfung), dann tendiert eher zur getrennten Schreibweise "wohl gefühlt". Das ist die "sicherere" Variante.
- Der "Hauptsache, ich werde verstanden!"-Test: In den meisten Fällen ist es völlig egal. Hauptsache, die Leute verstehen, dass ihr euch wohlgefühlt habt!
Und falls ihr euch immer noch unsicher seid: Einfach "Ich habe mich gut gefühlt" schreiben! Problem gelöst! 😉

Fazit: Entspannt euch!
Grammatik kann manchmal ganz schön kompliziert sein. Aber lasst euch nicht stressen! Ob ihr "wohlgefühlt" oder "wohl gefühlt" schreibt, ist am Ende des Tages nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ihr euch wohlfühlt! Und dass ihr wisst, dass ihr nicht alleine seid mit eurer Verwirrung. Wir alle kämpfen mit den Tücken der deutschen Sprache.
Also, lehnt euch zurück, genießt das Wochenende (oder die Jogginghose, oder was auch immer euch glücklich macht) und lasst die Grammatik einfach mal Grammatik sein. Fühlt euch wohl! Egal, wie ihr es schreibt!
Und jetzt, entschuldigt mich, ich muss mich erstmal richtig wohlfühlen! Bis bald!
