Gedicht Stufen Von Hermann Hesse Text

Okay, mal ehrlich. "Stufen" von Hermann Hesse. Kennt jeder, oder? In der Schule rauf und runter dekliniert. Und alle tun so, als wäre es das Weisheits-Ei schlechthin. Aber… ich sag’s euch, ich hab da so meine kleinen Problemchen mit dem Ding.
Die Sache mit dem Abschied
Das Gedicht fängt ja schon super melodramatisch an. „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend“ – ja, ja, is klar. Alles vergänglich. Haben wir verstanden. Aber muss man das gleich so dick auftragen? Ich mein, klar, das Leben ist nicht nur Ponyhof. Aber ein bisschen mehr Optimismus, Hermann, wär schon drin gewesen, oder?
Und dann kommt der berühmte „Abschied“.
"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."Ja, klingt gut. Aber ganz ehrlich: Manchmal ist ein Anfang einfach nur… anstrengend. Umziehen, neuer Job, neue Beziehung – das ist doch nicht immer Zauber! Das ist meistens erstmal Stress pur.
Must Read
Und wenn man dann noch bedenkt, dass man alles Alte hinter sich lassen soll… Sorry, aber ich häng manchmal ganz gerne an alten Dingen. An alten Freunden, alten Klamotten, alten Gewohnheiten. Muss man denn immer alles gleich wegwerfen, nur weil ein neues „Kapitel“ beginnt? Ich finde nicht.
Loslassen lernen? Nicht so schnell!
Das Gedicht redet ja die ganze Zeit davon, wie wichtig es ist, loszulassen. „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten“. Ja, okay, aber was, wenn ich mich in einem Raum verdammt wohl fühle? Muss ich den dann trotzdem verlassen, nur weil Hesse das so sagt?

Ich mein, klar, Stillstand ist auch doof. Aber manchmal ist es doch ganz angenehm, einfach mal da zu bleiben, wo man ist. Ein bisschen Wurzeln schlagen, bevor man sich wieder aufmacht. Ich finde, das kommt in dem Gedicht ein bisschen zu kurz.
Und dieses „An neuen Ufern wandern“. Klingt ja alles total romantisch. Aber neue Ufer sind auch oft: Neue Probleme. Neue Herausforderungen. Neue Leute, die man nicht mag. Also, ich sag’s euch, manchmal ist das alte Ufer doch ganz gemütlich.
Die Sache mit der Seele
Und dann wird’s ja noch spiritueller. Irgendwas von wegen „Weltengeistern“ und „Seelen“. Ganz ehrlich: Da steig ich dann irgendwann aus. Ich bin ja nicht ganz unspirituell, aber das ist mir dann doch ein bisschen zu hochgestochen.

Es wird erwartet, dass man sich dem „Kreislauf des Lebens“ hingibt und sich von seiner „Seele“ leiten lässt. Aber was, wenn meine Seele gerade lieber Netflix gucken will? Ist das dann auch okay? Oder muss ich dann gleich erleuchtet sein und mich auf die Suche nach dem „absoluten Selbst“ machen?
Ich finde, man kann auch ein ganz guter Mensch sein, ohne sich ständig mit seiner Seele zu beschäftigen. Hauptsache, man ist nett zu seinen Mitmenschen und versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Das reicht doch eigentlich, oder?

Mein Fazit (Achtung, Unpopular Opinion!)
Also, um das mal klarzustellen: "Stufen" ist kein schlechtes Gedicht. Hermann Hesse war ja kein Dummkopf. Und es gibt sicherlich Menschen, die in dem Gedicht viel Trost und Inspiration finden.
Aber für mich persönlich ist es ein bisschen zu pathetisch, zu spirituell und zu sehr auf Veränderung fixiert. Manchmal muss man eben nicht immer alles loslassen und sich auf neue Ufer begeben. Manchmal darf man auch einfach mal da bleiben, wo man ist, und das Leben genießen.
Und wenn das bedeutet, dass ich ab und zu mal eine Stufe auslasse… Na, dann ist das eben so. Ich bin ja schließlich auch nur ein Mensch. Und meine Seele will gerade lieber ein Eis essen. Deal with it!
