Fachlexikon Der Sozialen Arbeit

Hand aufs Herz: Wer hat das Fachlexikon der Sozialen Arbeit wirklich komplett gelesen? Mal ehrlich! Ich vermute, die Antwort ist: niemand. Oder vielleicht doch? Okay, ein paar ganz Strebsame vielleicht. Aber unter uns Pastorentöchtern: Braucht man das wirklich?
Ein dicker Freund oder ein Türstopper?
Das Ding ist ja kein kleines Büchlein. Es ist ein Backstein. Ein Türstopper der Extraklasse. Ein ideales Geschenk für Leute, die Umzugskartons beschweren wollen. Aber liest man es? Also, ich persönlich greife eher zu Google. Oder frage eine Kollegin. Das geht schneller.
Ich meine, klar, es ist wichtig. Theoretisch. Das Fachlexikon. Allein der Name klingt schon respekteinflößend. Aber zwischen Theorie und Praxis liegen ja bekanntlich Welten. Und manchmal auch ein leerer Kühlschrank. Und eine unbezahlte Stromrechnung. Da helfen einem die Definitionen von "Empowerment" und "Sozialraumorientierung" auch nicht weiter. (Obwohl, vielleicht könnte man die Definitionen ja an die Stromgesellschaft schicken?)
Must Read
Die Leiden des jungen... Sozialarbeiters?
Ich erinnere mich an mein Studium. Das Fachlexikon wurde uns ans Herz gelegt. Als wäre es die Bibel der Sozialen Arbeit. "Lest es!", hieß es. "Verinnerlicht es!". Aber ganz ehrlich: Nach dem zehnten Fachbegriff hat mein Gehirn abgeschaltet. Es war wie ein endloser Marathon aus Paragraphen und Definitionen. Ich glaube, ich habe mehr Kaffee getrunken als gelernt.
Und dann kam die Praxis. Und was soll ich sagen? Die Realität ist komplizierter. Bunter. Chaotischer. Menschen sind keine Definitionen. Probleme sind keine Fachbegriffe. Und manchmal hilft ein offenes Ohr mehr als das perfekte Zitat aus dem Fachlexikon.

Unpopuläre Meinung: Das Leben ist zu kurz für lange Definitionen
Hier kommt meine unpopuläre Meinung: Wir Sozialarbeiterinnen sind doch keine Lexika! Wir sind Menschen. Mit Empathie. Mit Herz. Mit Fehlern. Und manchmal auch mit schlechten Tagen. Wir improvisieren. Wir lernen aus unseren Fehlern. Wir helfen Menschen. Und das alles ohne ständig im Fachlexikon nachzuschlagen.
Natürlich, es ist gut, ein gewisses Grundwissen zu haben. Keine Frage. Aber muss man wirklich jedes Detail kennen? Muss man jedes Fachwort auswendig können? Ich finde nicht. Ich finde, es ist wichtiger, zuzuhören. Zu verstehen. Und zu handeln.

Ich sage nicht, dass das Fachlexikon unnütz ist. Nein, nein. Es hat seinen Platz. In Bibliotheken. In Büros. Als Türstopper. Aber ich behaupte: Man kann auch ohne perfekt damit auskommen. Man kann trotzdem eine gute Sozialarbeiterin/ein guter Sozialarbeiter sein. Auch wenn man lieber ein Gespräch führt als eine Definition zitiert.
Plädoyer für mehr Menschlichkeit (und weniger Fachbegriffe)
Vielleicht sollten wir uns alle ein bisschen entspannen. Weniger perfekt sein wollen. Mehr auf unser Bauchgefühl hören. Und öfter mal lachen. Denn, ganz ehrlich: Die Soziale Arbeit ist ernst genug. Da braucht man nicht noch ein dickes Lexikon, das einem das Lachen verbietet.

Also, lasst uns das Fachlexikon ehren. Als das imposante Werk, das es ist. Aber lasst uns gleichzeitig nicht vergessen, dass es nur ein Werkzeug ist. Und dass die beste Hilfe oft von Herzen kommt. Ohne lange Definitionen. Ohne Fachbegriffe. Einfach nur von Mensch zu Mensch. Und vielleicht, ganz vielleicht, können wir das Fachlexikon ja auch mal als Podest für eine Zimmerpflanze nutzen. Hauptsache, es wird nicht zu ernst genommen.
Denn, liebe Kolleginnen: Das Wichtigste ist und bleibt die Menschlichkeit. Und die findet man nicht im Fachlexikon, sondern im echten Leben.
Und jetzt Hand aufs Herz: Wer hat diesen Artikel komplett gelesen? 😉
