Gedichte Von Rainer Maria Rilke

Rilke? Mehr so...Rilke-haft!
Okay, ich gestehe. Ich habe eine... sagen wir mal...komplizierte Beziehung zu Rainer Maria Rilke. Ja, ich weiß, ich weiß. Literaturgötter, düstere Poesie, blablabla. Aber mal ehrlich, wer von uns hat denn bitte alles verstanden, was der Mann so geschrieben hat? Hände hoch!
Ich meine, es ist ja nicht so, dass ich Gedichte hasse. Überhaupt nicht! Ich liebe es, wenn sich Wörter wie kleine Akrobaten im Kopf überschlagen und ein Gefühl oder eine Idee auf eine Art und Weise ausdrücken, die einem sonst nie in den Sinn gekommen wäre. Aber manchmal, ganz ehrlich, habe ich das Gefühl, Rilke hat einfach Wörter in einen Hut geworfen, ordentlich durchgeschüttelt und dann geschaut, was dabei rauskommt. Und alle nicken dann andächtig und sagen: "Oh ja, tiefgründig! Absolut ergreifend!"
Bin ich die Einzige, die manchmal denkt: "Hääää?"
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Seine Duineser Elegien zum Beispiel. Respekt an jeden, der sie komplett durchblickt. Ich habe es versucht. Mehrmals. Ich habe sogar Sekundärliteratur gelesen (autsch!). Aber am Ende stehe ich immer noch da und frage mich, ob da nicht einfach ein sehr intelligenter Mann sehr intelligente Dinge gesagt hat, die aber im Grunde... ja, was denn eigentlich?
Ich glaube, mein Problem ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, Rilke nimmt sich selbst einfach zu ernst. Das klingt jetzt vielleicht frevelhaft, aber ich finde, ein bisschen Selbstironie hätte seinen Gedichten gutgetan. So nach dem Motto: "Hey Leute, ich schreibe hier über Engel und das Sein, aber vielleicht ist das alles auch nur Quatsch. Wer weiß?"

Und diese ständige Beschäftigung mit Tod und Vergänglichkeit! Ja, ja, das Leben ist endlich und wir alle sterben irgendwann. Danke, Rilke, für die freundliche Erinnerung. Aber darf man zwischendurch vielleicht auch mal lachen? Ein Eis essen? Einen Baum umarmen, ohne gleich über dessen bevorstehendes Ableben zu grübeln?
Ich will Rilke gar nicht schlechtmachen. Er war zweifellos ein begnadeter Dichter. Aber ich finde, man darf auch mal sagen, dass man ihn nicht ganz versteht. Oder dass man findet, er könnte ein bisschen lockerer sein.

Es gibt ja auch Gedichte von ihm, die ich wirklich mag. Seine Sach-Gedichte zum Beispiel. Die sind oft klarer, greifbarer. Da beschreibt er Dinge – einen Panther im Käfig, eine antike Statue – und das macht er einfach großartig. Aber sobald es dann wieder ins Metaphysische abdriftet, bin ich raus.
Vielleicht ist es auch einfach so, dass ich nicht der richtige Leser für Rilke bin. Vielleicht brauche ich Gedichte, die ein bisschen zugänglicher sind, die mir nicht das Gefühl geben, ich müsste ein Philosophie-Studium abgeschlossen haben, um sie zu verstehen.
Oder vielleicht bin ich einfach nur zu doof. Wer weiß?

Aber eine Sache ist klar: Über Rilke kann man sich streiten. Und das ist ja auch schon mal was.
Was meint ihr? Bin ich ein Kulturbanause? Oder gibt es da draußen noch jemanden, der Rilke auch manchmal... naja... Rilke-haft findet?

"Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr." - Rilke. (Und ich so: Ja, danke, Rilke, noch eine Sache, über die ich mir Sorgen machen muss!)
Und noch ein Gedanke: Vielleicht sollte ich einfach aufhören, so angestrengt zu versuchen, alles zu verstehen. Vielleicht sollte ich die Gedichte einfach auf mich wirken lassen, ohne zu versuchen, sie bis ins kleinste Detail zu analysieren. Vielleicht ist das ja der Schlüssel zum Verständnis von Rilke. Oder auch nicht.
Aber selbst wenn ich ihn nie ganz verstehe, werde ich ihn trotzdem weiter lesen. Denn auch wenn er mich manchmal zur Verzweiflung treibt, gibt es doch immer wieder Zeilen, die mich berühren, die mich zum Nachdenken anregen, die mich einfach... ja, wie soll ich sagen... rilke-haft sind.
